Verband schlägt Alarm: Etliche verstümmelte Aale am Rhein gefunden

Düsseldorf/Köln - Schockierender Fund am Rheinufer: Seit zwei Wochen werden von Bonn bis Rees immer wieder große, verstümmelte Aalkadaver an den Ufern angespült.

Verendete und verstümmelte Aale wurden in den letzten Tagen am Rheinufer bei Düsseldorf-Himmelgeist angespült.
Verendete und verstümmelte Aale wurden in den letzten Tagen am Rheinufer bei Düsseldorf-Himmelgeist angespült.  © Rheinischer Fischereiverband von 1880 e.V.

Wie der Rheinische Fischereiverband mitteilt, seien Experten bereits am vergangenen Freitag ausgerückt, um Proben zu entnehmen und die Funde umfassend zu dokumentieren.

Das Ergebnis ist erschreckend: Die Kadaver zeigen nach Angaben des Verbands "deutliche Anzeichen einer mechanischen Einwirkung und sind zum Teil zerstückelt."

Als Grund wird der Kontakt mit den Turbinen oder Rechen von Wasserkraftanlagen vermutet.

Gift-Exoten als Nachbarn: Schlangen, Kobra und Waran aus Privatwohnung in Stuttgart geholt
Tiere Gift-Exoten als Nachbarn: Schlangen, Kobra und Waran aus Privatwohnung in Stuttgart geholt

Bei den gefundenen Fischen handelt es sich den Angaben zufolge zum Großteil um Blankaale. Das sind geschlechtsreife Tiere, die bis zu 6000 Kilometer weit zu ihrem Laichplatz an der Sargassosee östlich des US-Bundesstaats Florida schwimmen, um dort ihre Eier abzulegen.

Ihr Nachwuchs macht sich nach dem Schlüpfen zurück auf den Weg nach Europa. Doch immer häufiger scheint ihr Weg durch Wasserkraftwerke ohne wirksame Fischpassagen versperrt zu sein.

Rheinischer Fischereiverband will Anfrage an NRW-Umweltminister Oliver Krischer stellen

Mitarbeiter des Rheinische Fischereiverbands haben zahlreiche Kadaver für weitere Untersuchungen am Ufer des Rheins eingesammelt.
Mitarbeiter des Rheinische Fischereiverbands haben zahlreiche Kadaver für weitere Untersuchungen am Ufer des Rheins eingesammelt.  © Rheinischer Fischereiverband von 1880 e.V.

Der Rheinische Fischereiverband kämpfe daher mit großem finanziellem Aufwand für den Erhalt der Fischart, wie Fabian Gräfe, Geschäftsführer des Verbands, betont:

"Seit Jahren engagieren wir uns mit großem Einsatz für den Erhalt dieser faszinierenden Fischart und haben unzählige junge Glasaale in den Gewässern von NRW ausgewildert. Umso erschütternder ist es, diese sinnlos getöteten Elterntiere zu sehen - Tiere, die für den Fortbestand der ohnehin stark bedrohten Population von unschätzbarem Wert sind."

Der Verband will nun eine Anfrage zur Beseitigung der Missstände an NRW-Umweltminister Oliver Krischer (56, Grüne) stellen und betont: "Die katastrophalen Auswirkungen der Wasserkraft auf aquatische Organismen sind ein untragbarer Zustand und dürfen für die politischen Forderungen nach erneuerbaren Energien nicht hingenommen werden."

Titelfoto: Bildmontage: Rheinischer Fischereiverband von 1880 e.V. (2)

Mehr zum Thema Tiere: