Ukraine-Krieg: Kreml stimmt begrenzter Waffenruhe bis Sonntag zu

Ukraine - Offenbar kommt es zu der von US-Präsident Donald Trump (79) angekündigten begrenzten Waffenruhe für die Ukraine. Noch der Bereitschaft Kiews, hat nun auch Russland sein Einverständnis geäußert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach Trump seinen Dank aus.  © Leszek Szymanski/PAP/dpa

Die begrenzte Waffenruhe soll bis Sonntag gehen.

Trump hatte erklärt, dass er Kremlchef Wladimir Putin (73) bei einem Telefonat wegen der enormen Kälte in der Ukraine gebeten habe, eine Woche lang auf Schläge gegen Städte und Energieanlagen im Nachbarland zu verzichten.

Wolodymyr Selenskyj (48) dankte zunächst den USA für die Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen.

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30. Januar, 14.29 Uhr: Kreml stimmt begrenzter Waffenruhe bis Sonntag zu

Russland hat nach Angaben des Kremls der Bitte von US-Präsident Donald Trump (79) um eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag zugestimmt.

Dies solle eine günstige Atmosphäre für Verhandlungen schaffen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow (58) nach Angaben der Nachrichtensendung "Westi" des Staatsfernsehens in Moskau. Auch Trump hatte zuvor gesagt, Putin folge dieser Bitte.

Andere russische Medien zitierten Peskow zunächst nur mit der Bestätigung einer Anfrage aus Washington. "Tatsächlich hat sich Präsident Trump mit einer persönlichen Bitte an Präsident Putin gewandt, für eine Woche bis zum 1. Februar auf Angriffe auf Kiew zu verzichten, um günstige Bedingungen für Gespräche zu schaffen", sagte Peskow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

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Laut Kreml-Sprecher Dmitri Peskow (58) wird es eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine bis Sonntag geben.  © Alexander Zemlianichenko/AP/dpa

30. Januar, 12.42 Uhr: Warnung vor Atomunfall-Risiko in der Ukraine

Staaten warnen vor der steigenden Gefahr eines nuklearen Unfalls in der Ukraine.

Die täglichen russischen Angriffe auf die Energieinfrastruktur des Landes hätten nicht nur Millionen Ukrainer der Winterkälte ausgesetzt, kritisierten zwölf Länder in einer Sondersitzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) in Wien. "Die Wahrscheinlichkeit eines Atomunfalls ist an den Abgrund der Realität gerückt", hieß es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Staaten, darunter auch Deutschland.

Angriffe auf Umspannwerke und zunehmende Schäden am Elektrizitätsnetz würden die nukleare Sicherheit gefährden, hieß es von der Ländergruppe. Sie wies darauf hin, dass für den sicheren Betrieb von Atomkraftwerken eine verlässliche Stromversorgung notwendig sei.

30. Januar, 11.30 Uhr: Selenskyj gibt Zusicherungen für begrenzte Waffenruhe

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat für eine mögliche begrenzten Waffenruhe mit Russland die Einstellung ukrainischer Attacken auf russische Objekte in Aussicht gestellt.

"Wenn Russland nicht auf unsere Energieanlagen feuert, dann werden wir ihre nicht angreifen", sicherte der Staatschef in einem Gespräch mit Journalisten zu. Zusicherungen aus Moskau lagen jedoch nicht vor.

Selenskyj zufolge sei der Vorschlag für eine derartige Waffenruhe von den USA gekommen. Einen direkten Kontakt zwischen Moskau und Kiew habe es nicht gegeben.

Wolodymyr Selenskyj (48) äußerte sich zu einer möglichen begrenzten Waffenruhe.  © Danylo Antoniuk/AP/dpa

30. Januar, 6.47 Uhr: Spekulationen über begrenzte Waffenruhe kursierten bereits vor Trumps Ankündigung

Bereits vor Trumps Ankündigung hatte es Spekulationen um eine begrenzte Waffenruhe gegeben - sowohl in der Ukraine als auch in Russland.

Nach Angaben des russischen Militärbloggers Romanov Light soll das Verteidigungsministerium in Moskau ein Verbot, ukrainische Städte und Energieanlagen zu beschießen, bereits am Donnerstagmorgen in Kraft gesetzt haben. Auch im Blog Rybar, der dem russischen Verteidigungsministerium nahesteht, wurden Gerüchte über eine bevorstehende Teil-Waffenruhe erwähnt.

Auf beiden Kanälen wurde eine mögliche Waffenruhe scharf kritisiert. Der Beschuss ziviler Infrastruktur gilt dort als legitimes Druckmittel gegen Kiew.

