Ukraine-Krieg: Selenskyj begrüßt Ende des Kriegswinters

Ukraine - Russland hat in der Nacht zum Sonntag erneut die Ukraine mit Angriffen überzogen.

Wolodymyr Selenskyj (48) muss mit weiteren russischen Angriffen rechnen.
Wolodymyr Selenskyj (48) muss mit weiteren russischen Angriffen rechnen.  © ARD Das Erste/ARD Das Erste/obs

In der Region Dnipropetrowsk wurden laut Militärgouverneur Olexandr Hanscha bei Attacken mit Drohnen und Artillerie ein Mensch getötet und vier weitere verletzt. Moskaus Armee nahm demnach die drei Landkreise Nikopol, Synelnykowe und Dnipropetrowsk ins Visier.

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) zufolge setzte Russland allein in der vergangenen Woche mehr als 1720 Kampfdrohnen, fast 1300 Gleitbomben und mehr als 100 Raketen gegen sein Land ein.

Er warf Moskau vor, in diesem Winter nicht einmal versucht zu haben, Angriffe auf zivile kritische Infrastruktur zu rechtfertigen.

Ukraine-Gipfel in Berlin geht weiter - und damit auch das Verkehrs-Chaos
Ukraine Ukraine-Gipfel in Berlin geht weiter - und damit auch das Verkehrs-Chaos

Die meisten der Drohnen seien vom ursprünglich iranischen Bautyp Schahed, den die iranische Führung derzeit im Nahen Osten einsetze, schrieb er in sozialen Medien.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

1. März, 20.56 Uhr: Selenskyj begrüßt Ende des Kriegswinters

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat das Ende des vierten Kriegswinters und den damit verbundenen Widerstand gegen die russischen Angriffe auf das Energiesystem seines Landes begrüßt.

"Heute ist der Tag, an dem jeder von uns mit Fug und Recht sagen kann: Wir haben diesen Winter überstanden, den schwierigsten seit Beginn des Krieges", sagte Selenskyj in seiner Videoansprache am ersten Tag des meteorologischen Frühlings.

"Die Russen wollten diesen Winter zur Vernichtung der Ukraine und der Ukrainer nutzen, aber die Ukraine hat nicht nachgegeben", erklärte er.

"Kein Volk hat solche Prüfungen durchgemacht", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.
"Kein Volk hat solche Prüfungen durchgemacht", sagte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.  © -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

1. März, 16.18 Uhr: Vier Tote nach russischem Beschuss in Südukraine

Bei russischem Beschuss der Stadt Cherson im Süden der Ukraine sind vier Menschen getötet worden.

Zwei ältere Frauen, die sich am Eingang eines Wohnhauses befanden, seien bei dem Angriff ums Leben gekommen, schrieb Gebietsgouverneur Olexander Prokudin bei Telegram.

Eine 85-Jährige und ein 63 Jahre alter Mann seien im Krankenhaus an ihren Verletzungen gestorben.

Im Süden der Ukraine sind bei einem Angriff mehrere Menschen getötet worden.
Im Süden der Ukraine sind bei einem Angriff mehrere Menschen getötet worden.  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

27. Februar, 14.02 Uhr: Zwei Tote nach russischem Drohnenangriff

Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der Ostukraine in der Nacht zum Freitag zwei Menschen in einem Haus getötet worden.

Nach Angaben des Rettungsdienstes wurde das Haus in dem Dorf Pidserednie in der nordöstlichen Region Charkiw vollständig zerstört. Rettungskräfte hätten die Leichen eines Mannes und einer Frau aus den Trümmern geborgen, eine weitere Person sei verletzt worden, teilte der Rettungsdienst mit.

27. Februar, 11.59 Uhr: Waffenruhe rund um größtes Kernkraftwerk

Für die Reparatur einer Stromleitung hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) erneut eine lokal begrenzte Waffenruhe um das Kernkraftwerk Saporischschja vermittelt.

IAEA-Chef Rafael Grossi zufolge laufen derzeit Minenräumarbeiten, um den Reparaturteams sicheren Zugang zu gewähren. Repariert werden soll die 330-Kilowatt-Leitung, die für die Stromversorgung des von russischen Truppen besetzen Kraftwerks im Südosten der Ukraine wichtig ist.

