"Timmy" soll am Strand obduziert werden: Experte warnt vor "kiloschweren Fleischbrocken, die töten können"

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Von Jana Steger, Julia Wäschenbach

Anholt - Der Kadaver des als "Timmy" bekannten Buckelwals bleibt nun doch auf der dänischen Insel Anholt und wird direkt am Strand obduziert.

Der tote Buckelwal liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt. Er soll bald direkt am Strand obduziert werden.
Der tote Buckelwal liegt aufgebläht vor der dänischen Insel Anholt. Er soll bald direkt am Strand obduziert werden.  © Marcus Golejewski/dpa

Dort liegt das Tier seit rund zwei Wochen im flachen Wasser. "Der Wal wird im Laufe dieses Wochenendes an Land gezogen", teilte Jane Hansen von der dänischen Umweltbehörde mit. Obduktion, wissenschaftliche Untersuchungen und Entsorgung des Kadavers sollen demnach Ende kommender Woche stattfinden. 

Zunächst hatten die Dänen versucht, den von Fäulnisgasen aufgeblähten Wal in tieferes Gewässer zu ziehen, um ihn anschließend in einen Hafen zu bringen.

Der Versuch war letzte Woche aber gescheitert. "Das Wetter war nicht günstig für einen Transport in den Hafen von Grenaa, und der Wal hat sich bewegt und liegt nun noch näher am Land", so Hansen. "Gleichzeitig stört der Wal weiter sehr am Strand und muss deshalb entfernt werden."

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Der dänische Biologe Peter Teglberg Madsen warnt vor Risiken bei der Obduktion: "Die Gefahr einer Explosion besteht, dabei fliegen dann kiloschwere Fleischbrocken durch die Luft, die können dich töten. Deshalb entgasen wir den Wal am Anfang mit einem scharfen Sektionsmesser an einem langen Stiel. Das ist Übungssache, wie eine Bombe zu entschärfen. Wir haben damit Erfahrung", so der Experte bereits am Mittwoch zu "Spiegel".

Buckelwal "Timmy" soll obduziert werden: Biologe erklärt den möglichen Ablauf

Die geplante Obduktion am Strand bringt auch Gefahren mit sich.
Die geplante Obduktion am Strand bringt auch Gefahren mit sich.  © Marcus Golejewski/dpa

Auch Anwohner und Badegäste sollten sich von dem Tier fernhalten: "Jeder, der sich dem Wal nähert, kann sich mit Krankheiten, Viren oder Bakterien anstecken. Deshalb begrenzen wir die Zahl der Menschen am Wal und tragen Schutzkleidung, Schürzen, Masken, Handschuhe", so der Experte weiter.

"Es ist wirklich anstrengende Handarbeit, einen Wal zu obduzieren, und wird etwa fünf bis sechs Stunden dauern. Danach ist man wirklich geschafft. Der Gestank ist überwältigend, aber daran gewöhnt man sich."

Wie eine solche Obduktion abläuft? "Dafür gibt es ein internationales Protokoll. Zuerst untersuchen wir den Wal auf äußere Verletzungen, messen ihn aus, bestimmen sein Geschlecht, nehmen Hautproben."

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Nachdem das Tier entgast wurde, komme ein Messer zum Einsatz. Damit werde dann das Fleisch von den Knochen getrennt. "Normalerweise untersucht ein Tierarzt Gehirn und Augen, ein anderer arbeitet sich durch Leber, Niere, den meterlangen Verdauungstrakt."

Von allen Organen würden schließlich Proben entnommen und im Labor auf Krankheiten untersucht. "Am Ende steht das Herz, das relativ tief im Körper verborgen ist und bei diesem Wal etwa 50 Kilogramm wiegen wird."

Welches Ergebnis von der Obduktion erwartet werden kann? "In den Lungen können wir feststellen, ob der Wal ertrunken oder erstickt ist, wovon ich ausgehe", nennt der Experte ein Beispiel. Er selbst wolle an der Obduktion teilnehmen. Leiten werden sie jedoch Tierärzte der dänischen Umweltbehörde, so Madsen abschließend.

Titelfoto: Marcus Golejewski/dpa

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