Ohio (USA) - Schrecklicher Fund im US-amerikanischen Bundesstaat Ohio: Auf einer abgelegenen Pelzfarm haben Tierschützer bei frostigen Temperaturen mehr als 330 Tiere aus katastrophalen Gehegen gerettet.
Auf dem Gelände der Grand River Fur Exchange fanden die Helfer der Organisation Humane World for Animals überwiegend Füchse, Kojoten, Waschbären, Stinktiere sowie Wolf-Hund-Hybride und Opossums. Einige von ihnen waren stark abgemagert, dehydriert oder bereits gestorben.
Der Tierschutzverein hielt den grausamen Moment in einem Instagram-Video fest. Die Fellnasen lebten in engen Gitterkäfigen und waren so der dort herrschenden Kälte hilflos ausgeliefert. Wie der Mirror berichtete, wurden mehrere Kadaver in den kleinen Gehegen entdeckt.
"Der Farmer ist gestorben und so brach auch die Versorgung der Tiere vollständig zusammen", erklärte die Organisation in ihrem Post. Es sei der schlimmste Einsatz seiner Laufbahn gewesen, beichtete Adam Parascandola, Vizepräsident des Animal Rescue Teams von Humane World for Animals.
Die Angst und das Leid der Tiere seien allgegenwärtig gewesen, sagte er. Viele Fellnasen hätten sichtbare Verletzungen gehabt, wie beispielsweise fehlende Gliedmaßen - eine mutmaßliche Folge von Stahlfallen, mit denen Wildtiere gefangen werden.
Instagram-User äußern sich kritisch gegen Pelzfarmen - darunter auch ein Popstar
Nach Einschätzung der Tierschützer wurden auf der Farm die gefundenen Tiere sowohl gezüchtet als auch aus der Wildnis eingefangen. Sie sollten nicht nur für die Pelzgewinnung getötet werden, sondern auch für den Handel mit exotischen Haustieren. Doch auch die Gewinnung ihres Urins war essenziell, da dieser für die weitere Abschreckung von Wildtieren dient.
Viele Instagram-User zeigten sich erzürnt - darunter auch Stars. "Das Schicksal der Tiere zeige exemplarisch, welches Leid hinter der Pelzindustrie stehe", erklärte Sängerin Leona Lewis (40). Sie fügte hinzu, dass die Lebensbedingungen auf solchen Farmen jahrelanges Leiden bedeuten - und oft mit dem Tod enden.
Die Tierschützer entdeckten auf dem Gelände zahlreiche Dokumente, die nahelegten, dass Felle der Farm an das Auktionshaus Fur Harvesters Auction verkauft wurden.
Pelze aus den USA gelangen so auch nach Europa und in den britischen Markt. In Großbritannien ist die Pelztierhaltung zwar seit 2003 verboten, Importe aus dem Ausland sind jedoch weiterhin erlaubt.