Newton County (Missouri/USA) - Was als ein Einsatz in einer abgelegenen Wohnanlage im amerikanischen Newton County (Missouri) begann, entwickelte sich in nur kürzester Zeit zu einer riesigen achtstündigen Tierrettungsaktion. Die Organisation "Daisy’s Dane Sanctuary" befreite vor wenigen Tagen über 80 Hunde aus einem heruntergekommenen Zuchtbetrieb.
Infolge einer Strafanzeige rückte das Team gemeinsam mit zahlreichen Polizeibehörden zum Ort des Geschehens aus – doch selbst die erfahrenen Tierschützer kamen beim Anblick der abgemagerten Vierbeiner an ihre Grenzen.
"Die Zustände, die wir vorgefunden haben, waren herzzerreißend", schrieb die Organisation Daisy’s Dane Sanctuary auf Facebook.
Die Tierretter fanden "83 Deutsche Doggen und einen Doodle", sichtbar geschwächt und vollkommen unterernährt, in der Wohnanlage des fragwürdigen Züchters vor. Unter den Fellnasen rettete das Team etwa 35 Welpen. Zusätzlich entdeckten die Helfer unzählige Exoten, wie Kleintiere, Vögel und Reptilien.
"Momentan haben etwa 99 Prozent der in Obhut genommenen Hunde medizinische Probleme, die einer Untersuchung, Behandlung, Überwachung oder einer fortlaufenden Betreuung bedürfen", bestätigte die Organisation.
So würden die hungrigen Tiere unter Parasitenbefall, Verletzungen, Entwicklungsstörungen oder massiver Vernachlässigung leiden. Besonders belastend sei bei der Rettungsaktion der Fund von "fünf toten Hunden" gewesen.
"Alle betroffenen Tiere werden derzeit von Daisy’s Dane Sanctuary und unserem Freiwilligen-Team betreut, verwaltet und überwacht", hieß es weiter.
48-jähriger Tierzüchter muss sich nun vor Gericht verantworten
Ein Sprecher der Organisation schilderte, die Bedingungen seien "weit entfernt von dem gewesen, was man als Tierhaltung bezeichnen könnte". Die Fellnasen hätten in einem Umfeld gelebt, das kaum grundlegende Versorgung erkennen ließ.
Im Zuge der Ermittlungen gegen den Züchter Devin Harris (48) ist die Vermittlung der geretteten Tiere derzeit ausgesetzt. Erst nach Abschluss aller Verfahren und der gerichtlichen Entscheidungen wird über ihre Zukunft entschieden.
Nach der kräftezehrenden Rettungsaktion gehe die Arbeit für die Tierschützer erst so richtig los. Neben Futter, Pflege und Ruhe bräuchten die befreiten Fellnasen, Kleintiere und Vögel vor allem zwei Dinge: Zuwendung sowie Sicherheit.
Auf Facebook löste die Rettungsaktion eine Welle der Begeisterung aus. Zahlreiche Nutzer bedankten sich bei der Tierschutzorganisation für ihren unermüdlichen Einsatz. "Leute, ihr seid der Hammer. Danke für eure Arbeit", kommentierte eine Userin.