Torgau - Tierschützer erleben oft schlimme Sachen und doch sind sie immer wieder fassungslos, wozu manche Menschen fähig sind. Auch ein Fall aus dem sächsischen Torgau macht sprachlos: Ein Schwanenküken wurde auf einer Straße einfach sich selbst überlassen.
Die Verantwortlichen der Tierhilfe Torgau berichteten am Dienstag in den Sozialen Netzwerken über den unerwarteten tierischen Einsatz.
Demnach haben am Montag plötzlich eine Nachbarin und eine weitere Frau vor ihrer Tür gestanden, samt dem Schwanenbaby, das zuvor von ihrer Freundin von einer Straße im Ortsteil Repitz aufgelesen worden war.
Sie hatte vorher aber Unglaubliches beobachtet: Eine Person soll an einem Auto das Küken einfach so auf die Straße gesetzt haben.
"Der junge Schwan lief daraufhin orientierungslos umher und setzte sich schließlich mitten auf die Fahrbahn", gaben die Tierschützer das Erlebnis der Frau wieder.
Diese zögerte glücklicherweise keine Sekunde, nahm sich dem hilflosen Vogel an und brachte ihn in Sicherheit, bevor er beispielsweise von einem Auto angefahren und verletzt werden konnte.
Tierschützer stehen vor einem Rätsel: Warum wurde der kleine Schwan ausgesetzt?
Als Erstes gingen die Tierfreunde sicher, dass sich in der Umgebung des Fundortes keine anderen Schwäne befanden, zu denen das Junge möglicherweise gehören könnte. Das Küken wurde zudem versorgt und zu einer erfahrenen Vogelpäppelstelle in Torgau gebracht.
Dort konnte immerhin Entwarnung gegeben werden: Der kleine Patient hatte keine Verletzungen und auch sonst geht es ihm gut.
Zwar wisse man nicht, wie der kleine Schwan in menschliche Hände geriet oder warum er ausgesetzt wurde, aber die Geschichte hätte tragisch enden können, wenn die Zeugin nicht zufällig vor Ort gewesen wäre und gehandelt hätte.
"Schwanenküken und andere Jungvögel sollten niemals einfach eingefangen oder von ihren Eltern getrennt werden. Die Elterntiere kümmern sich in aller Regel sehr gut um ihren Nachwuchs. Wer ein vermeintlich hilfloses Tier entdeckt, sollte zunächst Abstand halten und die Situation beobachten oder sich fachkundigen Rat holen", rät die Tierhilfe.