Krankengymnastik für "Schöni": Gelähmter Kranich kommt wieder auf die Beine

Loburg - Mit Kinderweste und Tragegurt ist der kleine Kranich namens "Schöni" unterwegs. Auf dem Storchenhof Loburg bekommt das niedliche Federvieh nach einem schweren Lebensstart eine zweite Chance.

Kranich "Schöni" kam mit einem verletzten Rückenmark auf den Storchenhof Loburg. Er konnte sich lange Zeit kaum bewegen.
Kranich "Schöni" kam mit einem verletzten Rückenmark auf den Storchenhof Loburg. Er konnte sich lange Zeit kaum bewegen.  © Storchenhof Loburg

Im Juli 2021 fand man ihn: Das kleine ausgemergelte, halb verhungerte Vögelchen mit der Rückenmarksverletzung, zum Sterben zurückgelassen. Er konnte sich kaum bewegen oder fressen, das Tier konnte lediglich auf der Seite liegen.

Seine Füße setzte Schöni beim Laufen nicht richtig auf, überkreuzte ständig die Beine. Eine reine Katastrophe.

Der Rentner Volker Q. wollte das nicht so einfach hinnehmen und half von da an dem Kranich, das Laufen ganz neu zu lernen.

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Jeden Tag gibt es auf dem Storchenhof Loburg jetzt Krankengymnastik für Schöni, inklusive Leine, Tragegurt, Lauftraining und Gleichgewichtsübungen.

"Er hat einen unwahrscheinlichen Lebenswillen. Sonst hätte das auch gar nicht funktioniert. Der Kranich will, und die Chance soll er haben!", das teilt Schönis Trainer Volker Q. dem MDR mit.

Wie Schöni zu seinem Namen kam

Rentner Volker Q. übt fast täglich mit Schöni, um ihm das selbstständige Laufen neu beizubringen.
Rentner Volker Q. übt fast täglich mit Schöni, um ihm das selbstständige Laufen neu beizubringen.  © Storchenhof Loburg

Das tägliche Training auf dem Storchenhof wird zwar von Volker Q. unterstützt, Schöni gibt aber trotzdem den Ton an. "Der Kranich bestimmt das Tempo. Wenn er stehen bleiben möchte, machen wir das. Mit Gewalt wird das sowieso nichts."

Schöni macht große Fortschritte: wortwörtlich. Mit seinem Trainer stakst der Vogel fröhlich über das Grundstück. Noch vor einigen Monaten wäre das undenkbar gewesen.

"Für uns Menschen sieht das so einfach aus, aber vor einiger Zeit hat er gar nicht reagiert", erzählt Volker Q.

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Auch der Name des kleinen Vogels hängt mit seiner Gymnastik zusammen. "Als er sein linkes Bein dann auch richtig aufgesetzt hat, haben wir ihn gelobt mit: 'Schön! Schön!' Und dann war es natürlich der Schöni."

Trotz aller Fortschritte wird eine Auswilderung für den Graukranich wohl nicht möglich sein. Zu groß sind die Risiken, dass er mit seinem Handicap in der Natur Gefahren ausgesetzt ist.

Es wird alles getan, um dem Piepmatz ein artgerechtes Leben zu ermöglichen. Mit etwas Glück und ganz viel Unterstützung lernt er hoffentlich eines Tages auch wieder das Fliegen.

Weitere Infos zu Schöni und den anderen Tieren auf dem Storchenhof Loburg findet Ihr auf ihrer Website.

Titelfoto: Storchenhof Loburg

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