Storchenpaar lässt nichts anbrennen: Erstmals seit 70 Jahren wieder Sechslinge in Sachsen
Von Lutz Brose
Großpösna - Der Klapperstorch bringt die Kinder, auch wenn es nur die eigenen sind. Meister Adebar hat in Seifertshain bei Leipzig seinem Namen auch beim eigenen Nachwuchs alle Ehre gemacht. Ein Storchenpaar zieht derzeit auf dem Schornstein der alten Bäckerei sechs Junge auf.
"Das erste Mal seit 70 Jahren" seien es so viele auf einmal in Sachsen, berichtet Uwe Seidel im Gespräch mit TAG24. Der Storchenexperte muss es wissen, er betreut seit vielen Jahren ehrenamtlich Weißstörche in den Landkreisen Nordsachsen und Leipzig sowie in der Messestadt selbst.
Das Nest hat das Storchenpaar erst vor drei Jahren selbst gebaut, wurde aber später von Uwe Seidel und Helfern professionell hergerichtet. Im ersten Jahr blieb eine Brut aus. Ein Jahr später sind vier und im letzten Sommer nur ein Küken geschlüpft.
Sechs auf einen Streich gelingen laut dem Experten nur, wenn alle Eier gleichzeitig bebrütet werden, ausreichend Nahrung vorhanden ist und das Wetter stimmt.
Bislang ist 2026 ein gutes Storchenjahr. In Seidels "Revier" gibt es 165 Nester, fünf mehr als im Vorjahr. 40 Nester waren aus verschiedenen Gründen ohne Brut geblieben, was dem Wert der vergangenen Jahre entspricht.
In Seifertshain starten die Jungvögel ihre ersten Flugversuche und werden Ende August, Anfang September ihren Horst verlassen. Dank der Beringung wird nicht nur Uwe Seidel die Sechslinge im Auge behalten.
Titelfoto: Bildmontage: Lutz Brose