Die Versorgung über diese Leitung war nach Angaben der IAEA am 10. Februar unterbrochen worden. Die andere 750-Kilowatt-Leitung war demnach intakt geblieben.

Das seit März 2022 von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa. (Archivfoto)
Das seit März 2022 von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja ist das größte in Europa. (Archivfoto)  © Kateryna Klochko/AP/dpa

27. Februar, 6.20 Uhr: Unterhändler kündigt Friedens-Treffen mit Russland an

Ukraines Chefunterhändler Rustem Umjerow (43) sagte am Donnerstag in Genf, dass ein Treffen mit russischen Vertretern in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate, geplant sei.

"Wir arbeiten am Abschluss der Sicherheitsparameter, wirtschaftlicher Lösungen und einer Abstimmung der Positionen, welche die Grundlage für weitere Einigungen bilden", schrieb er. Das Treffen solle so "konkret wie möglich" werden.

Russischen Staatsmedien zufolge war auch der vor allem für Wirtschaftsfragen zuständige Kreml-Berater Kirill Dmitrijew (50) für Gespräche mit der US-amerikanischen Delegation am Verhandlungsort in Genf.

Ukraines Chefunterhändler Rustem Umjerow (43, r.) weilte am Donnerstag zu Gesprächen im schweizerischen Genf.
Ukraines Chefunterhändler Rustem Umjerow (43, r.) weilte am Donnerstag zu Gesprächen im schweizerischen Genf.  © Martial Trezzini/Keystone/dpa

26. Februar, 11.46 Uhr: Ukraine und Russland tauschen Leichen aus

Moskau und Kiew haben nach russischen Angaben erneut mehr als 1.000 Soldatenleichen ausgetauscht.

Die Ukraine habe die sterblichen Überreste von 1.000 Soldaten von Russland erhalten, schrieb der russische Chefunterhändler bei den jüngsten Verhandlungen zwischen beiden Kriegsparteien, Wladimir Medinski, bei Telegram. Kiew übergab Moskau demnach 35 Soldatenleichen. Eine Bestätigung aus Kiew gab es zunächst nicht.

Russland und die Ukraine tauschen immer wieder Soldatenleichen aus. Allein im vergangenen Jahr erhielt Kiew nach offiziellen Angaben mehr als 15.000 Leichname gefallener Soldaten zurück.

Die Ukraine habe von Russland die sterblichen Überreste von 1000 Soldatenleichen erhalten.
Die Ukraine habe von Russland die sterblichen Überreste von 1000 Soldatenleichen erhalten.  © ---/Russian Defense Ministry Press Service/AP/dpa

26. Februar, 6.58 Uhr: Raketenalarm und Explosionen in Charkiw, Kiew und weiteren Städten

Nach Raketenalarm ist die ukrainische Hauptstadt Kiew am frühen Donnerstagmorgen Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge von mehreren Explosionen erschüttert worden.

"Die Luftverteidigung ist im Einsatz", erklärte der Leiter der Militärverwaltung von Kiew, Tymur Tkatschenko. Er rief die Einwohner auf, in Schutzräumen zu bleiben, bis der Alarm aufgehoben wurde. Die russische Armee greife Kiew mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen an, fügte er hinzu.

Auch die südöstliche Stadt Saporischschja wurde nach Angaben des Regionalgouverneurs Iwan Fedorow angegriffen. Er meldete mehrere Explosionen und mindestens einen verletzten Menschen.

In Krywyj Rih wurde bei einem russischen Angriff ein 89-jähriger Mann verletzt und ein Hochhaus durch einen Brand beschädigt.

