Wal "Timmy" spurlos verschwunden: So nahm das Drama seinen Lauf
- Wal befreit sich nach Bagger-Aktion, findet den richtigen Weg aber nicht
- Verletzungen werden sichtbar, Lebendrettung final ausgeschlossen
- Wal liegt im Sterben, doch dann gibt es plötzlich neue Hoffnung
- Rettungsversuch startet, Tierärztin sieht "reelle Chance" für den Wal
- Vorbereitungen für den Transport laufen, Timmy wird in Barge in Richtung Nordsee gebracht
- Buckelwal Timmy in der Nordsee freigelassen, Aufenthaltsort weiterhin unbekannt
Niendorf/Wismar/Poel - Das Schicksal des gestrandeten Buckelwals in der Ostsee bewegte die Menschen wochenlang. Am 2. Mai wurde das Tier in der Nordsee freigelassen. TAG24 erzählt die Chronologie von der ersten Sichtung bis zu Timmys Freiheit.
3. März
- erste Sichtung des Wals bei Wismar
- Tier verheddert sich in Fischernetzen, kann den Hafen aber verlassen
10. März
- Wal verfängt sich in Netz bei Steinbeck
- Tier befreit sich während des Rettungseinsatzes selbst und schwimmt ins offene Meer
19. März
- Wal wird in der Nähe der Trave bei Travemünde gesichtet
20. März
- Tier wird in der Lübecker Bucht gesichtet
- Wal verheddert sich wieder in Netzen und schwimmt mit Seilresten ins offene Meer
23. März
- Wal strandet auf Sandbank bei Niendorf
- Beginn größerer Rettungsmaßnahmen
24. März
- Rettungsversuch mit kleinem Saugbagger scheitert
- Zustand des Wals verschlechtert sich
25. März
- größerer Bagger wird angefordert
- Aktivitäten des Wals werden geringer
Wal befreit sich nach Bagger-Aktion, findet den richtigen Weg aber nicht
26. März
- groß angelegte Rettungsaktion startet
- Rinne für den Wal wird gebaggert
- Meeresbiologe Robert Marc Lehmann stundenlang beim Wal im Wasser
27. März
- Wal befreit sich selbst von der Sandbank
- Tier wird bei Haffkrug und Niendorf gesichtet
- Begleitung ins offene Meer misslingt
28. März
- Tier strandet erneut bei der Insel Walfisch
29. März
- Wal befreit sich dank steigendem Wasser kurzzeitig
- Tier strandet nach kurzer Zeit erneut
30. März
- Wal wird durch Geräusche zum Schwimmen animiert
- Tier schwimmt zunächst Richtung Hafen, dann Richtung offenes Meer
31. März
- Wal wird morgens schwimmend bei Wismar gesichtet
- Tier strandet später bei der Insel Poel
1. April
- Zustand verschlechtert sich weiter
- Entscheidung: Rettungsversuche werden eingestellt
Verletzungen werden sichtbar, Lebendrettung final ausgeschlossen
2. April
Aktivitäten des Wals reduzieren sich weiter
Tier wird für spätere Bergung vermessen
3. April
Rücken des Tieres wird mit Wasser benetzt
Demo für den Wal in Wismar, Umweltminister Backhaus stellt sich Fragen
4. April
Begutachtung deckt Verletzungen auf, Schiffsschraube womöglich die Ursache
Deutsches Meeresmuseum spricht sich final gegen Lebendrettung aus
5. April
Wal zeigt plötzlich wieder mehr Aktivität, Atemfrequenz erhöht sich
Überlegung, den Wal mit einem dänischen Katamaran in die Nordsee zu transportieren
6. April
Zustand des Wals verschlechtert sich
Robert Marc Lehmann lehnt erneutes Kommen wegen anderer Aufgaben ab
7. April
Wal reagiert kaum noch auf äußere Einflüsse
Lebendrettung wird von Experten endgültig ausgeschlossen
8. April
Wal liegt im Sterben
aktive Tötung des Tiers wird klar ausgeschlossen
Wal liegt im Sterben, doch dann gibt es plötzlich neue Hoffnung
9. April
- Wal liegt immer noch an derselben Stelle
- Internationale Experten raten von weiteren Rettungsversuchen ab
10. April
- Bürgermeisterin spricht von Morddrohungen
- MediaMarkt-Mitgründer will Buckelwal mit eigenen Plänen retten
11. April
- Wal wird weiterhin mit Wasser benetzt
- Tier reagiert nicht mehr auf Mobilisierungsversuch mit Walgesang
12. April
- Atmung des Wals wird schwächer
- Frau wird von Kontaktaufnahme im Wasser abgehalten. Sie spricht von einem "topfitten" Tier
13. April
- Tierrechtsorganisation PixelHelper stellt Eilantrag für Rettungsversuch mit Bagger
- Umweltminister Backhaus wehrt sich gegen Vorwürfe
- Demonstranten dringen in Sicherheitsbereich ein
14. April
- Tierrechtsorganisation PixelHelper ziehen Eilantrag zurück
- Umweltminister warnt vor falschen Spendenaufrufen und Falschinformation im Internet
- Absperrzaun wird nach Sturm der Demonstranten verstärkt und ein Sichtschutz wird angebracht
15. April
- Umweltministerium gibt Verantwortung für den Buckelwal an Privatinitiative ab (Unternehmer Karin Walter-Mommert und Walter Gunz)
- Erste Phase des neuen Rettungsversuchs soll am Donnerstag, 16. April, beginnen
- MediaMarkt-Mitgründer Gunz finanziert Rettungsversuch und blickt hoffnungsvoll auf die nächsten Tage
Rettungsversuch startet, Tierärztin sieht "reelle Chance" für den Wal
16. April
- Vorbereitungen für Rettungsversuch starten
- Schwimmer nehmen Kontakt zum Wal auf, Tier reagiert positiv
- Pontons werden ins Wasser gelassen, aber eigentliche Rettung auf Freitag verschoben
17. April
- Timmy ist aktiv und bewegt sich viel
- Schwimmender Bagger ist im Wasser positioniert
- Erstes Probespülen zum Entfernen von Sand und Schlick am Tier gestartet
18. April
- Geschundene Haut des Wals wird mit Tüchern und Zinksalbe behandelt
- Tierärztin Janine Bahr-van Gemmert sieht "reelle Chance" für Timmy
- Rettungsversuch verzögert sich weiter
19. April
- Schlepper "Robin Hood" trifft vor Ort ein, um später Ponton-Konstruktion zu ziehen
- Wasserpegel und Wind steigen an: Timmy könnte sich selbst freischwimmen
- Überprüfungen laufen, ob GPS-Sender an Wal befestigt werden kann
- Wetterbedingungen zögern Rettungsversuch weiter hinaus
20. April
- Wal schwimmt sich am Morgen frei und legt rund drei Kilometer zurück
- Tier stoppt am Übergang des Kirchsees zur Wismarbucht und bewegt sich nicht mehr vom Fleck
- Retter versuchen das Tier zum Schwimmen zu animieren, weil der Wasserpegel sinkt
- Timmy liegt ganz in der Nähe der Fahrrinne und könnte sich weiterhin selbst freischwimmen
21. April
- Sinkender Wasserstand erschwert die Bedingungen, Wal wird erneut unterspült
- Chaos im Retter-Team spritzt sich zu, Wal-Expertin Dr. Jenna Wallace erhebt schwere Vorwürfe
- Buckelwal bekommt Peilsender am Rücken und soll gefüttert werden
- Helfer graben Wasserbecken für Timmy, in dem er schwimmen können soll
22. April
- Nachdem er von der abgereisten Dr. Jenna Wallace angegriffen wurde, wehrte sich Umweltschützer Sergio Bambarén
- NABU blickt mit Sorge auf Rettungsaktion in Poel
- Ursprüngliches Konzept kann nicht weiter fortgesetzt werden, an neuem Plan wird gearbeitet
Vorbereitungen für den Transport laufen, Timmy wird in Barge in Richtung Nordsee gebracht
23. April
- Tierärztin Jenna Wallace schießt gegen neues Spezialisten-Team
- Neues Rettungs-Konzept liegt beim Minister, aber muss noch korrigiert werden
- Bergung frühestens am 26. April
24. April
- Baggerarbeiten werden fortgesetzt
- Umweltminister erklärt altes Konzept für gescheitert
- Neues Konzept mit Schute in der finalen Abstimmung
25. April
- Dr. Jenna Wallace appelliert an Retter, Tier in Ruhe zu lassen und stattdessen den angekündigten hohen Wasserstand zu nutzen
- Big Bags werden als Barrikade im Wasser platziert
- Neues Konzept mit Barge bekommt grünes Licht und wird vorgestellt
26. April und 27. April
- Rinne ist fertig gegraben
- Vorbereitungen für Transport laufen weiter
28. April
- Timmy wird mit einem Gurtsystem in Richtung Barge gebracht
- Buckelwal schwimmt in die Barge
- Transport Richtung Nordsee mit dem Schlepper-Schiff "Robin Hood" beginnt
29. April
- Übergabe der Barge samt Timmy an die "Fortuna B"
- Buckelwal befindet sich weiterhin auf großer Reise
30. April
- Begleitflotte um das Fischereiforschungsschiff "Arne Tiselius" ergänzt
- Timmy wird im Inneren der Barge bewässert
Buckelwal Timmy in der Nordsee freigelassen, Aufenthaltsort weiterhin unbekannt
1. Mai
- wetterbedingte Warteschleife
- Schlepper-Schiffe samt Barge und Buckelwal erreichen Nordspitze Dänemarks
- Retter versuchen Timmy aus der Barge zu ziehen - ohne Erfolg
2. Mai
- Freilassung in Skagerrak
- Aufenthaltsort von Timmy trotz angebrachtem Peilsender unklar
- Retter sollen von Freilassung überrascht worden sein
Nach der Freilassung
- Peilsender liefert weiterhin kaum Daten zum Aufenthaltsort von Timmy
- Initiatoren distanzieren sich von Timmys Freilassung sowie kritische Stimmen von Experten
- Deutsches Meeresmuseum geht vom Tod des Tieres aus, Retter ist überzeugt: "Er lebt"
Titelfoto: Florian Manz/Greenpeace Germany/dpa

