Ungewöhnliches Tier-Phänomen mitten über Deutschland!

Köln/Deutschland - Das Wetter sorgte Weihnachten für ein ungewöhnliches Verhalten von Kranichen. Die Zugvögel machten sich sehr kurzfristig zu Tausenden auf den Weg in wärmere Regionen.

Mittlerweile versuchen Kraniche auch in Deutschland zu überwintern. Wird es zu kalt, fliegen sie spontan in Richtung Frankreich los.
Mittlerweile versuchen Kraniche auch in Deutschland zu überwintern. Wird es zu kalt, fliegen sie spontan in Richtung Frankreich los.  © Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Weil die Temperaturen in Deutschland am ersten Weihnachtstag innerhalb weniger Stunden stark und deutlich unter den Gefrierpunkt absanken, wurden die Instinkte der Kraniche genauso rasch geweckt.

Die Tiere flogen zu Tausenden auf zwei Hauptrouten Richtung Süden. Beim Naturschutzbund Deutschland (NABU) schätzte man die Zahl der Zugvögel auf rund 10.000 Tiere.

Wer Weihnachten den Gänsebraten bei einem Spaziergang in Nordrhein-Westfalen oder Hessen verdaute, konnte die Tiere in ihren typischen keilförmigen Schwärmen gut beobachten.

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Warum die Kraniche den Abflug machten? Ihnen wurde es zu kalt!

Während die meisten Vögel ihrer Art gewöhnlich schon im Herbst aus dem nördlichen Europa Richtung Süden fliegen und beispielsweise in Frankreich oder Spanien überwintern, bleiben viele Kraniche mittlerweile auch in Deutschland. Der Klimawandel macht's möglich.

Vor Jahrzehnten flogen die Kraniche im Winter nahezu im gesamten Bestand in die südlichen Winterquartiere.

Das hat sich in den letzten Jahren geändert. So sind die niedersächsischen Moore und die Unstrut-Aue in Thüringen bekannte Sammelplätze für Kraniche im deutschen Winter.

Kraniche ziehen Richtung Frankreich

Die Kraniche rasten in der Regel im Herbst beim Zug aus Nordeuropa und dem Baltikum an der Ostsee und in Mecklenburg-Vorpommern.
Die Kraniche rasten in der Regel im Herbst beim Zug aus Nordeuropa und dem Baltikum an der Ostsee und in Mecklenburg-Vorpommern.  © Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa

An diesen Winter-Rastplätzen wurden viele Kraniche jetzt auch von der kalten Winter-Peitsche überrascht.

Schnell schwangen sich die Kraniche in die Lüfte und flogen deshalb vor dem Frost davon.

Der NABU notierte auf seiner Webseite: "Am ersten Weihnachtsfeiertag herrschte auf beiden Hauptrouten über Hessen und NRW dichter Verkehr."

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Die Experten beim Nabu hielten am 1. Weihnachtstag fest: "Aus dem südwestlichen Niedersachsen ging es über Münsterland und Ruhrgebiet bis runter nach Bonn, dann weiter Richtung Eifel und Mosel. Nächster Halt ist sicher der Lac du Der in der Champagne."

Noch ist aber ungewiss, ob die Kraniche von dort noch weiter fliegen werden.

Dies hänge auch von der weiteren Temperaturentwicklung ab.

"Folgen wieder milden Episoden, kann es sein, dass die Kraniche noch im Winter wieder zurückkehren", so die Kranich-Experten vom NABU zum Vogelzug.

Titelfoto: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

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