Sind uns Affen ähnlicher als gedacht? Studie könnte für Überraschung sorgen

Frankfurt am Main - Erkennen sich Menschenaffen im Spiegel selbst und interessieren sie sich ähnlich stark dafür, wie wir selbst? Dieser Frage will eine groß angelegte Studie auf den Grund gehen.

Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist das schönste Äffchen im ganzen Land?
Spieglein, Spieglein in der Hand, wer ist das schönste Äffchen im ganzen Land?  © Zoo Frankfurt

Die Arbeit ruft, den Wecker hat man halb unbewusst, halb das bevorstehende Übel ahnend ignoriert - ein schneller Blick in den Spiegel sollte aber dennoch drin sein, ehe man sich in die Verpflichtungen des Alltags stürzt: Passt das Outfit zusammen? Habe ich irgendwelche Flecken auf dem Shirt übersehen? Sitzt die Frisur richtig?

All diese Fragen beschäftigen uns Menschen wohl mehr oder weniger schon seit mehreren Jahrtausenden - zumindest wenn man diese These den Entdeckungen in mindestens 7000 Jahre alten osmanischen Gräbern zu Grunde legen kann. Was jedoch weitaus weniger bekannt ist: Wie reagieren die menschenähnlichsten Tiere auf diesem Planeten auf ihr Abbild?

Dies will die europaweite Studie des Max-Planck-Insitituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig herausfinden. Ob sich Gorillas, Schimpansen und Co. selbst in einem Spiegel erkennen können und wie sie auf diese eventuelle Erkenntnis reagieren, soll mit der Hilfe von insgesamt 14 im Forschungsnetzwerk Great Ape Research Network (GrApeNet) miteinander verbundenen Zoos genauer auf den Grund gegangen werden.

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Mit an Bord sind auch die Gorillas, Bonobos, Orang-Utans und Gibbons aus dem Zoo in Frankfurt am Main, die von zahlreichen Kameras dabei gefilmt werden, wie sie auf mehrere im Gehege verteilte - und unzerstörbare - Handspiegel sowie auf von außen an einer Scheibe angebrachte Ganzkörperspiegel anschlagen.

Mit einem Ergebnis der europäischen Studie unter deutscher Leitung ist aber erst in einigen Monaten zu rechnen. Zu viel wird noch vergehen müssen, um anhand der etlichen Stichproben eine fundierte Aussage treffen zu können.

Deutschlandweite Spiegel-Studie bei Menschenaffen: Kameras filmen Reaktionen der Primaten

Für die Frankfurter Primaten ist die Spiegel-Studie eine willkommene, aber keinesfalls die einzige Ablenkung im Zoo-Alltag, wie auch Petra Pfeil diesbezüglich unterstrich. So gebe es laut der stellvertretenden Revierleiterin im Borgori-Wald-Gehege beispielsweise eine sogenannte "Stocherbox".

"Aus der können nur durch einige Kniffe Leckereien herausgeangelt werden" - langweilig dürfte es den Menschenaffen aus der Mainmetropole also so schnell nicht werden.

Titelfoto: Zoo Frankfurt

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