Ukraine - Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sollen in der Millionenstadt Krasnodar im Süden Russlands nach Behördenangaben zwei Kinder getötet worden sein.
Bei der Attacke in der Nacht auf Montag seien Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.
Zwei Kinder seien getötet, sieben weitere verletzt worden, hieß es unter Berufung auf den Gouverneur des Gebiets Krasnodar, Wenjamin Kondratjew. Auch zwei Erwachsene wurden demnach ins Krankenhaus gebracht. Die russischen Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Auch ein Warenlager, mehrere Häuser und noch im Bau befindliche Wohnblöcke sollen dem Tass-Bericht zufolge von herabfallenden Drohnentrümmern getroffen worden sein.
Die Lagerhalle gehöre dem zweitgrößten russischen Onlineversandhändler Ozon und sei in Brand aufgegangen, Verletzte oder gar Tote gebe es nach Angaben des Unternehmens nicht. Rettungskräfte seien im Einsatz und versuchten die Flammen zu löschen, berichtete Tass weiter unter Verweis auf Angaben Kondratjews.
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24. August, 15.23 Uhr: Ukraine erhält Kriegsgefangene laut Selenskyj zurück
Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj zehn als vermisst geglaubte Soldaten aus russischer Kriegsgefangenschaft zurückerhalten.
Die Angehörigen der Streitkräfte und der Nationalgarde seien bei einer über Belarus organisierten Sonderphase des Gefangenenaustausches in die Heimat zurückgekehrt, teilte Selenskyj bei Telegram mit. Er veröffentlichte Fotos der in ukrainische Flaggen gehüllten Männer. Die Ukraine feiert gerade den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit.
"Sie haben das Land an der Front im Raum Donezk verteidigt. Sie alle galten als vermisst. Und es ist sehr wichtig, dass es uns gelungen ist, sie zurückzuholen", sagte Selenskyj. Details nannte er nicht. Weil er von einem Austausch sprach, dürfte auch die russische Seite Gefangene zurückerhalten haben. Nach Medienberichten erhielt Moskau ebenfalls zehn Soldaten zurück. Eine offizielle russische Bestätigung stand noch aus.
24. August, 13.35 Uhr: Ratspräsident Costa fordert Einsatz für EU-Aufnahme der Ukraine
EU-Ratspräsident António Costa (65) hat am Nationalfeiertag der Ukraine für eine entschlossene Unterstützung der EU-Beitrittsbestrebungen des Landes geworben.
"Wir alle wissen, dass der Beitritt ein anspruchsvoller Prozess ist", sagte er in einer Rede auf dem Sophienplatz in Kiew. "Doch diese Herausforderungen dürfen unsere politische Entschlossenheit nicht bremsen". Die EU-Erweiterung sei eine "geopolitische Notwendigkeit".
24. August, 12.49 Uhr: Selenskyj begeht Unabhängigkeitstag mit Kampfansage an Putin
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat seine Rede an die Nation zum 35. Jahrestag der Unabhängigkeit für eine Kampfansage an Russlands Präsidenten Wladimir Putin (73) genutzt.
Russland müsse durch die Einheit der internationalen Gemeinschaft in die Knie gezwungen werden, sagte Selenskyj in einem 20-minütigen Video. Er kündigte darin weiteren Widerstand gegen Putins Krieg an. "Die Ukraine wird das schaffen. Die Ukraine hat bereits Aufgaben bewältigt, die anfangs unüberwindbar schienen", sagte Selenskyj nach mehr als 1.640 Kriegstagen.
24. August, 9.57 Uhr: EU genehmigt milliardenschwere Rüstungshilfe für die Ukraine
Die EU hat zum Unabhängigkeitstag der Ukraine neue Rüstungshilfen im Wert von 6,1 Milliarden Euro genehmigt.
Die Mittel seien für Flugabwehrsysteme, Raketen, Munition und Radaranlagen vorgesehen, teilte die EU-Kommission mit. Die Genehmigung erfolge vor dem Hintergrund einer Verschärfung der russischen Angriffe mit ballistischen Raketen und Drohnen. Allein im Juli seien 376 Raketenangriffe registriert worden.
Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte: "Während Russland seine Angriffe verstärkt, weiten wir unsere Unterstützung aus, damit die Ukraine ihre Bevölkerung schützen und ihren Luftraum verteidigen kann." Am Unabhängigkeitstag der Ukraine zeige Europa, dass seine Unterstützung unerschütterlich und konkret sei.
24. August, 6.04 Uhr: Russland meldet zwei Tote bei ukrainischem Angriff auf Krasnodar
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff sollen in der Millionenstadt Krasnodar im Süden Russlands nach Behördenangaben zwei Kinder getötet worden sein.
Bei der Attacke in der Nacht auf Montag seien Drohnentrümmer auf eine private Kinderbetreuungseinrichtung gestürzt, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass.
23. August, 17.30 Uhr: Wadephul wagt sich in Nähe der Front
Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) hat bei seiner Ukraine-Reise die Millionenstadt Charkiw nur etwa 30 Kilometer vor der Frontlinie mit den russischen Angreifern besucht.
Dort sprach er an der Universität mit Studentinnen und Studenten, sah sich ein mehrfach mit russischen Raketen attackiertes Kraftwerk an und besichtigte ein bereits 2022 stark zerstörtes U-Bahn-Depot. Am "Tag der Staatsflagge" nahm er zudem an einer Zeremonie an einem der höchsten Fahnenmaste Europas teil, an dem die blau-gelbe Fahne in 101 Metern Höhe weht.
23. August, 16.05 Uhr: Ukraine nimmt nach Wildberries auch russischen Onlinehändler Ozon ins Visier
Die Ukraine hat nach eigenen Angaben ihre Drohnenangriffe auf russische Logistikzentren ausgeweitet und nimmt nun auch den zweitgrößten russischen Onlinehändler Ozon ins Visier. Am Sonntag wurde nach Angaben des Unternehmens den zweiten Tag in Folge ein Ozon-Lager getroffen.
Nach einem ukrainischen Drohnenangriff sei in einem Logistikzentrum in der zentralrussischen Region Orenburg ein Feuer ausgebrochen, erklärte Ozon. Mehr als 300 Beschäftigte seien evakuiert und der Betrieb des Lagers vorerst eingestellt worden. Bereits am Samstag war nach Angaben des Unternehmens ein Ozon-Zentrum in der benachbarten Region Samara getroffen worden. Dabei seien mehrere Beschäftigte verletzt worden.
23. August, 14.32 Uhr: Russische Drohne kracht in Passagierzug nach Odessa
Beim Einschlag einer russischen Drohne in einen Zug auf dem Weg nach Odessa sind fast 600 Passagiere mit dem Schrecken davongekommen.
Die Lokomotive des Zugs mit der Nummer 147 von Schytomyr nach Odessa geriet laut Behörden bei einem Drohneneinschlag in Brand. Niemand sei verletzt worden. In dem Zug seien 593 Menschen gewesen, darunter 15 Kinder. Sie alle seien mit Bussen nach Odessa gebracht worden, teilte Militärgouverneur Oleh Kiper mit.
Kiper sprach von einem gezielten Angriff der Russen auf den Zug. Während der Evakuierung habe es zudem eine zweite Attacke gegeben. Erst Mitte August waren bei einem russischen Angriff auf einen Passagierzug in der Region Odessa im Süden der Ukraine ein Lokführer und sein Assistent getötet worden.
23. August, 12.40 Uhr: Selenskyj erwartet 30 Milliarden Euro von EU für Abwehr
Die Ukraine braucht nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) dringend Milliarden zur Finanzierung des Abwehrkampfes gegen Russlands Angriffskrieg.
Kiew erwarte von der EU 30 Milliarden Euro für die Verteidigungsausgaben, sagte er im Gespräch mit Journalisten in Kiew. "Sie werden für die Verteidigung des ganzen Landes gebraucht", betonte er. Derzeit gebe es im Verteidigungshaushalt eine Lücke von 27 Milliarden Dollar (rund 23 Milliarden Euro).
