Ukraine-Krieg: Selenskyj wendet sich mit offenem Brief an Putin

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Ukraine - Die Ukraine und Moldau können nach einer zweijährigen Hängepartie auf den offiziellen Beginn der Verhandlungen über einen EU-Beitritt hoffen.

Wolodymyr Selenskyj (48) hofft auf ein diplomatisches Ende des Krieges.
Wolodymyr Selenskyj (48) hofft auf ein diplomatisches Ende des Krieges.  © Michael Kappeler/dpa

Wie die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft am Abend mitteilte, wurden die Vorbereitungen für die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts eingeleitet. Im Idealfall sollen die Gespräche bereits am 15. Juni am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg gestartet werden können.

Die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau waren eigentlich bereits im Juni 2024 eröffnet worden. Die Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts mit der Ukraine wurde dann allerdings von Ungarn mit einem Veto blockiert. Erst nach der Abwahl des langjährigen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban im April kam wieder Bewegung in den Prozess.

Der neue ungarische Ministerpräsident Peter Magyar meldete am Mittwochabend eine Einigung mit der Ukraine auf ein Abkommen zur Stärkung der Minderheitenrechte der ethnischen Ungarn im östlichen Nachbarland. Magyar hatte eine solche Einigung zur Bedingung dafür gemacht, den EU-Beitrittsgesprächen mit der Ukraine zuzustimmen.

Ukraine-Krieg: Angriff mit Oreschnik-Rakete - Zahl der Verletzten steigt immer weiter
Ukraine Ukraine-Krieg: Angriff mit Oreschnik-Rakete - Zahl der Verletzten steigt immer weiter

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

4. Juni, 21.50 Uhr: Warnung vor russischer Bedrohung laut Putin Unsinn

Kremlchef Wladimir Putin (73) hat die im Westen verbreiteten Warnungen vor einer russischen Gefahr und einem womöglich baldigen Angriff Moskaus auf ein Nato-Land mit Nachdruck als "Unsinn" zurückgewiesen.

"Aber meiner Meinung nach ist es nicht nur Unsinn – es ist eine bewusste Provokation", sagte Putin bei einem Treffen mit Vertretern großer internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur. Es werde gezielt eine Bedrohungslage heraufbeschworen, "die in Wirklichkeit gar nicht existiert", sagte der Präsident.

4. Juni, 21.27 Uhr: Selenskyj wendet sich mit offenem Brief an Putin

In einem offenen Brief wendet sich der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) überraschend an Kremlchef Wladimir Putin (73). Das Schriftstück ist auch auf X verlinkt.

"Haben Sie keine Angst, den Weg aus diesem Krieg einzuschlagen", schreibt Selenskyj darin und warnt gleichzeitig: "Wenn Russland müde wird, kommt der Wandel."

An anderer Stelle stichelt er: "Als Sie vor mehr als 26 Jahren in Russland an die Macht kamen, sahen viele Menschen in der Ukraine Sie positiv. So war es. Aber das ist nun Vergangenheit. Heute sieht die überwältigende Mehrheit der Ukrainer es positiv, dass unsere Langstreckendrohnen der Eröffnung Ihres Forums in St. Petersburg einen Besuch abgestattet haben."

4. Juni, 20.26 Uhr: Putin zeigt sich offen für Dialog mit Westen

Der russische Präsident Wladimir Putin (73) hat seine Bereitschaft zum Dialog auch mit Europa zur Beendigung seines Krieges gegen die Ukraine bekräftigt.

Als Vermittler kämen aber nur neutrale "Leute" infrage, "denen man vertrauen kann", sagte Putin bei einem Treffen mit Vertretern internationaler Nachrichtenagenturen, darunter die Deutsche Presse-Agentur, im Konstantin-Palast in St. Petersburg.

4. Juni, 20.07 Uhr: Putin zeigt sich weiter siegesgewiss

Kremlchef Wladimir Putin (73) beharrt auf seiner Forderung nach einer vollständigen russischen Kontrolle der Gebiete Donezk und Luhansk als Voraussetzung für einen Frieden in der Ukraine.

Die Forderung sei kein Widerspruch zu der postulierten Dialogbereitschaft, sagte Putin beim Treffen mit ausländischen Nachrichtenagenturen. Der russische Präsident wiederholte dabei alte Thesen: Russland greife auf ganzer Front an, sagte er. Der Ukraine wiederum fehlten Soldaten, weil die monatlichen Verluste und Desertationen bei weitem die Neurekrutierungen überstiegen.

Das Defizit bezifferte er auf insgesamt 30.000 Mann pro Monat. Die Zahl von 15.000 laut Putin in die ukrainische Armee gepressten Rekruten steht dabei im Widerspruch zu den offiziellen Angaben aus Kiew. Danach werden mehr als 30.000 pro Monat neu gewonnen.

Kremlchef Wladimir Putin (73) weicht nicht von seinen Forderungen ab.
Kremlchef Wladimir Putin (73) weicht nicht von seinen Forderungen ab.  © Ramil Sitdikov/Pool Sputnik Kremlin/AP/dpa

4. Juni, 18.35 Uhr: Tote nach russischem Angriff im Gebiet Sumy

Bei einem russischen Angriff auf das grenznahe nordostukrainische Gebiet Sumy sind mindestens zwei Menschen getötet worden.

Vier verletzte Frauen seien in Krankenhäuser gebracht worden, teilte Militärgouverneur Oleh Hryhorow bei Telegram mit. Zu den näheren Umständen der Attacke machte er keine Angaben. Die betroffene Siedlung Jampil ist nur etwa 20 Kilometer von der russischen Grenze entfernt.

4. Juni, 17.30 Uhr: Angriff auf russisches Patrouillenschiff vor der Krim

Die ukrainischen Drohnentruppen haben nach eigenen Angaben ein Schiff der russischen Küstenwache vor der annektierten Schwarzmeerhalbinsel Krim beschädigt. "Ein Patrouillenschiff der „Swetljak“-Klasse wurde gejagt", teilte der Chef der Einheit, Robert Browdi, bei Facebook mit. Dazu veröffentlichte er ein Video eines nächtlichen Drohnenflugs, das kurz vor dem mutmaßlichen Einschlag auf dem Schiff endet.

Von russischer Seite wurde der Angriff nicht bestätigt. Das russische Militär informierte jedoch über ukrainische Drohnenflüge über der Krim und dem Schwarzen Meer, die demnach abgewehrt wurden.

4. Juni, 14.49 Uhr: Russland räumt Rückgang bei Ölförderung ein

Nach ukrainischen Drohnenangriffen auf Anlagen der russischen Ölindustrie hat Moskaus Regierung einen Rückgang der vereinbarten Ölfördermengen eingeräumt.

"Jetzt ist die Förderung tatsächlich etwas niedriger als zu Beginn des Jahres", sagte der russische Vizeregierungschef Alexander Nowak beim St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforum (SPIEF). "Das rührt daher, dass bei uns einige Ölförderbetriebe unplanmäßige Reparaturen durchlaufen", erklärte er. Den Grund für diese Reparaturen nannte er aber nicht.

Die Ukraine fügt der Energiegroßmacht immer wieder folgenreiche Schläge mit Drohnen zu. Ziel Kiews ist es, Moskaus Einnahmen aus dem Ölexport zu dezimieren und damit wiederum der Finanzierung der russischen Kriegswirtschaft zu schaden.

Unternehmer begutachten gepanzerte Fahrzeuge beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Zuvor waren in der nähe ukrainische Drohnen eingeschlagen.
Unternehmer begutachten gepanzerte Fahrzeuge beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg. Zuvor waren in der nähe ukrainische Drohnen eingeschlagen.  © Andre Ballin/dpa

4. Juni, 9.06 Uhr: Tote und Verletzte nach ukrainischen Drohnenangriffen

Bei einem neuen ukrainischen Drohnenangriff auf die von Russland annektierte Halbinsel Krim im Schwarzen Meer sind nach Angaben der Behörden mindestens vier Menschen getötet worden.

Neun weitere Menschen seien bei den Attacken verletzt worden. Der von Moskau eingesetzte Chef der Halbinsel, Sergej Aksjonow, teilte bei Telegram mit, dass in der Krim-Hauptstadt drei Menschen getötet und sieben verletzt worden seien. Details nannte er nicht. Später meldete er noch einen Toten und zwei Verletzte nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Nahverkehrszug.

Die ukrainischen Drohnenstreitkräfte nehmen erneut ihre von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim unter Beschuss. (Archivbild)
Die ukrainischen Drohnenstreitkräfte nehmen erneut ihre von Russland annektierte Schwarzmeer-Halbinsel Krim unter Beschuss. (Archivbild)  © Ulf Mauder/dpa

4. Juni, 6.14 Uhr: McAllister drängt Ukraine zu Unterstützung von Merz-Vorstoß

Der führende deutsche Außenpolitiker im EU-Parlament, David McAllister (CDU), hat den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) eindringlich zum Eingehen auf die Berliner Vorschläge zum EU-Aufnahmeprozess aufgerufen.

Der Vorstoß von Bundeskanzler Friedrich Merz für eine assoziierte Mitgliedschaft der Ukraine in der EU sei eine Chance, die die Ukraine ergreifen sollte, sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses des Europäischen Parlaments der Deutschen Presse-Agentur und anderen Mitgliedern des Nachrichtenagentur-Netzwerks European Newsroom (enr).

4. Juni, 6.11 Uhr: EU bereitet Beitrittsgespräche mit Ukraine und Moldau vor

Die Ukraine und Moldau können nach einer zweijährigen Hängepartie auf den offiziellen Beginn der Verhandlungen über einen EU-Beitritt hoffen.

Wie die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft am Abend mitteilte, wurden die Vorbereitungen für die formelle Eröffnung des ersten Verhandlungsabschnitts eingeleitet. Im Idealfall sollen die Gespräche bereits am 15. Juni am Rande eines EU-Ministertreffens in Luxemburg gestartet werden können.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, Mitte), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, r.) und EU-Ratspräsident António Costa (64).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, Mitte), EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (67, r.) und EU-Ratspräsident António Costa (64).  © Ansgar Haase/dpa

3. Juni, 20.32 Uhr: Selenskyj sieht sich wegen Iran-Krieg in der Warteschlange

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern nach Kiew bedauert.

"Leider stehen wir heute nicht im Mittelpunkt", sagte der Staatschef bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59).

Für die USA sei der Ende Februar gestartete Iran-Krieg das Thema Nummer eins und die Ukraine komme erst danach. "Bedauerlicherweise stehen wir in der Warteschlange dieser Kriege", stellte er fest. Dennoch sei er weiter der Meinung, dass die USA die stärkste Kraft seien, um Russland zu einem Ende des Krieges gegen die Ukraine zu bewegen.

Wolodymyr Selenskyj (48) hat seine Enttäuschung über das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern kundgetan.
Wolodymyr Selenskyj (48) hat seine Enttäuschung über das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern kundgetan.  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

3. Juni, 20.10 Uhr: Putin trifft internationale Journalisten bei Wirtschaftsforum

Inmitten seines Angriffskriegs gegen die Ukraine will Kremlchef Wladimir Putin (73) am Donnerstag Fragen westlicher Journalisten in St. Petersburg beantworten.

Er trifft am zweiten Tag des Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF) in der Millionenmetropole Vertreter internationaler Nachrichtenagenturen, um über aktuelle Aspekte der Innen- und Außenpolitik Russlands und internationale Ereignisse zu sprechen, sagte Putins außenpolitischer Berater Juri Uschakow (79). Die Veranstaltung findet ihm zufolge zum zehnten Mal statt, in der Vergangenheit dauerte sie meist mehrere Stunden.

