Ukraine-Krieg: Mehr als eine Million Verbraucher in Kiew ohne Strom

Ukraine - Zum besseren Schutz vor feindlichen Drohnen organisiert die Ukraine ihre Flugabwehr um.

Die Ukraine will ihren Luftraum besser gegen feindliche Drohnen verteidigen. (Archivbild)
Die Ukraine will ihren Luftraum besser gegen feindliche Drohnen verteidigen. (Archivbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

Mit dieser Aufgabe hat Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, betraut und ihn zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht.

Es gehe um einen verbesserten Einsatz der mobilen Flugabwehrtrupps und Anti-Drohnen-Einheiten im Nahbereich, sagte der Präsident in seiner Videoansprache.

"Unsere Aufgabe ist es, einen Anti-Drohnen-Schutzschild über der Ukraine zu errichten", erläuterte Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow (34).

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Ukraine Mutmaßlicher Nord-Stream-Drahtzieher an Deutschland ausgeliefert

"Ein System, das nicht erst nachträglich reagiert, sondern die Bedrohung bereits im Anflug zerstört." Die Luftabwehr dürfe nicht nur punktuell wirken, sie müsse als Netz über das ganze Land gespannt werden.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

20. Januar, 21.20 Uhr: Mehr als eine Million Verbraucher in Kiew ohne Strom

Nach den schweren russischen Angriffen sind dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (47) zufolge mehr als eine Million Verbraucher allein in Kiew ohne Strom.

Mehr als 4.000 Hochhäuser in der Dreimillionenstadt seien ohne Heizung, sagte er in seiner abendlichen Videobotschaft. Er forderte den Energieversorger Ukrenergo, die Regierung, regionale Behörden und Stadtverwaltungen - dabei explizit die der Hauptstadt - auf, jede Stunde an der Energieversorgung zu arbeiten.

Selenskyj kritisierte außerdem erneut die Flugabwehr. Die Arbeit der Luftstreitkräfte gegen die Kampfdrohnen der ursprünglich iranischen Bauart Schahed sei unbefriedigend, sagte er.

Wolodymyr Selenskyj (47) kritisiert die derzeitigen Zustände in der Ukraine.
Wolodymyr Selenskyj (47) kritisiert die derzeitigen Zustände in der Ukraine.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

20. Januar, 20.19 Uhr: Ehemaliges AKW Tschernobyl nach russischen Angriffen wieder am Stromnetz

In der Ukraine sind das ehemalige Atomkraftwerk Tschernobyl und andere atomare Anlagen in der radioaktiv verseuchten Sperrzone um das AKW wieder am Stromnetz.

"Das Kraftwerk ist mit den notwendigen Treibstoffvorräten und funktionierenden Reservestromquellen für den Fall neuer (russischer) Angriffe ausgestattet", versicherte das Energieministerium in Kiew in einer Mitteilung. Die Strahlungswerte um die Industrieanlagen und im Sperrgebiet seien innerhalb der Normen.

Am Morgen war die Stromversorgung infolge russischer Raketen- und Drohnenangriffe auf ukrainische Umspannwerke unterbrochen worden. Vom Stromausfall betroffen war nicht nur der Schutzbau über dem 1986 havarierten Atomreaktor, sondern auch mehrere in dem Gebiet vorhandene Zwischenlager für radioaktive Abfälle.

Die Internationale Atomenergiebehörde teilte mit, mehrere für die nukleare Sicherheit wichtige Umspannwerke seien von großflächigen Militäraktionen betroffen gewesen. Dies habe nicht nur Auswirkungen auf Tschernobyl, sondern auch auf die Stromversorgung anderer Kernkraftwerke.

Die Stromversorgung des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl war zeitweise unterbrochen. (Archivbild)
Die Stromversorgung des ehemaligen Atomkraftwerks Tschernobyl war zeitweise unterbrochen. (Archivbild)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

20. Januar, 16.23 Uhr: Kiew benötigt gut 600 Milliarden Euro für Armee

Für den Unterhalt der ukrainischen Armee sind nach Angaben der Regierung innerhalb der nächsten zehn Jahre mehrere Hundert Milliarden Euro notwendig.

"Wenn sich die Situation nicht ändert, das heißt das aggressive Verhalten Russland bezüglich Europas und der Welt, dann kann das in den nächsten zehn Jahren bis zu 700 Milliarden US-Dollar (gut 600 Milliarden Euro) kosten", sagte der für die EU- und Nato-Integration zuständige ukrainische Vizeregierungschef Taras Katschka bei einer Diskussionsveranstaltung beim Weltwirtschaftsforum in Davos.

Die ukrainische Regierung braucht eigenen Angaben zufolge rund 600 Milliarden Euro für die Armee.
Die ukrainische Regierung braucht eigenen Angaben zufolge rund 600 Milliarden Euro für die Armee.  © Yevhen Titov/AP/dpa

20. Januar, 6.22 Uhr: Ukraine organisiert ihre Drohnenabwehr neu

Zum besseren Schutz vor feindlichen Drohnen organisiert die Ukraine ihre Flugabwehr um.

Mit dieser Aufgabe hat Präsident Wolodymyr Selenskyj den erfolgreichen Kommandeur einer Drohneneinheit, Pawlo Jelisarow, betraut und ihn zum Vizekommandeur der Luftwaffe gemacht. Es gehe um einen verbesserten Einsatz der mobilen Flugabwehrtrupps und Anti-Drohnen-Einheiten im Nahbereich, sagte der Präsident in seiner Videoansprache.

20. Januar, 6.14 Uhr: Mörder von ukrainischen Gefangenen gefasst

Der Geheimdienst der Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) einen Russen gefangengenommen, der für die Tötung von neun ukrainischen Kriegsgefangenen verantwortlich sein soll.

Die Tat habe sich im russischen Gebiet Kursk ereignet, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. "Wir werden jeden russischen Mörder finden, und jeder wird zur Rechenschaft gezogen werden", sagte er. Details nannte Selenskyj nicht.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) will jeden russischen Mörder finden. (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) will jeden russischen Mörder finden. (Archivbild)  © Leszek Szymanski/PAP/dpa

18. Januar, 18.48 Uhr: Ein Todesopfer bei russischem Bombenangriff auf Charkiw

Durch einen russischen Bombenangriff ist mindestens eine Frau in der ostukrainischen Großstadt Charkiw getötet worden. Elf Menschen seien verletzt worden, teilte der Militärgouverneur der Region, Oleh Synjehubow, auf Telegram mit.

Den Angaben nach hatten russische Flugzeuge nachmittags drei sogenannte Gleitbomben abgeworfen, die in einem Viertel mit Einfamilienhäusern einschlugen. Bei solchen Angriffen bleiben die russischen Jets im eigenen Luftraum, die Bomben gleiten über Dutzende Kilometer bis zum Ziel. Charkiw liegt nur gut 30 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

Ein Einsatzleiter inspiziert den Ort eines russischen Luftangriffs in Charkiw.
Ein Einsatzleiter inspiziert den Ort eines russischen Luftangriffs in Charkiw.  © Andrii Marienko/AP/dpa

18. Januar, 22.58 Uhr: Kiews Oberbefehlshaber Syrskyj kündigt neue Offensive an

Der ukrainische Oberbefehlshaber Olexander Syrskyj hat parallel zu den laufenden Verhandlungen mit den USA über ein mögliches Kriegsende in einem Interview eine neue Offensive gegen Russlands Truppen angekündigt.

Es gebe Erfolge bei der Mobilmachung und der Ausrüstung der ukrainischen Soldaten, sagte Syrskyj in einem Interview des Medienportals "LB.ua". Die Ergebnisse seien besser als noch vor sieben Monaten. Syrskyj geht demnach davon aus, dass Russland sich weiter die gesamte Ukraine einverleiben wolle.

18. Januar, 12.42 Uhr: Russland meldet Stromausfälle in besetzten Gebieten nach ukrainischen Angriffen

Nach Angriffen der ukrainischen Streitkräfte auf die von Russland besetzten Gebiete im Süden der Ukraine sind nach russischen Angaben mehr als 200.000 Haushalte ohne Strom.

