Ukraine-Krieg: Nach Angriffen, Benzin wird auf der Krim knapp

Ukraine - Auch nach mehr als vier Jahren hält die Gewalt zwischen Russland und der Ukraine unvermindert an. Jüngsten Berichten zufolge gab es im Südosten des Landes erneut einen schweren Zwischenfall.

Derzeit ist nicht bekannt, ob der Angriff auf das Atomkraftwerk von russischer- oder ukrainischer Seite kam. (Archivbild)  © Bildmontage: Efrem Lukatsky/AP/dpa, rbb/Thomas Ernst

Nach Angaben der Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) soll es im russisch besetzten Atomkraftwerks Saporischschja zu einem Drohnenangriff gekommen sein.

Zuvor hatten die von Moskau eingesetzte Kraftwerksleitung und der Chef des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom, Alexej Lichatschow (63), über einen Drohnenangriff auf den Maschinensaal des Reaktors sechs informiert. Sie lasteten den Vorfall dem ukrainischen Militär an.

Dabei soll eine über ein Glasfaserkabel ferngesteuerte Drohne eingesetzt worden sein. Belege wurden nicht vorgelegt. Die ukrainische Armee wies die Vorwürfe zurück und schrieb in einer in sozialen Netzwerken verbreiteten Stellungnahme von einem Versuch der "atomaren Erpressung" durch Russland.

Ukraine Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland

Das AKW im südostukrainischen Gebiet Saporischschja ist mit einer Nennleistung von 6000 Megawatt das größte Atomkraftwerk in Europa. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 geriet das Kraftwerk im Monat darauf unter russische Kontrolle.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

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31. Mai, 11.16 Uhr: Nach Angriffen, Benzin wird auf der Krim knapp

Die Behörden auf der von Russland seit 2014 annektierten Halbinsel Krim haben nach den ukrainischen Drohnenangriffen auf Ölanlagen Begrenzungen für die Ausgabe von Benzin eingeführt.

Benzin der Marke AI-95 - entspricht Super in Europa - werde vorrangig an öffentliche und soziale Verkehrsmittel abgegeben, teilte der von Moskau eingesetzte Statthalter der Region, Sergej Aksjonow (53), auf Telegram mit.

Normale Bürger könnten den Treibstoff nur mit Bezugsschein tanken - dann ohne Mengenbegrenzung. Für die Marke AI-92 (Normal) gelte wiederum eine Obergrenze von 20 Litern. 

"Das Tanken in Kanister ist verboten", schrieb Aksjonow zudem. Damit soll offenbar Hamstern verhindert werden. Seinen Angaben nach gelten die Beschränkungen zunächst für einen Zeitraum von 30 Tagen.

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Das Tanken auf der Halbinsel Krim könnte bald zu einem drastischen Problem werden.  © Uncredited/AP/dpa

31. Mai, 8.19 Uhr: Ukraine attackiert erneut Raffinerie in Russland

Die Ukraine hat in der Nacht erneut Ölanlagen in Russland mit Drohnen angegriffen.

Unter Beschuss geraten seien ein Öllager nahe der Stadt Taganrog am Asowschen Meer und eine Raffinerie in Saratow an der Wolga, berichtete die Internetzeitung "Ukrajinska Prawda".

Russische Behörden haben die Treffer teilweise bestätigt. Vor allem in Saratow hat die Attacke wohl schwere Folgen, den im Netz kursierenden Bildern nach zu urteilen.

"Vorläufigen Informationen nach gibt es Schäden an Objekten der zivilen Infrastruktur", schrieb auch der Gouverneur von Saratow, Roman Bussargin, auf Telegram. Details nannte er nicht. Nach Angaben des russischen Militärs wurden in der Nacht mehr als 200 ukrainische Drohnen abgefangen.

In der Nacht zum Sonntag hat die Ukraine ihre Drohnenangriffe auf einige russisches Staatsgebiet fortgesetzt. (Archivfoto)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

31. Mai, 7.32 Uhr: IAEA prüft Vorwurf zu Drohnenangriff auf AKW Saporischschja

Die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEA) hat besorgt auf einen möglichen Drohneneinschlag in einem Maschinengebäude des russisch besetzten Atomkraftwerks Saporischschja im Südosten der Ukraine reagiert.

IAEA-Experten vor Ort hätten um Zugang zum betroffenen Kraftwerksgebäude gebeten, teilte die Organisation auf der Plattform X mit. Demnach wäre es der erste Drohnenangriff seit April 2024 auf das Kraftwerksgelände.

Im Südosten der Ukraine kam es in den vergangenen Stunden zu einem möglichen Drohneneinschlag.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

30. Mai, 22.04 Uhr: Selenskyj erneuert Warnung vor massivem russischem Angriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat seine Warnung vom Vortag vor einem neuen massiven russischen Luftangriff wiederholt.

"Die Information des Geheimdienstes über einen möglichen massiven Angriff bleibt aktuell", sagte der Staatschef in einer Videobotschaft. Er forderte die Ukrainer auf, Luftalarme nicht zu ignorieren. Zwar sei die ukrainische Flugabwehr in Bereitschaft, jedoch räumte Selenskyj Probleme beim westlichen Nachschub für die Abwehr von ballistischen Raketen und Marschflugkörpern ein. 

