Ukraine-Krieg: Russland will weiter ohne Europäer um Frieden verhandeln

Ukraine - Zum Ende des vierten Kriegsjahres erlebt die Ukraine ihren schlimmsten Winter. Zweistellige Minusgrade, Schnee und Glatteis machen den Menschen über Wochen den ohnehin schwierigen Alltag zusätzlich zur Hölle.

Im Stadtteil Trojeschtschyna wärmen sich Menschen in der Winterkälte in einem vom staatlichen Zivilschutzdienst bereitgestellten Zelt auf.
Im Stadtteil Trojeschtschyna wärmen sich Menschen in der Winterkälte in einem vom staatlichen Zivilschutzdienst bereitgestellten Zelt auf.  © Andreas Stein/dpa

Zudem machen ihnen wie auch in anderen Jahreszeiten ständige Luftalarme und die Gefahren durch russische Raketen- und Drohnenangriffe zu schaffen.

"Die Heizung ist kalt, weil das Heizkraftwerk fast nicht arbeitet. Wie viele Male ist da schon etwas reingeflogen? Sieben, vielleicht schon acht Mal", erzählt der 64 Jahre alte Mykola im Stadtteil Beresnjaky. Er meint das Heizkraftwerk Nummer fünf, das am westlichen Ufer des Dnipro liegt - der Fluss teilt Kiew.

Das russische Militär greift gezielt immer wieder die Heizkraftwerke der Millionenstadt an - und nutzt die Kälte als Waffe. Zu den Stromausfällen, die es seit dem Herbst 2022 gibt, kommen bei starkem Frost auch noch Ausfälle der Fernheizungen hinzu.

Ukraine-Gipfel in Berlin geht weiter - und damit auch das Verkehrs-Chaos
Ukraine Ukraine-Gipfel in Berlin geht weiter - und damit auch das Verkehrs-Chaos

Für mehr als 1000 Wohnblöcke im Ostteil der Stadt gibt es nach verheerenden Zerstörungen durch ballistische Raketen im Heizkraftwerk im Stadtbezirk Darnyjza kaum Aussicht auf eine Reparatur. Die Hauptstadt des kriegsversehrten Landes steht nach den Worten von Bürgermeister Vitali Klitschko am Rande einer humanitären Katastrophe.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

19. Februar, 19.33 Uhr: Russland will weiter ohne Europäer um Frieden verhandeln

Russland lehnt auch künftig eine von der Ukraine gewünschte Beteiligung der Europäer an den Friedensverhandlungen ab.

Russland sehe keinen Sinn in einer Teilnahme von Vertretern Europas an den Gesprächen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Nachrichtenagentur Interfax zufolge.

Bei den Gesprächen von Ukrainern, Russen und US-Vermittlern in Genf am Dienstag und Mittwoch waren im Hintergrund auch mehrere ranghohe europäische Beamte anwesend, darunter aus Deutschland, Großbritannien und Frankreich.

Russland sieht keinen Sinn in einer Teilnahme von Vertretern Europas an den Gesprächen. (Archivbild)
Russland sieht keinen Sinn in einer Teilnahme von Vertretern Europas an den Gesprächen. (Archivbild)  © Ulf Mauder/dpa

19. Februar, 11.09 Uhr: Selenskyj erwartet nächste Ukraine-Gespräche in der Schweiz

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erwartet eine Fortsetzung der Verhandlungen mit Russland über eine Beendigung des Kriegs erneut in der Schweiz.

Weil der Krieg in Europa tobe, müssten auch die Gespräche hier laufen, sagte Selenskyj in einem Interview mit dem britischen Journalisten Piers Morgan. "Ich möchte unterstreichen, dass das nächste Treffen ebenfalls in der Schweiz stattfindet", sagte Selenskyj nach den zweitägigen Verhandlungen am Dienstag und Mittwoch in Genf.

Russland hat bisher weder einen Ort noch einen Termin bestätigt. Selenskyj hatte die Ergebnisse der trilateralen Gespräche in Genf unter Vermittlung der USA als unzureichend kritisiert und eine Fortsetzung noch im Februar gefordert.

19. Februar, 6.11 Uhr: Eingefrorene Wasserrohre, Biotoiletten und hilflose Behörden

Am südlichen Stadtrand im Stadtteil Teremky ist nach dem Ausfall der Heizungen der Notfall eingetreten.

"Bei uns sind die Wasserrohre eingefroren", erzählt ein Mann, der Mykola heißt. Er trinkt Tee in einem Aufwärmzelt und wartet auf die Essensausgabe. "Das Haus hat Betonwände, und alles ist ausgekühlt. In der Verwaltung hat man uns gesagt, dass sie keine Leute für die Reparatur haben", sagt er.

Neben dem Zelt gibt es eine Biotoilette. Passanten erzählen, dass das viel besser sei als im Sommer, wenn sie für die Notdurft in den Park gegangen seien. Brauchwasser holen die Anwohner aus Brunnen, wie es sie in den meisten Stadtteilen gibt, und tragen es selbst in ihre Wohnungen hoch.

In diesem einfachen Zelt des staatlichen Zivilschutzes können sich Menschen im Stadtteil Teremky aufwärmen und einmal am Tag gibt es eine warme Mahlzeit.
In diesem einfachen Zelt des staatlichen Zivilschutzes können sich Menschen im Stadtteil Teremky aufwärmen und einmal am Tag gibt es eine warme Mahlzeit.  © Andreas Stein/dpa

19. Februar, 6.07 Uhr: Zum Aufwärmen und für eine warme Mahlzeit ins Wärmezelt

Trojeschtschyna ist einer der ärmsten Stadtteile im Nordosten von Kiew ohne U-Bahnanbindung. Es herrscht wieder Luftalarm.

Vor einem Wärmezelt des staatlichen Zivilschutzdienstes stehen knapp zwei Dutzend vor allem ältere Menschen. Sie tragen in die Jahre gekommene Winterkleidung und warten im Schnee auf die Entwarnungsmeldung. Während des Alarms dürfen sie sich nicht im Zelt aufhalten. Auf einem Lastwagen ist ein riesiger Generator montiert. Ratternd liefert er Strom für die Zelte und deren Heizlüfter.

Wolodymyr kommt täglich zum Aufwärmen. Auch die zwei warmen Mahlzeiten, die eine Hilfsorganisation ausgibt, schätzt er. "In der Hütte ist es unangenehm zu sitzen", sagt der Alleinstehende. Die Heizung ist kalt, Strom gebe es mal für drei Stunden, mal für vier Stunden am Tag. Er habe einen Ölradiator, um wenigstens ein bisschen Wärme zu haben.

Der Rentner lebt von umgerechnet 100 Euro im Monat. "Für Essen reicht es, doch für die Medikamente nicht", erzählt er. Um Medikamente zu bezahlen, sammelt und verkauft er trotz zweier Schlaganfälle für ein paar Euro Altpapier.

Der Rentner Wolodymyr (76) erzählt vor einem Wärmezelt, wie er ohne Heizung und mit ständigen Stromausfällen bei zweistelligen Minusgraden lebt.
Der Rentner Wolodymyr (76) erzählt vor einem Wärmezelt, wie er ohne Heizung und mit ständigen Stromausfällen bei zweistelligen Minusgraden lebt.  © Andreas Stein/dpa

18. Februar, 19.35 Uhr: EU will Grenzregionen nahe Russland besser helfen

Um die östlichen EU-Regionen an den Grenzen zu Russland, Belarus und der Ukraine stärker zu unterstützen, sollen sie nach Willen der EU-Kommission einfacheren Zugang zu Geld bekommen.

Außerdem soll in den entsprechenden Regionen in neun EU-Mitgliedsstaaten gegen Abwanderung und Arbeitskräftemangel vorgegangen werden. Das geht aus einer in Brüssel vorgestellten Strategie der Behörde hervor.

Die Stärkung von Wohlstand und Widerstandsfähigkeit dieser Regionen sei nicht nur ein Ausdruck der EU-Solidarität nach dem russischen Angriff auf die Ukraine, "sondern auch eine strategische Investition in Europas Sicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und künftige Stabilität", hieß es.

Die Grenzregionen der EU zu Russland, Belarus und der Ukraine sollen besser unterstützt werden. (Archivbild)
Die Grenzregionen der EU zu Russland, Belarus und der Ukraine sollen besser unterstützt werden. (Archivbild)  © Alexander Welscher/dpa

18. Februar, 17.10 Uhr: Russen und Ukrainer sprachen vor Abflug erneut bilateral

Nach Abschluss der offiziellen Verhandlungen in Genf über ein Ende des russischen Angriffskriegs in der Ukraine haben Vertreter beider Kriegsparteien noch einmal direkt miteinander gesprochen.

Er habe sich vor dem Abflug noch einmal hinter verschlossenen Türen mit der ukrainischen Delegation getroffen, bestätigte der russische Delegationsleiter Wladimir Medinski (55). Zum Inhalt der Gespräche machte er keine Angaben.

