Moreton Bay (Australien) - Nach diesem Schrecken setzte sie die völlig falschen Prioritäten. Als Mikayla (23) vor wenigen Tagen in der Nähe ihres Gartens im australischen Moreton Bay von einer Schlange gebissen wurde, machte sie sich keine Sorgen um sich selbst, sondern um das Wohlergehen des Tieres - ein lebensgefährlicher Fehler.
Die junge Frau war versehentlich auf das Reptil getreten, hatte kurz danach einen scharfen Stich gespürt.
"Zum Glück bin ich mit dem Fußgewölbe draufgetreten, und sie ist ganz schnell weggekrochen, sodass sie keine größeren Verletzungen davongetragen hat", erzählte Mikayla jetzt in einem Interview mit Yahoo News Australia.
Auch über ihre leichte Kleidung ärgerte sie sich im Nachhinein - die Australier genießen ja gerade ihre Sommermonate.
"Ich hatte mich gerade in Badekleidung umgezogen, mir schnell etwas übergezogen und wollte zu meinen Nachbarn schwimmen gehen", erklärte die 23-Jährige.
Aber warum machte sie sich zunächst so gar keine Sorgen um ihre potenziell tödliche Bisswunde?
Geschichte wird auch auf Facebook-Seite der Sunshine Coast Snake Catchers verbreitet
Ganz einfach: Mikayla ist angehende Schlangenfängerin, tritt damit in die Fußstapfen ihres Vaters. Daher wusste sie, dass das Risiko, von einer gefährlichen Schlange gebissen worden zu sein, extrem gering war.
Dumm nur: In diesem Fall war es so. "Ich habe ehrlich gesagt gar nicht mit der Wimper gezuckt, als das passiert ist, weil die ja nicht giftig sind. Aber als ich dann runterschaute, die zwei Einstichstellen sah und die Östliche Braunnatter davonschlüpfte, dachte ich nur: 'Oh Mist, jetzt ist was schiefgegangen'", sagte Mikayla.
Als die Australierin kurz darauf stark zu schwitzen begann, wusste sie, dass ihr starke Schmerzen bevorstehen würden. "Nach fünf Minuten brannte meine Haut wie Feuer, und dann wurde mir richtig übel (...). Dann bekam ich Kopfschmerzen, und jeder Herzschlag fühlte sich an, als würde mir jemand mit einem Baseballschläger auf den Kopf schlagen", so das Bissopfer.
Zum Glück schaffte es Mikayla rechtzeitig, den Notruf zu alarmieren. Im Krankenwagen musste sie sich schließlich übergeben. Ihre Retter konnten dann aber Schlimmeres verhindern. Inzwischen geht es ihrer Patientin wieder gut.
Trotz der heftigen Erfahrung will sie allerdings nichts Schlechtes über Schlangen hören. "Die Wahrscheinlichkeit, auf dem Weg zur Arbeit bei einem Autounfall zu sterben oder am Arbeitsplatz von einem Hund angegriffen zu werden, ist viel höher. Die Leute müssen aufhören, Schlangen zu verteufeln", verteidigte Mikayla die Tiere, die ihr am Ender aber auch den Job sichern sollen.