Selenskyj warnt: Die Angst vor einem russischen Großangriff bleibt. (Archivbild)  © Jens Büttner/dpa

30. Mai, 16.21 Uhr: Russland - Tote und Schäden nach ukrainischen Angriffen

Russische Behörden haben nach ukrainischen Drohnenangriffen Tote und Schäden gemeldet.

In der Grenzregion Belgorod kamen nach Angaben des regionalen Krisenstabs drei Männer ums Leben. Sie wurden demnach in der Ortschaft Oktjabrski nur wenige Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt bei zwei Angriffen getötet.

In Armawir im südrussischen Gebiet Krasnodar brach laut Behörden ein Feuer auf dem Gelände eines Öllagers aus. Verletzte gebe es nicht. Das Öllager war schon in der Vergangenheit Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Auf dem Gelände des Hafens von Taganrog in der ebenfalls im Süden Russlands gelegenen Region Rostow kam es laut Gouverneur Juri Sljussar zu einem Brand eines Tankers, eines Treibstofftanks und eines Verwaltungsgebäudes. Zwei Menschen seien verletzt worden.

30. Mai, 10.12 Uhr: Russland griff Kiew mit fast 300 Flugkörpern an

Die ukrainischen Luftstreitkräfte teilten mit, dass Russland in der Nacht mit einer Rakete, sechs Marschflugkörpern und 290 Drohnen angegriffen habe.

Davon seien 284 Flugkörper abgewehrt worden. Es habe neun Einschläge an sieben Orten gegeben. An zehn Orten seien Trümmer abgestürzt. 

In Saporischschja wurde Gebietsgouverneur Iwan Fedorow zufolge ein Mensch durch einen russischen Drohnenangriff getötet. Zwei weitere seien verletzt worden. Behörden meldeten außerdem drei Verletzte nach einem russischen Angriff in Cherson.

29. Mai, 22.23 Uhr: Putin bringt erneut Schröder als EU-Unterhändler ins Spiel

Russlands Präsident Wladimir Putin hat seinen Vorschlag zur Benennung von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder als EU-Unterhändler im Ukraine-Krieg verteidigt.

"Als ich den Namen von Herrn Schröder genannt habe, hatte ich einen Menschen im Blick, dem man vertrauen kann", sagte er in der kasachischen Hauptstadt Astana. Dass er mit Schröder befreundet sei, sei dabei kein Minuspunkt. "Was ist daran schlecht?", fragte er. Schließlich gehe es um Vertrauen. Der ehemalige deutsche Kanzler vertrete schließlich trotzdem nationale Interessen.

Mit seinem Vorschlag an die EU, Ex-Kanzler Schröder als Unterhändler zu ernennen, hatte Putin vor knapp drei Wochen für Aufregung gesorgt. Nun liefert er die Begründung nach.  © Alexander Kazakov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

29. Mai, 20.32 Uhr: Putin - Vorwurf zu Drohnenvorfall in Rumänien nicht bewiesen

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den Vorwurf zurückgewiesen, russische Drohnen hätten Rumänien beschossen.

"Niemand kann sagen, woher der eine oder andere Flugapparat stammt, bevor keine Expertise vorgenommen wurde", sagte Putin vor russischen Journalisten in Kasachstans Hauptstadt Astana. Wahrscheinlich sei eher eine ukrainische Drohne vom Kurs abgekommen, behauptete er. In der Vergangenheit seien auch in Finnland, dem Baltikum und Polen verirrte ukrainische Drohnen heruntergekommen - und jedes Mal sei zunächst Russland beschuldigt worden. Moskau sei aber zur Aufklärung des Falls bereit, fügte Putin hinzu.

29. Mai, 16.42 Uhr: Selenskyj warnt vor neuem schweren russischen Angriff

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat vor einem neuen schweren russischen Angriff gewarnt.

Es gebe entsprechende Informationen über eine bevorstehende massive Attacke, schrieb er auf seinen Kanälen in den sozialen Netzwerken. Erst am Wochenende hatte das russische Militär die Ukraine und insbesondere deren Hauptstadt Kiew mit einem Großangriff überzogen und dabei auch die neue Mittelstreckenrakete Oreschnik eingesetzt. Moskau selbst hatte weitere Angriffe auf Kiew angekündigt.

Laut Selenskyj zeugt die Zerstörungstaktik Russlands davon, dass Moskau weiter rein auf eine militärische Lösung des Konflikts setzt. In dem Zusammenhang rief er westliche Partner einmal mehr zur Lieferung von Flugabwehrwaffen, speziell gegen ballistische Raketen, auf.

Vor einer Woche hat das russische Militär einen verheerenden Schlag gegen Kiew geführt. Der Ukraine zufolge steht eine Wiederholung dieses Szenarios bevor. (Archivbild)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

29. Mai, 16.40 Uhr: Kiews Gegenangriffe - Russland meldet Schäden durch Drohnen

In Russland haben nach den von der Ukraine angedrohten Drohnenangriffen am Morgen mehrere Regionen Brände, Schäden und einen Toten gemeldet.

In Wolschski im Gebiet Wolgograd starb ein 60 Jahre alter Mann in einer Kunststofffaserfabrik, wie Gouverneur Andrej Botscharow mitteilte. Eine 55 Jahre alte Frau sei mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht worden. 

Im Süden von Wolgograd (früher Stalingrad) kam es demnach auch zu einem Brand in einem nicht näher benannten Energieobjekt. Auch ein Wohnhaus sei in der Region beschädigt worden.

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