Russische Militärblogger spekulierten bereits vor dem Statement des US-Präsidenten über eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine.  © Dan Bashakov/AP/dpa

30. Januar, 6.38 Uhr: Ungewissheit bleibt

Selenskyj ist nicht der Einzige in der Ukraine, der die Ankündigung aus Washington mit einer gewissen Skepsis begegnete.

Der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj (57), rief seine Landsleute dazu auf, sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Russland könne den Kälteeinbruch nutzen, um noch einmal eine schwere Angriffswelle zu starten.

Und wirklich ruhig blieb es in der Nacht tatsächlich nicht: Der ukrainische Gouverneur der umkämpften Region Saporischschja, Iwan Fedorow (37), teilte mit, dass es einen Drohnenangriff auf die Gebietshauptstadt gegeben habe. Getroffen worden sei ein Industrieobjekt, schrieb er bei Telegram. Dort sei ein Feuer ausgebrochen, Verletzte habe es ersten Informationen nach nicht gegeben.

Andrij Sadowyj (57), Bürgermeister von Lwiw, sieht die mögliche Gefahr einer schweren Angriffswelle durch Russland.  © -/Ukrinform/dpa

29. Januar, 21.28 Uhr: Selenskyj lobt Merz' Führungsstärke

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat sich für die Unterstützung seines Landes durch Deutschland bedankt und Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) gelobt.

"Friedrich demonstriert echte Führungsstärke und ich schätze unsere Koordination sehr", schrieb er bei Telegram Bezug nehmend auf ein Telefonat der beiden. Deutschland habe sein Land seit den ersten Kriegstagen unterstützt. Insbesondere die Lieferungen von Luftabwehrsystemen der Typen Patriot und Iris-T seien wichtig für den Schutz des ukrainischen Luftraums.

Auch die nun geleistete Hilfe bei der Überwindung der Energiekrise sei wichtig, schrieb er.

Nach Berichten über russische Drohnen mit Starlink-Satellitenverbindung hat das ukrainische Verteidigungsministerium den US-amerikanischen Raumfahrtkonzern SpaceX von Milliardär Elon Musk (54) kontaktiert.

"Ich bin der Präsidentin von SpaceX, Gwynne Shotwell, und besonders Elon Musk für die schnelle Reaktion und den Beginn der Arbeiten an der Lösung des Problems dankbar", schrieb Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bei Telegram. Zuvor waren mehrere russische Drohnen unerwartet über ukrainischen Städten aufgetaucht.

Kiew: Eine Antenne des Satelliten-Internetanbieters Starlink ist auf einem Zug im Hauptbahnhof zu sehen.  © Christoph Soeder/dpa-ENR-Pool/dpa

29. Januar, 19.25 Uhr: Laut Klitschko noch über 450 Wohnblöcke ohne Heizung in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind mehr als 450 Wohnblöcke weiter ohne Fernwärme.

Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna seien am Morgen 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (54) bei Telegram mit. Dennoch befänden sich weiter die meisten der ungeheizten Häuser in diesem nordöstlichen Stadtbezirk.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (54) hat keine besonders guten Nachrichten für die Bürger.  © Sebastian Gollnow/dpa

29. Januar, 19.17 Uhr: Putin stimmt laut Trump Angriffspause auf Kiew zu

Kremlchef Wladimir Putin (73) soll nach den Worten von US-Präsident Donald Trump (79) einer einwöchigen Pause der russischen Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte zugestimmt haben. Der Republikaner führte als Grund für seine Initiative bei Putin die extreme Kälte in der Ukraine an. Er habe deshalb persönlich nach der Angriffspause gefragt.

Aus Moskau gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Aus Trumps Ausführungen während einer Kabinettsitzung in Washington ging nicht hervor, wann genau der Zeitpunkt für den Start für eine angebliche Angriffspause infrage kommen könnte.

Ob Kremlchef Wladimir Putin (73) weiß, was er US-Präsident Trump (79) versprochen haben soll?  © Alexey Danichev/Kremlin/dpa

29. Januar, 16.48 Uhr: EU kündigt 145 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Ukraine an

Die EU will 145 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der Ukraine zur Verfügung stellen. Sie sollen unter anderem Schutz, Unterkünfte, Nahrungsmittel sowie Zugang zu Wasser und Gesundheitsdiensten ermöglichen, wie die EU-Kommission mitteilte. Weitere 8 Millionen Euro sind demnach für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Moldau bestimmt.

Zudem liefert die EU angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine 500 weitere Notstromgeneratoren. Vergangenen Freitag hatte sie bereits 447 dieser Notstromsysteme auf den Weg gebracht.

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