"Wie Corona": Bezirksregierung Köln bittet wegen Feuersalamander-Massensterben um Mithilfe

Köln – Sie sind klein, haben leuchtend gelbe Flecken und sind in Gefahr! Die Feuersalamander leiden noch immer an einer tödlichen Hautkrankheit, die maßgeblich durch Menschen verteilt wird.

Der kleine Feuersalamander wird durch den Pilz "Bsal" befallen und stirbt qualvoll daran.
Der kleine Feuersalamander wird durch den Pilz "Bsal" befallen und stirbt qualvoll daran.  © 123RF/Pavel Lipskiy

Bereits Ende April wurden zahlreiche verendete Tiere im Ruhrgebiet und in der Eifel gefunden. Die Bezirksregierung Köln spricht sogar davon, dass bereits ganze Populationen ausgerottet wurden.

Ein großer Feind der Tiere ist vor allem der Mensch. Denn in der Corona-Pandemie haben viele die Natur, das Wandern oder Radfahren für sich entdeckt.

Das ist auch erst einmal schön, würden wir dadurch nicht Schlamm, Staub und Wasser unter unseren Schuhen und Reifen durch die Wälder tragen.

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Denn genau darin tummeln sich die gefährlichen "Bsal"-Hautpilz-Sporen, die für die 15 bis 30 Zentimeter großen Tiere tödlich sind.

Vor allem in der Eifel sei das Problem weit verbreitet, teilte die Kölner Bezirksregierung mit: "Geholfen werden kann, wie auch bei Corona, durch das Unterbrechen der Infektionskette."

Der kleine Salamander hat ein gefährliches Leben

Die Bezirksregierung gibt vier Tipps für Naturverbundene

Gerade Mountainbike-Fahrer nehmen gerne die etwas abenteuerlichere Tour durch das Dickicht. Für den Pilz ist das ein gefundenes Fressen.
Gerade Mountainbike-Fahrer nehmen gerne die etwas abenteuerlichere Tour durch das Dickicht. Für den Pilz ist das ein gefundenes Fressen.  © 123RF/luckybusiness

Der gefährliche Pilz (Batrachochytrium salamandrivorans), der vermutlich aus Asien stammt, verbreitet sich gern in feuchtem Boden und kleinen Gewässern.

Damit das nicht weiterhin ungehemmt geschieht und die schwarz-gelben Tiere einen qualvollen Tod sterben müssen, bittet die Bezirksregierung Köln nun alle Naturliebhaber, einige Dinge zu beachten.

So sollen Waldbesucher keine Amphibien berühren und erst recht keine Feuersalamander.

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Außerdem sollten Fußgänger und Fahrradfahrer auf den gekennzeichneten Wegen bleiben, sodass der Pilz nicht in die Nähe der Tiere gelangt. Dasselbe gilt für Hunde. Diese sollten an der Leine mitgeführt werden, sodass sie nicht am Boden schnüffeln und ihre Schnauze im nächsten Bach versenken, in dem sich auch die Salamander gern aufhalten.

"Säubert und desinfiziert Eure Schuhsohlen und Fahrradreifen, wenn Ihr in Lebensräumen von Amphibien unterwegs seid", ist ebenfalls ein Hinweis, den die Experten geben.

Zu guter Letzt sollen Naturfreunde die regionale Naturschutzbehörde informieren, wenn sie kranke oder tote Tiere sehen.

Großer Faktor beim Salamander-Sterben: der Klimawandel

Leider ist aber auch der Klimawandel ein großes Problem für die flinken Tierchen. Die Wälder und Bachläufe sind in den vergangenen Jahren erheblich trockener geworden. Dadurch kann der Salamander seine Eier nicht mehr wie gewohnt in Laichgewässer absetzen.

Werden also noch mehr Bäche austrocknen, ist der Feuersalamander auch dadruch akut vom Aussterben bedroht.

Titelfoto: 123RF/Pavel Lipskiy

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