Kurioser Gast: Robbe bricht in Haus ein und traumatisiert Katze!

Tauranga (Neuseeland) - Einen solchen Einbrecher hat man - auch in Neuseeland - sicher nur selten! Ausgerechnet in das Haus eines Meeresbiologen verirrte sich am gestrigen Freitag eine junge Pelzkegelrobbe. Was bei den menschlichen Bewohnern für einen ordentlichen Lacher sorgte, hinterließ bei Hauskatze Coco ein mittelschweres Robben-Trauma.

Einmal überall umschauen lautete die Devise des pelzigen Einbrechers - ganz zum Entsetzen der Hauskatze Coco.
Einmal überall umschauen lautete die Devise des pelzigen Einbrechers - ganz zum Entsetzen der Hauskatze Coco.  © Facebook/The University of Waikato

Das "kleine und sehr niedliche" Jungtier sei laut neuseeländischen Medien gegen 7 Uhr früh durch die Katzenklappe ins Haus gelangt. Vermutlich folgte die kleine Robbe der Hauskatze Coco, nachdem beide im Garten einen Streit begonnen hatten.

Dieser gefiel der ungebetene Besuch überhaupt nicht und so floh sie in eine andere Ecke ihres Eigenheims. Der pelzige Gast hingegen machte es sich bequem, hüpfte auf die Couch und versuchte sogar, auf den Schreibtisch zu klettern.

Besonders amüsant an der ganzen Sache ist wohl, dass das Tier von all den Häusern in der Umgebung ausgerechnet in das Haus des Meeresbiologen Phil Ross einbrach. Und dieser war nicht mal daheim!

"Sie lieben und verstehen sich blind": Biene und Maja sind ein unzertrennliches Duo
Tiergeschichten "Sie lieben und verstehen sich blind": Biene und Maja sind ein unzertrennliches Duo

Ein Umstand, den der Biologe der University of Waikato im Interview mit "The Guardian" bedauerte: "Der größte Witz an der Sache ist, dass dies wirklich der einzige Familiennotfall ist, bei dem es sinnvoll wäre, einen Meeresbiologen im Haus zu haben. Ich habe meine Zeit, zu glänzen, verpasst."

Wer jedoch den größten Spaß an diesem ungebetenen Gast hatte, ist dem Forscher klar: seine beiden Kinder Noah (12) und Ari (10). "Sie fanden es cool und ziemlich aufregend", sagte Ross.

Phil Ross, seine Frau Jenn (2. v. l.) und seine Söhne Noah (12, l.) und Ari (10, 2.v.r) erlebten einen Einbruch der besonderen Art.
Phil Ross, seine Frau Jenn (2. v. l.) und seine Söhne Noah (12, l.) und Ari (10, 2.v.r) erlebten einen Einbruch der besonderen Art.  © Facebook/Phil Ross

Einbrecher-Robbe evakuiert - Katze Coco meidet Hausflur

Hauskatze Coco litt nach dem Besuch unter einem Robben-Trauma.
Hauskatze Coco litt nach dem Besuch unter einem Robben-Trauma.  © Facebook/The University of Waikato

Die junge Robbe schien insgesamt nichts Böses im Schilde zu führen. Sie verbrachte letztlich einige Zeit im Gästezimmer und auf der Couch, bevor Ross' Frau Jenn es schaffte, sie aus der Haustür und in den Garten zu bugsieren.

"Ein Ranger kam und sammelte die Robbe ein, um sie im Hafen freizulassen", so Ross zum Ende des Spektakels.

Für Hauskatze Coco war das Verlassen der Pelzkegelrobbe allerdings noch kein Grund, sich wieder zu zeigen.

Albino-Kängeru kommt in Vogelpark zur Welt: Baby Abigail war nicht die Erste
Tiergeschichten Albino-Kängeru kommt in Vogelpark zur Welt: Baby Abigail war nicht die Erste

Sie meidet nach wie vor den Hausflur und wirkt "ziemlich traumatisiert", so Ross Frau Jenn.

Abenteuerlustige Teenager-Robben nicht ungewöhnlich

Auch Teenager-Robben haben Flausen im Kopf. Deshalb sollte man besser Abstand halten. (Symbolbild)
Auch Teenager-Robben haben Flausen im Kopf. Deshalb sollte man besser Abstand halten. (Symbolbild)  © 123rf/sanne198

Eine junge Robbe in dieser Jahreszeit an eher ungewöhnlichen Orten vorzufinden, sei nicht selten, so Ross, da sich die Tiere aktuell in ihrer "Abgewöhnungsphase" befänden.

Jetzt im August – einem von Neuseelands Winter­monaten – würden sich die Jungen langsam von der Mutter entwöhnen und selbstständig werden. "Wie alle Teenager treffen sie dann nicht immer vernünftige Entscheidungen", meinte der Meeresbiologe.

"Die Botschaft an die Öffentlichkeit lautet wohl: Wenn sie Robben am Strand oder an ungewöhnlichen Orten an der Küste sehen, ruhen sie sich wahrscheinlich nur aus und sind nicht krank oder verletzt. Am besten lässt man ihnen ihren Freiraum und hält Hunde von ihnen fern", erklärt Ross.

Um die pelzigen Wildtiere zu beobachten, sollte man also mindestens 20 Meter Abstand halten. Denn die kleinen Knopfaugen und das putzige Gesicht können durchaus trügerisch sein. Sollte sich das Tier bedroht fühlen, kann es durchaus auch Menschen angreifen.

Familie Ross wird ihren kleinen Gast wohl nicht so schnell wiedersehen, aber sicher auch nie vergessen.

Titelfoto: Bildmontage: Facebook/The University of Waikato (2)

Mehr zum Thema Tiergeschichten: