München - Wegen des Verdachts auf Tuberkulose auslösende Bakterien hat der Tierpark Hellabrunn in München seine letzten beiden Mähnenrobben eingeschläfert. Ob die Tiere wirklich krank waren, ist noch nicht geklärt, teilte der Zoo am Mittwoch mit.
Die aktuellen Befunde erforderten allerdings umfassende Hygiene- und Vorsichtsmaßnahmen.
"Zur Bewertung dieser Situation wurde eine Animal-Welfare-Kommission einberufen", versichert der Zoo in einer Stellungnahme.
Dabei sei in dem Gremium – bestehend aus internen und externen Fachleuten – der drastische Schritt entschieden worden.
Auch habe man sich zuvor noch mit nationalen und internationalen Experten ausgetauscht.
Man habe dann entschieden, die Robben aus Gründen des "Tier- und Infektionsschutzes und zum Schutz der Mitarbeitenden" einzuschläfern.
"Eine Entscheidung zum Einschläfern treffen wir niemals leichtfertig", betont Tierparkdirektor Rasem Baban und bezeichnet das Vorgehen als "verantwortungsvollste Lösung".
Krankheit bei lebenden Tieren schwer feststellbar – aber gefährlich für andere Lebewesen
Zuvor seien veterinärmedizinische, tierschutzrechtliche und ethische Gesichtspunkte geprüft und mögliche Alternativen gesucht worden.
Allerdings: Der Verdacht, dass sich die beiden Robben mit den besagten Mykobakterien angesteckt haben könnten, stand bereits länger im Raum.
Diese Bakterien könnten bei Säugetieren Tuberkulose auslösen. Die toten Mähnenrobben sollten jetzt untersucht werden.
"Eine Infektion mit Mykobakterien lässt sich bei lebenden Tieren häufig nicht eindeutig nachweisen oder ausschließen", erklärt Dr. Christine Gohl, leitende Tierärztin in Hellabrunn, das Problem an der Ausgangssituation.
Einzelne Testergebnisse werden daher nicht bewertet. Vielmehr dienten sämtliche Befunde, die längerfristige Entwicklung und der klinische Zustand der Tiere als Grundlage.
"Das Tierwohl steht dabei stets im Mittelpunkt", betont sie weiter. Die Bakterien hätten sich auch auf Seelöwen und weiteren Säugetiere ausbreiten können.