Ukraine-Krieg: Spekulationen über begrenzte Waffenruhe kursierten bereits vor Trumps Ankündigung

Ukraine - Kommt es zu einer von US-Präsident Donald Trump (79) angekündigten begrenzten Waffenruhe für die Ukraine? Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj (48) äußerte sich zurückhaltend dazu.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) bleibt nach Trumps Ankündigung skeptisch.  © Leszek Szymanski/PAP/dpa

Er dankte zunächst den USA für die Bemühungen, ein Moratorium für russische Angriffe auf Energieanlagen zu erreichen.

"Die Lage jetzt in der Nacht und in den kommenden Tagen, die tatsächliche Situation in unseren Energieanlagen und Städten" werde zeigen, ob es eine solche Waffenruhe tatsächlich geben werde, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft.

Trump hatte erklärt, dass er Kremlchef Wladimir Putin (73) bei einem Telefonat wegen der enormen Kälte in der Ukraine gebeten habe, eine Woche lang auf Schläge gegen Städte und Energieanlagen im Nachbarland zu verzichten.

Ukraine Ukraine-Krieg: Selenskyj erwartet Details aus Ukraine-Gesprächen in den USA

Putin habe dieser Bitte zugestimmt, sagte Trump. Er sagte dabei nicht, ab wann dieser Verzicht gelten soll - aus Moskau selbst gab es keine offizielle Bestätigung dafür.

Alle relevanten Informationen zum aktuellen Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

Anzeige

30. Januar, 6.47 Uhr: Spekulationen über begrenzte Waffenruhe kursierten bereits vor Trumps Ankündigung

Bereits vor Trumps Ankündigung hatte es Spekulationen um eine begrenzte Waffenruhe gegeben - sowohl in der Ukraine als auch in Russland.

Nach Angaben des russischen Militärbloggers Romanov Light soll das Verteidigungsministerium in Moskau ein Verbot, ukrainische Städte und Energieanlagen zu beschießen, bereits am Donnerstagmorgen in Kraft gesetzt haben. Auch im Blog Rybar, der dem russischen Verteidigungsministerium nahesteht, wurden Gerüchte über eine bevorstehende Teil-Waffenruhe erwähnt.

Auf beiden Kanälen wurde eine mögliche Waffenruhe scharf kritisiert. Der Beschuss ziviler Infrastruktur gilt dort als legitimes Druckmittel gegen Kiew.

Anzeige
Russische Militärblogger spekulierten bereits vor dem Statement des US-Präsidenten über eine begrenzte Waffenruhe in der Ukraine.  © Dan Bashakov/AP/dpa

30. Januar, 6.38 Uhr: Ungewissheit bleibt

Selenskyj ist nicht der Einzige in der Ukraine, der die Ankündigung aus Washington mit einer gewissen Skepsis begegnete.

Der Bürgermeister von Lwiw, Andrij Sadowyj (57), rief seine Landsleute dazu auf, sich auf den Katastrophenfall vorzubereiten. Russland könne den Kälteeinbruch nutzen, um noch einmal eine schwere Angriffswelle zu starten.

Und wirklich ruhig blieb es in der Nacht tatsächlich nicht: Der ukrainische Gouverneur der umkämpften Region Saporischschja, Iwan Fedorow (37), teilte mit, dass es einen Drohnenangriff auf die Gebietshauptstadt gegeben habe. Getroffen worden sei ein Industrieobjekt, schrieb er bei Telegram. Dort sei ein Feuer ausgebrochen, Verletzte habe es ersten Informationen nach nicht gegeben.

Andrij Sadowyj (57), Bürgermeister von Lwiw, sieht die mögliche Gefahr einer schweren Angriffswelle durch Russland.  © -/Ukrinform/dpa

29. Januar, 21.28 Uhr: Selenskyj lobt Merz' Führungsstärke

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat sich für die Unterstützung seines Landes durch Deutschland bedankt und Kanzler Friedrich Merz (70, CDU) gelobt.

"Friedrich demonstriert echte Führungsstärke und ich schätze unsere Koordination sehr", schrieb er bei Telegram Bezug nehmend auf ein Telefonat der beiden. Deutschland habe sein Land seit den ersten Kriegstagen unterstützt. Insbesondere die Lieferungen von Luftabwehrsystemen der Typen Patriot und Iris-T seien wichtig für den Schutz des ukrainischen Luftraums.

Auch die nun geleistete Hilfe bei der Überwindung der Energiekrise sei wichtig, schrieb er.

Nach Berichten über russische Drohnen mit Starlink-Satellitenverbindung hat das ukrainische Verteidigungsministerium den US-amerikanischen Raumfahrtkonzern SpaceX von Milliardär Elon Musk (54) kontaktiert.

"Ich bin der Präsidentin von SpaceX, Gwynne Shotwell, und besonders Elon Musk für die schnelle Reaktion und den Beginn der Arbeiten an der Lösung des Problems dankbar", schrieb Verteidigungsminister Mychajlo Fedorow bei Telegram. Zuvor waren mehrere russische Drohnen unerwartet über ukrainischen Städten aufgetaucht.

Kiew: Eine Antenne des Satelliten-Internetanbieters Starlink ist auf einem Zug im Hauptbahnhof zu sehen.  © Christoph Soeder/dpa-ENR-Pool/dpa

29. Januar, 19.25 Uhr: Laut Klitschko noch über 450 Wohnblöcke ohne Heizung in Kiew

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind mehr als 450 Wohnblöcke weiter ohne Fernwärme.

Im besonders betroffenen Stadtteil Trojeschtschyna seien am Morgen 100 Häuser wieder an die Wärmeversorgung angeschlossen worden, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko (54) bei Telegram mit. Dennoch befänden sich weiter die meisten der ungeheizten Häuser in diesem nordöstlichen Stadtbezirk.

Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko (54) hat keine besonders guten Nachrichten für die Bürger.  © Sebastian Gollnow/dpa

29. Januar, 19.17 Uhr: Putin stimmt laut Trump Angriffspause auf Kiew zu

Kremlchef Wladimir Putin (73) soll nach den Worten von US-Präsident Donald Trump (79) einer einwöchigen Pause der russischen Angriffe auf Kiew und andere ukrainische Städte zugestimmt haben. Der Republikaner führte als Grund für seine Initiative bei Putin die extreme Kälte in der Ukraine an. Er habe deshalb persönlich nach der Angriffspause gefragt.

Aus Moskau gab es dafür zunächst keine Bestätigung. Aus Trumps Ausführungen während einer Kabinettsitzung in Washington ging nicht hervor, wann genau der Zeitpunkt für den Start für eine angebliche Angriffspause infrage kommen könnte.

Ob Kremlchef Wladimir Putin (73) weiß, was er US-Präsident Trump (79) versprochen haben soll?  © Alexey Danichev/Kremlin/dpa

29. Januar, 16.48 Uhr: EU kündigt 145 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in Ukraine an

Die EU will 145 Millionen Euro für humanitäre Hilfe in der Ukraine zur Verfügung stellen. Sie sollen unter anderem Schutz, Unterkünfte, Nahrungsmittel sowie Zugang zu Wasser und Gesundheitsdiensten ermöglichen, wie die EU-Kommission mitteilte. Weitere 8 Millionen Euro sind demnach für die Aufnahme von Kriegsflüchtlingen in Moldau bestimmt.

Zudem liefert die EU angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Energieversorgung der Ukraine 500 weitere Notstromgeneratoren. Vergangenen Freitag hatte sie bereits 447 dieser Notstromsysteme auf den Weg gebracht.

29. Januar, 14.59 Uhr: Russischer Außenminister will nichts von Sicherheitsgarantien wissen

Russland wird nach Worten von Außenminister Sergej Lawrow (75) internationale Sicherheitsgarantien nur für eine moskaufreundliche Ukraine akzeptieren. Die russische Regierung wisse nicht, was die USA und die Ukraine zu Sicherheitsgarantien vereinbart hätten, sagte Lawrow der Nachrichtenagentur Interfax zufolge in Moskau.

"Wenn das Ziel ist, auf einem Teilgebiet der früheren Ukraine das Regime zu erhalten und fortgesetzt dieses Regime als Brückenkopf für Bedrohungen gegen Russland zu nutzen, dann (...) werden solche Garantien kaum einen verlässlichen Frieden sichern", sagte der Minister. Moskau sei dagegen offen für Vereinbarungen über kollektive Sicherheit in der Region, die auch die Sicherheit Russlands umfasse.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow (75) weiß mal wieder angeblich von nichts.  © Pavel Bednyakov/AP/dpa

29. Januar, 14.55 Uhr: Merz sieht keine Notwendigkeit für eigene Gespräche mit Putin

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) will weiterhin nicht selbst mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin (73) eine Lösung des Ukraine-Kriegs suchen.

Er sehe aktuell "keine Notwendigkeit, zusätzliche Gesprächskanäle zu eröffnen", sagte der CDU-Chef in Berlin. Die Europäer seien über die Gespräche der Ukraine, der USA und Russlands im Detail informiert.

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) will nicht mit Putin sprechen.  © Fabian Sommer/dpa

29. Januar, 14.15 Uhr: Deutschland übergibt in Kiew zwei mobile Heizkraftwerke

Deutschland stockt seine Winterhilfe für die Ukraine angesichts der anhaltenden russischen Angriffe auf die Strom- und Wärmeinfrastruktur des Landes um weitere 15 Millionen Euro auf 85 Millionen Euro auf.

Das Geld komme zu den im Dezember bereitgestellten Mitteln von 70 Millionen Euro für die dezentrale Energie- und Wärmeversorgung hinzu, teilte das Entwicklungsministerium in Berlin mit. Die in der Hauptstadt Kiew übergebenen beiden Blockheizkraftwerke seien die erste Lieferung aus diesem Paket. Weitere Blockheizkraftwerke, Generatoren, modulare Kesselanlagen, Pelletheizanlagen und Batteriesysteme sollten folgen.

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) erklärte, Russland erschwere mit seinen Angriffen das Leben in der Ukraine und setze darauf, dass viele Menschen die Flucht ergreifen. "Wir setzen auf die Widerstandskraft des ukrainischen Volkes und stehen an seiner Seite."

Der deutsche Botschafter Heiko Thoms übergibt der ukrainischen Ministerpräsidentin Julia Swyrydenko zwei mobile Blockheizkraftwerke für die Versorgung der Hauptstadt Kiew.  © -/Deutsche Botschaft Ukraine/dpa

29. Januar, 13.12 Uhr: Moskau warnt vor Auslaufen des letzten Abrüstungspakts mit USA

Russland hat vor dem Auslaufen des letzten großen atomaren Abrüstungsvertrags New Start mit den USA kommende Woche vor den Folgen für die strategische Stabilität in der Welt gewarnt.

"Da entsteht ein schwerwiegendes Defizit, das kaum den Interessen der Völker unserer beiden Länder und eigentlich der gesamten Welt entspricht, denn es geht hier um die globale strategische Stabilität", sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow der russischen Agentur Interfax zufolge. Der 2010 zwischen Moskau und Washington geschlossene Vertrag New Start läuft am 5. Februar aus.

Mehr zum Thema Ukraine: