Stuttgart - Trauer im Stuttgarter Zoo Wilhelma. Im Alter von 1,5 Jahren musste Koala Borobi von seinem Leid erlöst werden.
Ende Dezember 2025 ist in der Wilhelma das Koala-Männchen gestorben, teilt der Zoo am Freitag mit.
Der leitende Tierarzt Dr. Tobias Knauf-Witzens erklärt: "Borobi litt schon seit mehreren Monaten an einer langwierigen Lungenentzündung."
Die Krankheit ist demnach auch in Australien bekannt. Nach dem Eintreten der Symptome stand der Zoo mit Koala-Expert*innen aus Australien und Lungenspezialisten aus der Humanmedizin in engem Austausch.
Koala wurde von seinem Leid erlöst
Durch Therapien konnte Borobi zeitweise stabilisiert werden. "Nachdem sich sein Zustand Ende Dezember wieder deutlich verschlechtert hatte, mussten wir die Entscheidung treffen, den Koala von seinem Leid zu erlösen", sagt Dr. Tobias Knauf-Witzens.
Mit anderen in Europa gehaltenen Koalas war Borobi und seine Eltern nicht verwandt. Daher hätte er einen großen Beitrag für die europäische Reservepopulation leisten können. "Auch in dieser Hinsicht ist sein Tod daher ein großer Verlust", sagt Volker Grün, zuständiger Kurator und gleichzeitig Co-Zuchtbuchkoordinator.
Auch Wilhelma-Direktor Dr. Thomas Kölpin trauert um den Koala: "Oft verdrängen wir es. Aber der Tod gehört zum Leben dazu – das gilt in zoologischer Haltung genau wie in der Natur." Dennoch führe es zwangsläufig zu Trauer.
Doch er sehe auch einen Lichtblick, denn das Koala-Weibchen hat Nachwuchs bekommen. "Der Joey schaut mittlerweile immer häufiger aus dem Beutel. Auch für unsere Besucherinnen und Besucher in der Terra Australis steigen damit die Chancen, Mutter und Jungtier mit eigenen Augen zu bewundern."