Ukraine-Krieg: Selenskyj spricht von 55.000 getöteten Soldaten

Ukraine - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die offiziellen Verluste eigener Truppen seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp vier Jahren auf 55.000 getötete Soldaten beziffert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).  © Leszek Szymanski/PAP/dpa

Darunter fielen auch Berufssoldaten und Mobilisierte, sagte er dem französischen Sender France2 in einem Interview. Hinzu komme eine große Zahl von Menschen, die vermisst würden, sagte der mit den Tränen kämpfende Staatschef.

Während beide Kriegsparteien täglich gegnerische Verluste vermelden, legen sie höchst selten eigene Opferzahlen dar. Es gilt als sicher, dass sowohl Russlands Führung als auch die der Ukraine eigene Verluste herunterspielen und jene in den Reihen des Gegners erhöhen. Andere Schätzungen decken sich nicht mit den offiziellen Zahlen aus Moskau und Kiew.

Vor einem Jahr hatte Selenskyj die Verluste der ukrainischen Streitkräfte in einem Interview des britischen Journalisten Piers Morgan auf mehr als 45.000 gefallene und 390.000 verletzte Soldaten seit Kriegsbeginn beziffert.

Ukraine-Gipfel in Berlin geht weiter - und damit auch das Verkehrs-Chaos
Ukraine Ukraine-Gipfel in Berlin geht weiter - und damit auch das Verkehrs-Chaos

Seinen neuen Aussagen nach zu folgern wären damit innerhalb eines Jahres etwa 9.000 getötete Soldaten hinzugekommen.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

5. Februar, 6.59 Uhr: Selenskyj spricht von 55.000 getöteten ukrainischen Soldaten

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat die offiziellen Verluste eigener Truppen seit Beginn des russischen Angriffskriegs vor knapp vier Jahren auf 55.000 getötete Soldaten beziffert.

Darunter fielen auch Berufssoldaten und Mobilisierte, sagte er dem französischen Sender France2 in einem Interview. Hinzu komme eine große Zahl von Menschen, die vermisst würden, sagte der mit den Tränen kämpfende Staatschef.

4. Februar, 18.35 Uhr: Kiewer Seite nennt Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi "produktiv"

Die erneuten direkten Ukraine-Gespräche zwischen Moskau und Kiew unter US-Vermittlung sind aus Kiewer Sicht produktiv verlaufen.

"Die Arbeit war inhaltsreich und produktiv mit einer Orientierung auf konkrete Schritte und praktische Lösungen", schrieb der ukrainische Chefunterhändler Rustem Umjerow in sozialen Medien. Nach dem Dreiertreffen seien die Verhandlungen in Arbeitsgruppen fortgesetzt worden.

Die Gespräche im Ringen um ein Ende des Ukraine-Kriegs sollen am Donnerstag fortgesetzt werden, meldeten mehrere Medien unter Berufung auf den Nationalen Sicherheitsrat der Ukraine.

Nach einer ersten trilateralen Gesprächsrunde Mitte Januar hatten Vertreter der Kriegsparteien nun erneut direkt miteinander gesprochen. Die USA saßen wieder als Vermittler am Tisch. Die angekündigten zweitägigen Verhandlungen fanden trotz massiver russischer Angriffe in der Ukraine statt. Das osteuropäische Land verteidigt sich seit fast vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion.

4. Februar, 17.44 Uhr: EU-Staaten einigen sich auf Konditionen für Ukraine-Darlehen

Die EU-Staaten haben sich nach schwierigen Verhandlungen auf die Konditionen für das neue riesige EU-Darlehen für die Ukraine verständigt.

Die in Brüssel erzielte Einigung sieht vor, dass die Ukraine mit dem Geld nur dann Rüstungsgüter in Ländern wie den USA kaufen können soll, wenn diese auf dem europäischen Binnenmarkt und in der Ukraine entweder gar nicht oder nicht zeitnah verfügbar sind, wie die derzeitige zyprische EU-Ratspräsidentschaft mitteilte. Für das Nicht-EU-Land Großbritannien ist eine Sonderregelung geplant.

Insgesamt will die EU die von Russland angegriffene Ukraine bis Ende 2027 mit weiteren 90 Milliarden Euro unterstützen - 60 Milliarden Euro davon sind für verteidigungsrelevante Ausgaben vorgesehen. "Die neue Finanzierung wird dazu beitragen, dass das Land der russischen Aggression weiterhin mit großer Entschlossenheit standhält", sagte der zyprische Finanzminister Makis Keravnos.

Die Ukraine braucht dringend frisches Geld für die Verteidigung gegen Russland. Die EU will mit einem zinslosen Milliardendarlehen helfen.
Die Ukraine braucht dringend frisches Geld für die Verteidigung gegen Russland. Die EU will mit einem zinslosen Milliardendarlehen helfen.  © Virginia Mayo/AP/dpa

4. Februar, 15.15 Uhr: Viele Tote in der Ostukraine nach russischem Angriff

In der ostukrainischen Stadt Druschkiwka sind mindestens sieben Menschen durch russischen Beschuss getötet worden.

Weitere acht wurden verletzt, teilte der Gouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, bei Telegram mit. Den Angaben nach schlugen Streubomben auf dem Marktgelände ein. Auf das Industriegebiet der Stadt habe das russische Militär zudem zwei Bomben abgeworfen und mehrere Gebäude beschädigt.

Filaschkin forderte die verbliebenen Einwohner erneut auf, in sichere Gebiete zu fliehen. Von zu Kriegsbeginn fast 54.000 Stadtbewohnern sollen nach Schätzungen noch etwa 19.000 geblieben sein. Die Frontlinie befindet sich nur rund 15 Kilometer von der Stadt entfernt.

4. Februar, 14.05 Uhr: Kremlchef Putin erhält Solidaritätsbekundung von Xi Jinping

Russlands Präsident Wladimir Putin hat in einem Videogespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping Rückendeckung für seine Außenpolitik erhalten.

Beide Länder seien ein stabilisierender Faktor in der internationalen Politik und "demonstrieren Entschlossenheit" bei der Sicherung von Gerechtigkeit und der Wahrung der Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs, sagte Xi russischen Nachrichtenagenturen zufolge.

Demnach ist zuletzt der Sekretär des russischen nationalen Sicherheitsrates, Sergej Schoigu, zu einem "Uhrenvergleich" nach Peking gereist. Schoigu, der als Verteidigungsminister auch jahrelang für den Krieg in der Ukraine verantwortlich war, habe den chinesischen Außenminister Wang Yi über die aktuellen Entwicklungen in Kenntnis gesetzt, teilte Xi mit.

Putin selbst erinnerte an die guten bilateralen Beziehungen zwischen Moskau und Peking und den sich stetig entwickelnden Handel.

Wladimir Putin (73) hat in einem Videogespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (72) Rückendeckung für seine Außenpolitik erhalten.
Wladimir Putin (73) hat in einem Videogespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping (72) Rückendeckung für seine Außenpolitik erhalten.  © ---/Kremlin/dpa

4. Februar, 11.38 Uhr: Ukraine-Gespräche in Abu Dhabi haben begonnen

Die zweite Gesprächsrunde zwischen der Ukraine, Russland und den USA über Auswege aus dem Ukraine-Krieg hat nach ukrainischen Angaben in Abu Dhabi begonnen.

Das teilte der Sekretär des nationalen Sicherheitsrates in Kiew, Rustem Umjerow, in seinen sozialen Netzwerken mit. Er hatte zuvor schon einen geplanten Gefangenenaustausch angekündigt. Zu Beginn habe es ein trilaterales Treffen gegeben, danach werde in Gruppen zu einzelnen Streitthemen beraten. Moskauer Nachrichtenagenturen bestätigten den Beginn.

Eine erste Runde in diesem Format hatte es Mitte Januar in der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate gegeben. Für die zwei Kriegsparteien war es der erste direkte Kontakt auf offizieller Ebene nach mehreren Monaten. Überschattet wird das zweite Treffen von russischen Luftangriffen, die mitten in einer Frostperiode die ukrainische Energieversorgung weiter zerstörten.

4. Februar, 6.27 Uhr: Trump ruft Putin zur Beendigung des Krieges in der Ukraine auf

Nach der Wiederaufnahme der russischen Angriffe auf die Ukraine hat US-Präsident Donald Trump den russischen Präsidenten Wladimir Putin zur Beendigung des Krieges aufgerufen.