Wegen eines "feindlichen Angriffs" auf die Energieinfrastruktur sei in weiten Teilen der Region Saporischschja der Strom ausgefallen, erklärte der von Russland eingesetzte Regionalgouverneur Jewgeni Balizki am Sonntag im Onlinedienst Telegram. Mehr als 380 Ortschaften seien ohne Strom.

Der ebenfalls von Moskau eingesetzte Regionalgouverneur von Cherson, Wladimir Saldo, hatte am Samstag einen ukrainischen Angriff auf ein Umspannwerk gemeldet, was zu Stromausfällen in 14 Städten und 450 Dörfern geführt habe.

Ukrainische Soldaten griffen offenbar von Russland besetzte Gebiete im Süden des Landes an und legten die damit die Stromversorgung lahm. (Symbolfoto)
Ukrainische Soldaten griffen offenbar von Russland besetzte Gebiete im Süden des Landes an und legten die damit die Stromversorgung lahm. (Symbolfoto)  © Andriy Andriyenko/Ukrainian 65 Mechanized brigade/AP/dpa

18. Januar, 10.54 Uhr: Russland greift gezielt Energieinfrastruktur an

Russland greift täglich an, vor allem auch die Energieinfrastruktur der Ukraine. Die Folge sind großflächige Strom- und Heizungsausfälle. Damit will Moskau auch den Druck auf das Land erhöhen, sich auf einen Friedensplan zu russischen Bedingungen einzulassen. Kiew lehnt das ab.

"Die Lage im Energiesystem bleibt schwierig, aber wir tun alles, um alle Dienstleistungen so schnell wie möglich wiederherzustellen", sagte Selenskyj. Die Reparaturteams seien unter schweren winterlichen Wetterbedingungen rund um die Uhr im Einsatz.

Nach ukrainischen Gegenangriffen in russischen Regionen kämpfen auch da Einsatzkräfte gegen Stromausfälle. Das russische Verteidigungsministerium berichtete am Morgen von 63 abgeschossenen ukrainischen Drohnen.

18. Januar, 10.51 Uhr: Tote und viele Verletzte nach Russlands Angriffen

Bei neuen russischen Luftangriffen sind in der Ukraine nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj Dutzende Menschen verletzt und mindestens zwei getötet worden.

"Mein Beileid gilt ihren Familien und Angehörigen", teilte der Staatschef am Morgen in den sozialen Netzwerken mit. Russland habe erneut mehr als 200 Drohnen gegen die Ukraine eingesetzt. Betroffen gewesen seien die Gebiete Sumy, Charkiw, Dnipropetrowsk, Saporischschja, Chmelnyzkyj und Odessa. Selenskyj forderte erneut mehr Hilfe von den Verbündeten.

"Allein in dieser Woche wurden mehr als 1300 Angriffsdrohnen, rund 1050 Gleitbomben und insgesamt 29 Raketen verschiedener Typen eingesetzt", teilte Selenskyj weiter mit. "Deshalb braucht die Ukraine noch mehr Schutz – vor allem mehr Raketen für Luftabwehrsysteme." Das sei von den Verbündeten auch versprochen worden, hieß es in einem Video, das Selenskyj mit Bildern von den Schäden und Folgen der russischen Angriffe veröffentlichte.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47).  © Geert Vanden Wijngaert/AP/dpa

18. Januar, 9 Uhr: 20-Jährige stirbt bei russischem Angriff in Charkiw

Bei einem russischen Angriff auf die Stadt Charkiw im Nordosten der Ukraine ist nach Angaben der örtlichen Behörden eine 20-jährige Frau getötet worden.

Eine Frau sei nach den vorliegenden Informationen durch einen Drohnenangriff auf ein privates Haus gestorben, erklärte der Bürgermeister von Charkiw, Igor Terechow, am frühen Sonntagmorgen. Regionalgouverneur Oleh Synehubow erklärte später, das Opfer sei erst 20 Jahre alt gewesen.

Bei dem Angriff sei ein weiterer Mensch verletzt worden, führte der Gouverneur aus Außerdem habe eine 41-Jährige in der Folge eine "akute Stressreaktion" erlitten.

Titelfoto: Danylo Antoniuk/AP/dpa

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