Russland nutzt das Wirtschaftsforum, um sich der Welt zu präsentieren und will dabei trotz eines Wachstumseinbruchs seine ökonomische Kraft nach mehr als vier Jahren seines Angriffskriegs gegen die Ukraine und westlichen Sanktionen nach außen demonstrieren. Zum Beginn des Forums machte ein ukrainischer Drohnenangriff den Plänen aber einen Strich durch die Rechnung.

Kremlchef Wladimir Putin (73) empfängt am Donnerstag westliche Journalisten beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg. (Archivbild)
Kremlchef Wladimir Putin (73) empfängt am Donnerstag westliche Journalisten beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg. (Archivbild)  © Vyacheslav Prokofyev/Kremlin Poo/Planet Pix via ZUMA Press Wire/dpa

3. Juni, 16.01 Uhr: Putin-Vertrauter spricht mit AfD-Politiker über Nord Stream

Der Сhef des russischen Gaskonzerns Gazprom und langjährige Vertraute von Kremlchef Wladimir Putin (73), Alexej Miller (64), hat den außenpolitischen Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion, Markus Frohnmaier (35), beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg empfangen.

Frohnmaier sagte der Deutschen Presse-Agentur, im Mittelpunkt des ausführlichen Gesprächs mit Miller in der Gazprom-Zentrale hätten die Möglichkeit einer Wiederinbetriebnahme der Nord-Stream-Pipelines und die Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen gestanden.

Nach dem Beginn des Ukraine-Konfliktes hat Russland die Gaslieferungen nach Deutschland zunächst gedrosselt und anschließend komplett eingestellt. Wenige Wochen später wurden drei von vier Strängen der Nord-Stream-Pipeline gesprengt. (Archivbild)
Nach dem Beginn des Ukraine-Konfliktes hat Russland die Gaslieferungen nach Deutschland zunächst gedrosselt und anschließend komplett eingestellt. Wenige Wochen später wurden drei von vier Strängen der Nord-Stream-Pipeline gesprengt. (Archivbild)  © -/Danish Defence Command/dpa

3. Juni, 15.32 Uhr: Auswärtiges Amt riet AfD von Russland-Reise ab

Das Auswärtige Amt hat nach eigenen Angaben der AfD von der Teilnahme am Wirtschaftsforum in St. Petersburg abgeraten.

Ein Sprecher sagte in Berlin, seit Beginn des russischen Angriffskrieges, der von schlimmsten Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung geprägt sei, verfolgten Bundesregierung und EU die grundsätzliche Linie, Kontakte mit russischen Regierungsvertretern auf ein Minimum zu beschränken.

"Vor diesem Hintergrund dann den Eindruck einer Normalität in unserem Verhältnis zu erwecken, beispielsweise durch die Teilnahme an staatlich organisierten Propagandaveranstaltungen, läuft den außen- und sicherheitspolitischen Grundsätzen der Bundesregierung zuwider", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts.
"Vor diesem Hintergrund dann den Eindruck einer Normalität in unserem Verhältnis zu erwecken, beispielsweise durch die Teilnahme an staatlich organisierten Propagandaveranstaltungen, läuft den außen- und sicherheitspolitischen Grundsätzen der Bundesregierung zuwider", sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts.  © Demy Becker/dpa

3. Juni, 14.54 Uhr: Union kritisiert AfD und Firmen für Teilnahme an Putin-Forum

Die Teilnahme von AfD-Politikern und deutschen Unternehmern an einem großen Wirtschaftsforum von Kremlchef Wladimir Putin (73) in St. Petersburg stößt bei der Union auf Kritik.

"Putin steht ein Stück weit mit dem Rücken an der Wand, und wenn er jetzt diese Propaganda-Auffrischung dadurch bekommt, dass Wirtschaftsvertreter und Politiker der AfD ihm zu Kreuze kriechen in St. Petersburg, dann ist das kontraproduktiv", sagte der außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt (63), im ARD-"Morgenmagazin".

Bei dem von heute bis Samstag laufenden Wirtschaftsforum ist Putin Gastgeber. Erstmals seit Jahren sind nun auch deutsche Unternehmer wieder offiziell dabei. Eingeladen sind zudem mehrere Politiker der AfD, unter anderem der Bundestagsabgeordnete und baden-württembergische Landesvorsitzende, Markus Frohnmaier (35).

Jürgen Hardt (63), der außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion kritisiert das Auftreten der AfD bei dem laufenden Wirtschaftsforum in St. Petersburg.
Jürgen Hardt (63), der außenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion kritisiert das Auftreten der AfD bei dem laufenden Wirtschaftsforum in St. Petersburg.  © Elisa Schu/dpa

3. Juni, 13.49 Uhr: Sprengstoff-Drohne vor Ferieninsel entdeckt - Athen legt Protest in Kiew ein

Die griechische Regierung hat bei der Ukraine wegen eines Vorfalls mit einem unbemannten Seefahrzeug im Ionischen Meer offiziell Protest eingelegt.

Auslöser ist ein Vorfall vor der Ferieninsel Lefkada, bei dem Fischer ein etwa sechs Meter langes unbemanntes Boot mit laufendem Motor entdeckten und später in Richtung eines kleinen Hafens schleppten. Die griechischen Behörden stellten anschließend fest, dass es sich um ein Fahrzeug ukrainischer Bauart handelte, das mit rund 100 Kilogramm Sprengstoff beladen war. Der Sprengsatz wurde von der Küstenwache in einer kontrollierten Explosion unschädlich gemacht.

Nach Angaben aus griechischen Sicherheitskreisen prüfen die Behörden zudem einen möglichen Zusammenhang mit dem Einsatz solcher Seedrohnen gegen Schiffe der sogenannten russischen Schattenflotte, die trotz Sanktionen für den Transport von Erdöl genutzt werden.

3. Juni, 13.38 Uhr: Bundesregierung sieht "Fenster für Gespräche" mit Russland

Trotz zunehmender Kampfhandlungen im Ukraine-Krieg geht man in der Bundesregierung davon aus, dass es in den nächsten Monaten zu Gesprächen mit Russland über ein Ende des Krieges kommen kann.

"Langsam öffnet sich ein Fenster für Gespräche der europäischen Seite mit Russland", heißt es aus Regierungskreisen. "Die harten Kämpfe der letzten Tage zeigen aber, es dürfte nicht Wochen, sondern Monate dauern."

Wer die Gespräche für die Europäer führen könne, werde derzeit auf europäischer Seite diskutiert. Es müsse sich um ein möglichst handlungsfähiges Format handeln, das von den Europäern als möglichst legitim angesehen werde.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48, l.), Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU, M.) und Keir Starmer (63), Premierminister von Großbritannien.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron (48, l.), Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU, M.) und Keir Starmer (63), Premierminister von Großbritannien.  © Kay Nietfeld/dpa

3. Juni, 13.17 Uhr: Nach Angriff auf Petersburg: Kreml sieht Kriegskurs bestätigt

Der Kreml nutzt den ukrainischen Drohnenangriff auf St. Petersburg vor einem internationalen Wirtschaftsforum in der Ostseemetropole zur Begründung für die Fortsetzung des Kriegs in der Ukraine.

"Allgemein kann ich sagen, dass wir die militärische Spezialoperation auch deswegen fortführen, damit es solche Schläge nicht gibt", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

Ein direkter Vergeltungsschlag läge aber im Verantwortungsbereich des Verteidigungsministeriums, wich er dabei der Frage nach einer Reaktion auf die Angriffe aus.

Rauch steigt auf im Hafen von St. Petersburg.
Rauch steigt auf im Hafen von St. Petersburg.  © Ulf Mauder/dpa

3. Juni, 11.37 Uhr: Drohnen überschatten Start von Petersburger Wirtschaftsforum

Die Ukraine hat direkt vor Beginn eines wichtigen internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg die Millionenstadt an der Ostsee massiv mit Drohnen attackiert. Eingeschlagen seien sie im Ölterminal des Petersburger Hafens, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach den Attacken mit.