In Charkiw im Nordosten der Ukraine waren Bürgermeister Ihor Terechow zufolge bei Angriffen russischer Schahed-Drohnen zwei Explosionen zu hören gewesen. Später meldete Terechow einen "kombinierten Luftangriff".
In Charkiw im Nordosten der Ukraine waren Bürgermeister Ihor Terechow zufolge bei Angriffen russischer Schahed-Drohnen zwei Explosionen zu hören gewesen. Später meldete Terechow einen "kombinierten Luftangriff".  © HANDOUT / STATE EMERGENCY SERVICE OF UKRAINE / AFP

26. Februar, 6.18 Uhr: Wieso Ungarn ein Veto gegen die EU-Kredite einlegt

Ungarn begründet seine Blockade damit, dass es über die durch die Ukraine führende Druschba-Pipeline nach einem russischen Angriff kein russisches Öl mehr bekomme, weil die Ukraine diese nicht repariere.

Ungarn hat sein Veto auch gegen einen EU-Kredit eingelegt, die wichtige Finanzhilfen für die Ukraine ermöglichen soll. Dabei geht es insgesamt um 90 Milliarden Euro, von denen 60 Milliarden Euro konkret für den Abwehrkampf der Ukraine bestimmt sind.

Der CDU-Politiker Wadephul erklärte, die Pipeline müsse "natürlich repariert werden". Er widersprach aber dem von Budapest hergestellten Zusammenhang zu dem Veto. Er sei erschüttert über das ungarische Verhalten. "Es verrät seinen eigenen Freiheitskampf."

Ungarns Staatschef Viktor Orban (62) wehrt sich gegen eine Unterstützung der Ukraine, weil dort die Druschba-Pipeline nicht repariert werde.
Ungarns Staatschef Viktor Orban (62) wehrt sich gegen eine Unterstützung der Ukraine, weil dort die Druschba-Pipeline nicht repariert werde.  © Marton Monus/-/dpa

25. Februar, 22.28 Uhr: Selenskyj telefoniert mit Trump zu weiteren Gesprächen

Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) hat mit US-Präsident Donald Trump (79) über die nächsten Verhandlungen für ein Ende des russischen Angriffskriegs gesprochen.

Bei dem Telefongespräch seien auch Unterhändler Steve Witkoff (68) und Trumps Schwiegersohn, Jared Kushner (45), anwesend gewesen, teilte Selenskyj am Abend auf seiner Internetseite mit. Demnach dankte Selenskyj für die US-Vermittlung.

An diesem Donnerstag sind ihm zufolge Gespräche zwischen den USA und der Ukraine in Genf geplant.

25. Februar, 22.24 Uhr: Selenskyj verleiht Wadephul Verdienstorden - aber nur zweiter Klasse

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) ist vom ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) mit dem Orden "Für Verdienste" zweiter Klasse ausgezeichnet worden.

Allerdings erhalten "Minister souveräner Staaten" dem Statut des Ordens zufolge eigentlich den Orden erster Klasse. So wurde Verteidigungsminister Boris Pistorius (65, SPD) 2024 von Selenskyj mit dem Verdienstorden erster Klasse ausgezeichnet. Weshalb Wadephul nur die zweite Stufe bekommt, warunklar. Eine Anfrage an das Präsidentenbüro blieb zunächst unbeantwortet.

Die zweite Stufe ist dem Statut zufolge eigentlich für Stellvertreter von Regierungs- und Parlamentschefs, Minister und Leiter anderer zentraler Behörden und Botschafter vorgesehen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) den Verdienstorden zweiter Klasse verliehen. (Archivbild)
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48, l.) hat Deutschlands Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) den Verdienstorden zweiter Klasse verliehen. (Archivbild)  © Uncredited/Ukrainian Presidential Press Office via AP/dpa

25. Februar, 21.19 Uhr: Ukraine erhöht Renten kräftig um über zwölf Prozent

Trotz hoher Ausgaben im Krieg mit Russland hat die ukrainische Regierung jetzt eine kräftige Rentenerhöhung für die über zehn Millionen Rentner angekündigt.

"Ab dem 1. März werden die Renten und Versicherungsleistungen für Millionen Ukrainer um 12,1 Prozent steigen", teilte Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko (40) mit.

Die Erhöhung liege über der Inflation und setze die Rentenerhöhungspolitik der Jahre 2021 bis 2025 fort. Zum Vergleich: In Deutschland werden zum 1. Juli Rentenerhöhungen von etwa 3,7 Prozent erwartet. Die Renten in der Ukraine sind traditionell sehr gering.

Titelfoto: -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

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