"Ich will, dass er den Krieg beendet", sagte Trump am Dienstag vor Journalisten im Weißen Haus. Auf die Frage, ob er enttäuscht sei, dass Putin die einwöchige Feuerpause nicht verlängert habe, antwortete Trump: "Ich würde mir das von ihm wünschen."

Zugleich äußerte der US-Präsident sich anerkennend über Putin. Der Kreml-Chef habe "sein Wort gehalten", indem er die Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte für den vereinbarten Zeitraum ausgesetzt habe. Eine Woche sei "viel", sagte Trump und fügte hinzu: "Wir nehmen alles, denn es ist dort wirklich sehr, sehr kalt."

Nach der Wiederaufnahme der russischen Angriffe hat US-Präsident Donald Trump (79) den russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) zur Beendigung des Krieges aufgerufen.
Nach der Wiederaufnahme der russischen Angriffe hat US-Präsident Donald Trump (79) den russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) zur Beendigung des Krieges aufgerufen.  © Alex Brandon/AP/dpa

3. Februar, 20.13 Uhr: Tote bei Drohnenangriff auf Saporischschja

Durch einen russischen Drohnenangriff auf die südukrainische Stadt Saporischschja sind nach örtlichen Angaben mindestens zwei Zivilisten getötet worden.

Gebietsgouverneur Iwan Fedorow sprach von einem jungen Mann und einer jungen Frau, die beide 18 Jahre alt waren. Außerdem seien acht Menschen verletzt worden.

3. Februar, 19.46 Uhr: Ukraine und Russland sprechen wieder in Abu Dhabi

Ungeachtet schwerer russischer Luftangriffe auf die Ukraine planen Unterhändler aus Kiew und Moskau morgen (Mittwoch) ein zweites Treffen in Abu Dhabi.

Die USA sind an den Gesprächen in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Vermittler beteiligt. Eine erste trilaterale Gesprächsrunde, um Möglichkeiten für ein Ende des Kriegs auszuloten, hatte Mitte Januar stattgefunden. Ein Termin am vergangenen Sonntag wurde verschoben.

3. Februar, 14.55 Uhr: "Mutter-Heimat"-Statue nach russischem Angriff beschädigt

Bei einem nächtlichen russischen Angriff ist nach ukrainischen Angaben ein monumentales Weltkriegs-Mahnmal beschädigt worden. Kulturministerin Tetjana Bereschna bezeichnete die Beschädigung der "Mutter-Heimat"-Statue am Dienstag in Onlinenetzwerken als "symbolisch und zynisch".

Die 62 Meter hohe Stahl-Statue einer Frau, die ein Schwert und einen Schild in die Höhe reckt, war 1981 zur Erinnerung an den Sieg der Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg eingeweiht worden. Sie ist Teil des Nationalen Museums der Geschichte der Ukraine im Zweiten Weltkrieg.

2023 wurden Hammer und Sichel von der kolossalen Statue entfernt als Teil einer Kampagne, Sowjetsymbole und russische Kultur aus dem öffentlichen Raum der Ukraine zu verbannen. Russlands Invasion im Februar 2022 hatte diesen Prozess beschleunigt.

Bei einem nächtlichen russischen Angriff ist nach ukrainischen Angaben die "Mutter-Heimat"-Statue in Kiew beschädigt worden.
Bei einem nächtlichen russischen Angriff ist nach ukrainischen Angaben die "Mutter-Heimat"-Statue in Kiew beschädigt worden.  © Clodagh Kilcoyne/pool reuters/AP/dpa

3. Februar, 11.17 Uhr: Nato-Generalsekretär Rutte zu Besuch in Kiew

Der Nato-Generalsekretär Mark Rutte ist zu einem Besuch in der von Russland angegriffenen Ukraine eingetroffen.

Auf Bildern, die der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf sozialen Netzwerken veröffentlichte, ist zu sehen, wie die beiden auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew Grablichter am Mahnmal für gefallene Soldaten abstellen. Es sei wichtig, das Andenken derjenigen zu ehren, die ihr Leben für die Verteidigung ihrer Heimat geopfert hätten, schrieb Selenskyj dazu.

Ruttes Besuch kommt vor dem Hintergrund neuer schwerer russischer Angriffe auf zivile Objekte, speziell Energieanlagen in der Ukraine.

Titelfoto: Leszek Szymanski/PAP/dpa

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