"Auch rein militärische Ziele im Stützpunkt Kronstadt wurden getroffen". Kronstadt, eine St. Petersburg vorgelagerte Insel, ist ein wichtiger Militärstandort und dient der russischen Ostseeflotte als Basis.

Selenskyj bezeichnete die Einschläge als "gutes Resultat". Die Ziele lägen fast 1100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er. Laut dem Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, haben die Drohnen dabei auch die Korvette "Bojki" der russischen Kriegsflotte in Brand gesetzt.

In St. Petersburg startet heute das Internationale Wirtschaftsforum SPIEF.

Auf dem Wirtschaftsforum betrachten Unternehmer gepanzerte Fahrzeuge.
Auf dem Wirtschaftsforum betrachten Unternehmer gepanzerte Fahrzeuge.  © Andre Ballin/dpa

3. Juni, 10.53 Uhr: Nato-Generalsekretär Rutte zu Besuch in Kiew

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (59) ist zu einem Besuch in der von Russland angegriffenen Ukraine eingetroffen.

Auf Bildern ukrainischer Medien ist zu sehen, wie Rutte am Bahnhof in der Hauptstadt Kiew aus einem Nachtzug steigt. Zum genauen Programm des Besuchs wollte sich die Sprecherin aus Sicherheitsgründen nicht äußern. Rutte war in der Vergangenheit bereits öfter zu Gast in Kiew, um dort Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) und andere Politiker zu treffen.

Die Nato unterstützt die Ukraine derzeit unter anderem über das sogenannte Purl-Programm. Die Initiative sieht vor, dass in den USA hergestellte Munition und Waffen an die europäischen Verbündeten und Kanada verkauft werden – und diese sie dann der Ukraine zur Verfügung stellen.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (r., 59) ist regelmäßig zu Gast im Büro des ukrainischen Staatsoberhauptes Wolodymyr Selenskyj (l., 48). (Archivbild)
Nato-Generalsekretär Mark Rutte (r., 59) ist regelmäßig zu Gast im Büro des ukrainischen Staatsoberhauptes Wolodymyr Selenskyj (l., 48). (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office/AP/dpa

3. Juni, 9.50 Uhr: Selenskyj lobt Drohnentruppen nach Attacke auf St. Petersburg

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die ukrainischen Drohnenangriffe auf den Hafen der Millionenstadt St. Petersburg bestätigt. Die Einschläge bezeichnete er als "gutes Resultat" der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste.

Getroffen worden sei neben dem Ölterminal auch ein rein militärisches Ziel im Stadtbezirk Kronstadt, wo die russische Kriegsflotte ihren Stützpunkt in der Ostsee hat. Die Ziele lägen fast 1.100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er. In St. Petersburg startet am Mittwoch das Internationale Wirtschaftsforum SPIEF. Kremlchef Wladimir Putin (73) ist Gastgeber bei dem glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierten Forum. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten.

Aus Deutschland besuchen daneben Politiker der AfD das Forum. In weiten Teilen der Millionenstadt an der Newa waren nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden zu sehen. "Ein weiteres Ziel war ein Unternehmen in der Region Tambow, das an der Produktion russischer Rüstungsgüter beteiligt ist", schrieb Selenskyj. Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Fabrik, die auch Raketentechnik produziert.

Noch immer erinnert dunkler Rauch am Himmel an die vergangenen Dronen-Attacken auf die Hafenstadt St. Petersburg ,in der Millionen Menschen leben.
Noch immer erinnert dunkler Rauch am Himmel an die vergangenen Dronen-Attacken auf die Hafenstadt St. Petersburg ,in der Millionen Menschen leben.  © Ulf Mauder/dpa

3. Juni, 8.52 Uhr: Drohnenangriffe auf St. Petersburg treffen Ölraffinerie

Vor Beginn des St. Petersburger Internationalen Wirtschaftsforums (SPIEF) haben die Behörden am Morgen vor Drohnenangriffen gewarnt. "Achtung! Es besteht Drohnengefahr auf dem Gebiet von St. Petersburg, möglich sind Störungen des mobilen Internets", hieß es in der versandten SMS.

