Extrem seltener Gecko-Nachwuchs: Zoo Münster feiert riesigen Erfolg

Von Yuriko Wahl-Immel

Münster - Als erste Nachzucht in einem europäischen Zoo sind zwei weltweit extrem seltene Geckos in Münster geschlüpft.

Ein Jungtier einer weltweit extrem seltenen Gecko-Art ist in Münster zur Welt gekommen.
Ein Jungtier einer weltweit extrem seltenen Gecko-Art ist in Münster zur Welt gekommen.  © Zoo Münster/dpa

Es handle sich um zwei Jungtiere der bedrohten Psychedelischen Felsengeckos, berichtete der Allwetterzoo am Freitag.

Exemplare der Art habe man erst 2010 auf zwei winzigen Inseln vor Vietnam gefunden. Die Population werde auf nur rund 500 Tiere geschätzt.

Obwohl beide Inseln nicht betreten werden dürfen, sind den Angaben zufolge seit 2013 mehrmals Tiere in Europa aufgetaucht und für bis zu 3000 Euro pro Paar online angeboten worden. Der farbig-leuchtende Felsengecko sei als international stark gefährdet eingestuft.

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Javaneraffen fressen die Tiere und ihre Eier, ihr Lebensraum werde angesichts von Granitfelsen-Sprengungen für Baumaßnahmen massiv zerstört.

Unter Beteiligung des Kölner Zoos sei bereits 2014 eine Erhaltungszuchtanlage auf einer der Inseln aufgebaut worden. Zwar gelang dort 2015 die weltweit erste Nachzucht, der Zuchterfolg dort reiche aber nicht aus.

Dass es nun erstmals in einem europäischen Zoo gelungen sei, die Art nachzuzüchten, sei ein wichtiger Schritt, hieß es im Zoo Münster.

Erhaltungszucht für Psychedelische Felsengeckos soll in Europa aufgebaut werden

Ein Madagaskar-Taggecko in einem Terrarium im Hamburger Tierheim. Weltweit gibt es etwa 700 verschiedene Gecko-Arten.
Ein Madagaskar-Taggecko in einem Terrarium im Hamburger Tierheim. Weltweit gibt es etwa 700 verschiedene Gecko-Arten.  © Christian Charisius/dpa

Es sei zwar ein "moralisches Dilemma in Sachen Artenschutz", dass die Jungtiere höchstwahrscheinlich von Geckos abstammten, die "illegal der Natur entnommen" worden waren. Es sei nun aber ein erster Beitrag geschafft, um eine koordinierte Erhaltungszucht in Europa aufzubauen.

Langfristiges Ziel sei, eine in Europa aufgebaute Population in ein Auswilderungsprojekt zu integrieren.

Titelfoto: Zoo Münster/dpa

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