Allein 20 Milliarden seien notwendig, um die Gehälter der Soldaten, die Kompensationen für die Familien der Gefallenen und andere Ausgaben zu bezahlen, sagte Selenskyj. Etwa wegen der Produktion von Drohnen sei zusätzliches Geld nötig. "Ein bedeutender Geldbetrag ist erforderlich. Ich arbeite in dieser Sache mit den Franzosen und Deutschen", sagte er.
23. August, 7.22 Uhr: Putin und Medwedew siegessicher
Auf einem Parteitag der regierenden Kremlpartei Geeintes Russland am Samstag zeigten sich Wladimir Putin (73) und sein politischer Ziehsohn Dmitri Medwedew (60) siegessicher im Ukraine-Krieg.
"Russland wird sich immer mehr Gebiete zurückholen. Unsere tapfere Armee bestätigt das stets aufs Neue", sagte Parteichef Medwedew, der auch Vizechef des nationalen Sicherheitsrates ist. Die Ukraine bezeichnete er als ein verschwindendes "Phantom-Land", das schon jetzt 20 Prozent seines Gebiets verloren habe. Trotz massiver Verluste konnte das russische Militär in der Ukraine allerdings seit vielen Monaten keine großen Gebietsgewinne melden.
Das Land bewege sich trotz beispiellosen Drucks von außen auf den Sieg zu, meinte der frühere Präsident Medwedew weiter. Es werde auch dem Westen nicht gelingen, Russland zu zerschlagen.
23. August, 7.17 Uhr: Ukraine braucht Patriots - Wadephul will sich kümmern
Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) betonte bei seinem Besuch in Kiew, dass er schon nächste Woche weiter versuchen werde, Bündnispartner zur Abgabe von Patriots zu bewegen.
"Die Dringlichkeit, die Ukraine mit weiteren Luftverteidigungssystemen zu unterstützen, wird hier noch einmal deutlich", sagte er.
Zu den möglichen Lieferanten zählen Griechenland, Italien, Japan und Südkorea. Die Bundeswehr hat schon fünf Systeme an die Ukraine abgegeben und sieht eigentlich keine Möglichkeit mehr, aus ihren eigenen Beständen zu liefern. Die Bundeswehr habe alles mobilisiert, was möglich war, und sei an ihre Reserven herangegangen, sagte Wadephul. Er regte aber an, dass Verteidigungsminister Boris Pistorius (66, SPD) die Bestände noch einmal prüft.
22. August, 18.59 Uhr: "Büchse der Pandora" geöffnet - Putin droht Kiew mit Schlag
Kremlchef Wladimir Putin hat nach den massiven ukrainischen Angriffen auf Ölraffinerien und Logistikzentren in Russland Kiew mit einer harten Antwort Moskaus gedroht
Die Ukraine habe mit den gegen Russlands Wirtschaft gerichteten Attacken die "Büchse der Pandora" geöffnet - also ein Quell des Unheils -, sagte Putin in seinem ersten Interview mit dem Moskauer Staatsfernsehen seit Beginn der Angriffe vor einigen Wochen. Kiew habe nun selbst den "Geist aus der Flasche" gelassen.
"Die Gegenmaßnahmen werden nicht lange auf sich warten lassen. Die bekommt ihr", sagt er an die Adresse Kiews. Ultranationalistische Kreise in Russland hatten Putin zuletzt aufgefordert, härter gegen die Ukraine vorzugehen. Nun sagte er: "Dabei werden die Handlungen der russischen Armee noch deutlich spürbarer und zerstörerischer ausfallen." Die Ukraine habe diese Reaktion selbst provoziert, behauptete Putin, der selbst vor viereinhalb Jahren seinen Angriffskriegskrieg gegen das Nachbarland begonnen hatte.
22. August, 15.27 Uhr: Kiew schlägt zurück - drei Tote in Russland
Bei ukrainischen Drohnenschlägen gegen Ziele im Süden Russlands sind mindestens drei Zivilisten getötet und mehrere Menschen verletzt worden.
In Jeisk im Gebiet Krasnodar wurden bei einem Angriff auf zivile Infrastruktur und Wohnhäuser zwei Kinder getötet, wie Gouverneur Weniamin Kondratjew mitteilte. Zwei Erwachsene seien verletzt worden. Der ukrainische Generalstab teilte mit, dass dort ein Kraftstofflager Ziel der Angriffe gewesen sei.
Im Gebiet Samara meldeten die Behörden einen Toten nach einem Drohnenangriff. Dort waren eine Ölraffinerie und der zweitgrößte russische Online-Versandhändler Ozon Ziele der Angriffe Kiews. Es gab mehrere Verletzte.
22. August, 13.36 Uhr: Tote im Gebiet Saporischschja nach russischen Luftangriffen
Infolge russischer Angriffe sind im Südosten der Ukraine mindestens drei Menschen getötet worden.
Zudem seien 15 Menschen bei den Angriffen vor allem auf das Umland der Großstadt Saporischschja verletzt worden, teilte der Militärgouverneur des gleichnamigen Gebiets, Iwan Fedorow, bei Telegram mit. Es habe Angriffe mit ballistischen Raketen, Drohnen und Gleitbomben unter anderem auf Lagergebäude gegeben.
22. August, 9.18 Uhr: Ukraine attackiert erstmals russischen Versandhändler Ozon
Nach Berichten ukrainischer Medien griff Kiew erneut im Gebiet Samara eine große Ölraffinerie an – und erstmals auch ein Lager des russischen Online-Versandhändlers Ozon.
Das Unternehmen bestätigte einen Angriff auf sein Logistikzentrum im Gebiet Samara. Das Lager sei in Brand geraten, es seien 500 Mitarbeiter in Sicherheit gebracht worden; es gebe aber auch Verletzte, teilte Ozon am Samstagmorgen mit. Für Mitarbeiter und Angehörige sei ein Notruftelefon eingerichtet worden.
22. August, 9.05 Uhr: Wadephul versichert bei Besuch, dass Kiew gewinnen wird
Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) zum vierten Mal seit seinem Amtsantritt in Kiew eingetroffen, um dem Land die anhaltende Unterstützung Deutschlands im Abwehrkampf gegen Russland zu versichern.
"Wir stehen an der Seite der Ukraine. Wir unterstützen sie. Sie wird diese militärische Auseinandersetzung gewinnen", sagte der CDU-Politiker nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug in Kiew.
Er verwies darauf, dass die Ukraine in den Sommermonaten "auf das Härteste" von Russland angegriffen wurde. Wadephul warf Moskau "wahllosen Mord an Zivilisten" sowie gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor. Russland wolle die Lebensgrundlage der Menschen in der Ukraine zerstören und so ihren Durchhaltewillen brechen. Der Außenminister sicherte auch schon mit Blick auf den Winter, in dem verstärkte Angriffe auf die Energieinfrastruktur erwartet werden, weitere Hilfe zu.
"Dass die Ukraine mit internationaler Unterstützung den längeren Atem hat und dass eine Fortführung des Krieges Russland nur weiter in den wirtschaftlichen Ruin führt, wird immer mehr Menschen in Russland klar", sagte der Außenminister. "Die immer wirrere Propaganda und immer totalitärere Unterdrückung im Inneren ist auch ein Zeichen der Schwäche des Regimes."
21. August, 22.08 Uhr: Viele Tote bei Angriff auf ukrainisches Einkaufszentrum
Bei russischen Drohnenangriffen sind in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih mindestens 15 Menschen in einem belebten Einkaufszentrum getötet worden.
Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, auf der Nachrichtenplattform Telegram. Die Zahl der Verletzten habe sich bis zum Abend auf 130 erhöht, unter ihnen 23 Kinder, teilte Hanscha mit. 29 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, unter ihnen fünf Kinder.
Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem "absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum". Nach seinen Angaben griffen die Drohnen in zwei Wellen an. "Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte", berichtete er.