Wal-Expertin klärt über ihre Flucht auf und erhebt schwere Vorwürfe
Insel Poel - Heftige Worte! Während Buckelwal "Timmy" vor der Insel Poel weiter um sein Überleben kämpft, hat sich Wal-Expertin Dr. Jenna Wallace am Dienstag detailliert zu den Gründen ihrer Abreise geäußert.
In einem Statement auf Facebook erhob die eigens aus Hawaii angereiste Tierärztin schwere Vorwürfe gegen einzelne Mitglieder der Rettungsinitiative – allen voran gegen den Peruaner Sergio Bambaren (65) sowie gegen einen Mann, den Wallace als "Mr. Firstclass" bezeichnete - mutmaßlich Influencer Danny Hilse.
Die beiden Männer, die laut eigener Aussage eine "Verbindung" zu dem Wal hätten, sollen die Chance auf die Freiheit des Tieres vor ihren Augen zunichtegemacht haben, argumentierte die internationale Expertin.
So warf Wallace "Mr. Firstclass" vor, am Montag so sehr damit beschäftigt gewesen zu sein, sich zu filmen und seine 'Beziehung' mit dem Tier mit der Kamera einzufangen, dass er den Wal immer wieder zurück ins seichte Wasser und in die Bucht gelenkt habe.
"Tatsächlich hätte sein Bootspropeller beinahe Timmys Schwanzflosse überfahren!", wütete die Wal-Expertin. Sie habe daraufhin gefordert, dass "Mr. Firstclass" das Retter-Team verlassen müsse, was jedoch nicht passiert sei.
Dr. Jenna Wallace meldet sich mit Statement auf Facebook
Jenna Wallace: Sergio Bambaren hat "Rettungsaktion aufs Spiel gesetzt"
Auch an Bambaren ließ Wallace kein gutes Haar. So habe der Peruaner unter anderem einen Wutanfall gehabt, bei welchem er Teammitglieder vor versammelter Mannschaft beschimpft habe. "Dreimal hatte ich das Gefühl, dass Sergio die gesamte Rettungsaktion aufs Spiel gesetzt hat", verdeutlichte die Wal-Expertin.
Sie vermute, dass sich Bambaren und "Mr. Firstclass" erneut gegen die Entscheidungen des Teams stellen, Anweisungen ignorieren und sich nach ihrer Abreise als "dominierende Anführer" behaupten würden, so Wallace.
Die Tierärztin erklärte weiter, auch mit Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43) gesprochen zu haben. Aus den genannten Gründen werde auch dieser nicht zurückkommen und bei den weiteren Rettungsversuchen helfen.
Die Abreise werde "für immer Schuld und Trauer in meinem Herzen hinterlassen", verdeutlichte Wallace. Unter den gegebenen Umständen sei die Entscheidung jedoch alternativlos gewesen.
Titelfoto: Fotomontage: Stefan Sauer/dpa, Instagram/dr.jennawallace

