Timmy ist nicht der erste: Diese Rettungsaktionen von Walen bleiben unvergessen

Berlin - Seit Wochen bangt Deutschland um den mehrfach gestrandeten Buckelwal in der Ostsee, den nun eine Privatinitiative nach einigen erfolglosen Rettungsversuchen nun erneut befreien und ins offene Meer führen will. Dass der Wal strandete, ist leider kein Einzelfall - immer wieder kommt es auf der Welt zu Vorfällen, bei denen Meeressäuger sich in ausweglose Situationen bringen und auf die Hilfe von Menschen angewiesen sind.

1988 wurden drei Grauwale am Point Barrow in Alaska im Packeis eingeschlossen. Zwei von ihnen konnten befreit werden.  © CHRIS WILKINS / AFP

Während Deutschland mit Spannung den neuesten Bergungsversuch von Wal "Timmy" vor der Ostseeinsel Poel verfolgt, wollen wir in diesem Artikel einen Blick in die Vergangenheit werfen.

Eine Rettungsaktion, die so spektakulär war, dass sie später sogar verfilmt wurde, war die sogenannte "Operation Breakthrough". 1988 wurden drei Grauwale am Point Barrow in Alaska im Packeis eingeschlossen. Dank der Zusammenarbeit mit der Sowjetunion, die zwei Eisbrecher schickte, konnte man zwei Tieren den Weg durch das Eis bahnen.

Im Januar 1998 hatten sich sechs Pottwale in der Nordsee verirrt und strandeten schließlich an der Küste vor St. Peter-Ording in Schleswig-Holstein. Damals war die Rettungsaktion nur teilweise erfolgreich.

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Zusammen mit der Küstenwache gelang es Greenpeace damals, drei der Walbullen bei einsetzender Flut wieder ins offene Meer zu geleiten.

Die anderen Tiere waren bereits zu schwach oder zu weit oben am Strand und starben.

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Rettungsversuche in Frankreich und England endeten tragisch

2006 war ein rund sechs Meter lange Entenwal nach einer dramatischen Rettungsaktion auf einer Barkasse gestorben, die ihn bis zur Themsemündung bringen sollte.  © AFP PHOTO / JOHN D MCHUGH

2005 ereignete sich vor der Küste Kaliforniens eine bemerkenswerte Rettungsaktion, bei der man eine Buckelwaldame erfolgreich befreien konnte. Das Tier hatte sich nahe der Farallon-Inseln in Fischernetzen und Leinen verfangen, die sich bei jeder Bewegung noch enger zuschnürten.

Taucher verbrachten Stunden damit, den Wal aus den Netzen und Krabbenfallen freizuschneiden. Ihr Einsatz sollte belohnt werden: Der 50 Tonnen schwere und 16 Meter lange Buckelwal überlebte und habe sich sogar mit einem Nasenstupser bei einem seiner Retter bedankt.

Ein sechs Meter langer Entenwal hatte sich Anfang 2006 im Londoner Fluss Themse verirrt und war gestrandet. Die dramatische Rettungsaktion, bei der man das erschöpfte und desorientierte Tier mithilfe einer Barkasse in Richtung Nordsee brachte, endete für den Wal letztendlich tödlich.

Das Jungtier war an einer Kombination von Stress, Muskelversagen und Dehydrierung gestorben.

Buckelwal erst am Dienstag in Australien befreit

In Frankreich war im August 2022 eine Rettungsaktion für einen Belugawal gescheitert, der sich in die Seine verirrt hatte.  © JEAN-FRANCOIS MONIER / AFP

Ähnlich tragisch endete der Rettungsversuch eines Beluga-Wales aus der französischen Seine. 2022 saß ein vier Meter langer und 800 Kilogramm schwerer Wal in einer Schleuse in Saint-Pierre-La-Garenne fest. Um ihn zurück ins offene Meer zu bringen, hob man ihn mit einem Lastkran aus dem Wasser in einen Kühllastwagen.

Während der rund 160 Kilometer langen Fahrt verschlechterte sich der Zustand des Tieres, woraufhin sich die Experten am Ziel der Reise dafür entschlossen, den Beluga einzuschläfern.

In Wallis Lake in Australien konnten Experten erst am Dienstag einen Buckelwal erfolgreich bergen. Das Tier steckte 24 Stunden auf einer Sandbank in der Wallis-Lake-Mündung an der Nordküste von New South Whales fest.

Die Einsatzkräfte legten dem etwa 12 Tonnen schweren Jungtier große Gurte unter den Brustflossen an und befestigten die anderen Enden an einem Boot.

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"Das Boot von Sea World konnte ihn dann tatsächlich von der Sandbank ziehen und es hat funktioniert", freut sich Doug Beckers, kommissarischer Gebietsleiter des NPWS Manning Great Lake, gegenüber ABC.

Anschließend wurde der Buckelwal mit Schiffen ins offene Meer geleitet.

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