In St. Petersburg selbst soll eine Ölraffinerie in Brand geraten sein. Offiziell bestätigt ist das nicht. In sozialen Netzwerken kursierten Aufnahmen von einer schwarzen Rauchwolke. Es gebe einige Verletzte, teilte der St. Petersburger Gouverneur Alexander Beglow mit. Konkrete Angaben zu den Schäden machte er nicht.

Der Alarm überschattet das in der Regel glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierte Forum, das bis Samstag dauert. Kremlchef Wladimir Putin ist in seiner Heimatstadt selbst Gastgeber. Erwartet werden auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten, darunter aus Deutschland.

Auch in der ukrainischen Hautpstadt Kiev schlugen in den vergangenen Stunden russische Dronen ein.
Auch in der ukrainischen Hautpstadt Kiev schlugen in den vergangenen Stunden russische Dronen ein.  © EUGENE KOTENKO / AFP

3. Juni, 7 Uhr: Sieben Tote bei ukrainischem Angriff auf Bus zwischen Moskau und der Krim

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf einen Bus sind in der von Russland besetzten Region Donezk nach Angaben der von Moskau eingesetzten Behörden sieben Menschen getötet worden.

Der Bus sei auf der Strecke zwischen der russischen Hauptstadt Moskau und der von Russland annektierten Halbinsel Krim unterwegs gewesen, teilten die Regionalbehörden am Mittwoch mit. Mindestens elf Menschen seien verletzt worden.

Ein ukrainischer Drohnenangriff auf einen Bus soll in der von Russland besetzten Region Donezk sieben Menschen das Leben gekostet haben.(Symbolbild)
Ein ukrainischer Drohnenangriff auf einen Bus soll in der von Russland besetzten Region Donezk sieben Menschen das Leben gekostet haben.(Symbolbild)  © Evgeniy Maloletka/AP/dpa

2. Juni, 22.11 Uhr: Selenskyj warnt vor neuem massiven russischen Angriff

Nach einem schweren russischen Angriff mit vielen Toten und Verletzten in der Nacht zu Dienstag warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) erneut vor einer großen Attacke.

Noch in dieser Nacht könne es zu einem massiven Angriff kommen, sagte er unter Berufung auf Geheimdienstinformationen in seiner abendlichen Videobotschaft. Erst in der Nacht auf Dienstag hatte Russland die Ukraine erneut mit schweren Luftangriffen überzogen. Selenskyj sprach von 22 Toten und 130 Verletzten.

Selenskyj sagte weiter, Russland stufe ukrainische Unternehmen, die Fortschritte bei der Entwicklung und Produktion von Raketen machten, als vorrangige Ziele ein. Die Ukraine werde darauf reagieren.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat Geheimdienstinformationen erhalten, die auf einen erneuten massiven russischen Angriff in der Nacht zu Mittwoch hindeuten.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat Geheimdienstinformationen erhalten, die auf einen erneuten massiven russischen Angriff in der Nacht zu Mittwoch hindeuten.  © Ludovic Marin/POOL AFP/dpa

2. Juni, 21.07 Uhr: Opferzahlen steigen nach russischem Angriff weiter

Die Zahl der zivilen Todesopfer in der Ukraine nach dem verheerenden russischen Angriff in der Nacht ist nach Behördenangaben auf mehr als 20 gestiegen.

In der Millionenstadt Dnipro seien die Such- und Rettungsarbeiten abgeschlossen, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Allein in Dnipro sind demnach 16 Tote zu beklagen, darunter vier Kinder. 42 Menschen wurden dort verletzt. Mindestens drei Kinder seien getötet worden.