Laut dem russischen Politologen Sergej Markow (67) dauerte dieses "seltsame zusätzliche Treffen" eineinhalb Stunden - und damit fast so lange wie der knapp zweistündige offizielle Teil zuvor, den die USA als Vermittler begleitet hatten. An dem Gespräch nahm unter anderem der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow (43) teil.

18. Februar, 14.30 Uhr: Rasches Ende der Ukraine-Gespräche in Genf

Die zweitägigen Genfer Verhandlungen Russlands und der Ukraine über ein Ende des seit fast vier Jahren dauernden Krieges sind ohne greifbares Ergebnis beendet worden.

Nach knapp zweistündigen Gesprächen verließ die russische Delegation am Mittwoch den Ort des Treffens, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass meldete.

Ergebnisse der Gesprächsrunde unter Vermittlung der USA wurden nicht mitgeteilt. Der Moskauer Delegationsleiter Wladimir Medinski kündigte ein weiteres Treffen in naher Zukunft an.

"Die Gespräche dauerten zwei Tage, gestern sehr lange in verschiedenen Formaten, heute noch einmal zwei Stunden. Sie waren schwierig, aber sachlich", sagte der Ex-Kulturminister und derzeitige Berater von Kremlchef Wladimir Putin Tass zufolge.

Ein weitere Tag in Genf geht dem Ende zu - und noch immer gibt es keine Fortschritte.
Ein weitere Tag in Genf geht dem Ende zu - und noch immer gibt es keine Fortschritte.  © Ma Ruxuan/XinHua/dpa

18. Februar, 10.04 Uhr: Vier Jahre nach der Eskalation - "740.000 Kinder in der Ukraine kennen nichts anderes als Krieg"

"Ohne Wärme, ohne Strom, ohne Pause vom Krieg - die Menschen sind am Limit. Fast 11 Millionen Ukrainer benötigen humanitäre Hilfe", berichtet Oleksandr Novykov, Landesdirektor der internationalen Hilfsorganisation Help.

"Gerade die Kleinsten leiden am schwersten: Rund 740.000 Kinder, die in den vergangenen vier Jahren geboren wurden, kennen nichts anderes als Krieg.

Viele von ihnen mussten ihr Zuhause und ihr soziales Umfeld zurücklassen, leben in ständiger Angst und sind traumatisiert."

Seit Kriegsbeginn hat Help mehr als 5,5 Millionen Menschen in der Ukraine mit Hilfsmaßnahmen unterstützt. (Symbolfot)
Seit Kriegsbeginn hat Help mehr als 5,5 Millionen Menschen in der Ukraine mit Hilfsmaßnahmen unterstützt. (Symbolfot)  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/AP/dpa

18. Februar, 6.30 Uhr: Selenskyj offen für Referendum zu Frontlinie

Die Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland über ein Ende des vierjährigen Krieges scheinen auf der Stelle zu treten. Der erste von zwei Verhandlungstagen in Genf endete am Abend ohne greifbare Ergebnisse.

Die Gespräche fanden unter Vermittlung des US-Sondergesandten Steve Witkoff statt und sollen heute fortgesetzt werden. Russische Staatsmedien beschrieben die Atmosphäre unter Berufung auf Verhandlungskreise als "sehr angespannt".

Die Ukraine wehrt sich seit Februar 2022 mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump im Januar 2025 versucht das Weiße Haus, die Ukraine und Russland über Verhandlungen und wechselseitigen Druck zu einem Ende des Krieges zu bewegen.

Die europäischen Verbündeten der Ukraine beklagen, dass sie dabei als unmittelbare Nachbarn des Konflikts häufig übergangen worden seien.

Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gehen nur schleppend voran.
Die Verhandlungen zwischen Russland und der Ukraine gehen nur schleppend voran.  © Jens Büttner/dpa

17. Februar, 19.59 Uhr: Erster Gesprächstag zwischen Ukrainern und Russen in Genf beendet

In der Schweiz ist der erste von zwei Verhandlungstagen zwischen Ukrainern und Russen beendet.

"Nach dem gemeinsamen Teil ist die Arbeit in thematischen Gruppen fortgesetzt worden", teilte der ukrainische Verhandlungsführer Rustem Umjerow auf Telegram mit. Die Unterhändler haben sich demnach auf "praktische Fragen und Mechanismen möglicher Lösungen" konzentriert. Er erwähnte dabei einen politischen und einen militärischen Block. Am Mittwoch würden die Gespräche fortgesetzt.

Auf russischer Seite bestätigten staatliche Nachrichtenagenturen das Ende der Unterredungen.

Titelfoto: Ulf Mauder/dpa

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