Auch in der Hauptstadt Kiew steigt die Zahl der Toten. "Ein Verletzter ist im Krankenhaus gestorben", teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (54) mit. Später bezifferte er die Anzahl der Opfer in Kiew auf 6 Tote und 66 Verletzte.

Mit Drohnen, Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und auch Hyperschallwaffen ist die Ukraine – wie hier Kiew – durch Russland attackiert worden.
Mit Drohnen, Marschflugkörpern, ballistischen Raketen und auch Hyperschallwaffen ist die Ukraine – wie hier Kiew – durch Russland attackiert worden.  © Patryk Jaracz/SOPA Images via ZUMA Press Wire/dpa

2. Juni, 6.07 Uhr: Massive russische Luftangriffe auf Kiew - Tote und Verletzte

Russland hat die ukrainische Hauptstadt Kiew und andere Landesteile erneut massiv mit Raketen und Drohnen angegriffen.

Dabei gab es Behördenangaben zufolge landesweit insgesamt neun Tote und beinahe 100 Verletzte.

Im Zentrum von Kiew waren in der Nacht heftige Explosionen zu hören. Dabei wurden in der Dreimillionenstadt mindestens vier Menschen getötet und 58 weitere verletzt, wie Militärverwalter Tymur Tkatschenko auf der Plattform Telegram schrieb.

Feuerwehrleute arbeiten an einem brennenden Gebäude nach einem russischen Raketenangriff.
Feuerwehrleute arbeiten an einem brennenden Gebäude nach einem russischen Raketenangriff.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

1. Juni, 22.11 Uhr: "Operation Spinnennetz" trifft Russland laut Selenskyj schwer

Die Ukraine hat Russland mit der vor einem Jahr begonnenen "Operation Pawutina (Spinnennetz)" nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj schwer in Bedrängnis gebracht.

"Diese Operation hat vieles verändert", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Zu dieser Operation gehörten neben dem Einsatz neuer, weitreichender Drohnen gegen die russische Erdöl- und Militärindustrie auch gezielte und koordinierte Kommandoeinsätze hinter den feindlichen Linien. Weitere Details wollte Selenskyj nicht verraten.

Vor allem werde das russische Militär durch sogenannte asymmetrische Kriegsführung getroffen. "Unsere Soldaten sind nun in der Lage, die russische Militärlogistik praktisch bis in die gesamte Tiefe des vorübergehend besetzten Gebiets zu treffen", sagte Selenskyj. "Für den Besatzer gibt es im Süden und Osten unseres Landes praktisch keine sicheren Straßen mehr." Das Ergebnis seien Versorgungsengpässe in den besetzten Gebieten im Osten der Ukraine sowie auf der Halbinsel Krim.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).  © Kay Nietfeld/dpa

1. Juni, 19.07 Uhr: Selenskyj spricht von stabilen Fronten

Die Lage an den Fronten der Ukraine ist nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj stabil. Einen entsprechenden Rapport habe er von Oberkommandeur Olexander Syrskyj bei einer Stabssitzung entgegengenommen, schrieb Selenskyj auf Facebook.

"Die ukrainischen Positionen sind stark, und das ist ein Ergebnis, das unser Staat dringend benötigt", betonte er. Dies werde auf jeden Fall die diplomatischen Bemühungen Kiews um eine friedliche Lösung unterstützen.

Auch der ukrainische Militärblog DeepState, der die Lage an den Fronten akribisch dokumentiert, sah eine weitgehend gefestigte Linie. Den russischen Truppen sei es im Mai lediglich gelungen, 14 Quadratkilometer ukrainisches Territorium zu besetzen - die niedrigste Zahl in den vergangenen drei Jahren. "Der Krieg tritt in eine neue Phase ein, und für den ukrainischen Staat ist es wichtig, die Initiative nicht aus der Hand zu geben", schrieben die Analysten auf Telegram.

Titelfoto: Gavriil Grigorov/Pool Sputnik Kremlin via AP/Stephanie Lecocq/Pool Reuters/dpa/dpa

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