Ukraine-Krieg: Moskau räumt Kraftstoff-Mangel wegen Kiews Angriffen zu

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Ukraine - Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die Ukraine haben den russischen Präsidenten Wladimir Putin zu einer sofortigen Waffenruhe und Verhandlungen über ein Ende des Krieges aufgerufen.

Friedrich Merz (70, v.l.), Wolodymyr Selenskyj (48) Keir Starmer (63), und Emmanuel Macron (48) trafen sich am Sonntag in London.
Friedrich Merz (70, v.l.), Wolodymyr Selenskyj (48) Keir Starmer (63), und Emmanuel Macron (48) trafen sich am Sonntag in London.  © picture alliance/dpa/PA Wire | Lucy North

Ausgangspunkt dafür soll die derzeitige Frontlinie in der Ukraine sein. Die USA sowie Europa sollten "aktiv" an den Gesprächen beteiligt werden.

Das geht aus einer gemeinsamen Erklärung hervor, die Kanzler Friedrich Merz (70, CDU), Präsident Emmanuel Macron (48), Premierminister Keir Starmer (63) und Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) nach ihrem Treffen in London veröffentlichten.

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

8. Juni, 22.38 Uhr: Moskau räumt Kraftstoff-Mangel wegen Kiews Angriffen zu

Das russische Energieministerium hat Probleme bei der Kraftstoffversorgung infolge ukrainischer Angriffe eingeräumt.

In letzter Zeit hätten Unternehmen des Kraftstoff- und Energiesektors mit einer Zunahme von feindlichen Angriffen aus der Luft zu kämpfen, "was zu vorübergehenden Schwierigkeiten mit der Kraftstoffversorgung in einer Reihe von südlichen Regionen führt", hieß es in einer Mitteilung der Behörde bei Telegram. 

Ein nun im Energieministerium gebildeter Stab mit Unternehmen aus eben diesem Sektor soll eine stabile und effiziente Versorgung des Landes sicherstellen, teilte die Behörde weiter mit. 

8. Juni, 17.30 Uhr: Tote und Verletzte nach russischen Angriffen

Durch russische Angriffe sind in der Ukraine mindestens drei Zivilisten getötet worden.

Bei einem Drohnenangriff auf die südostukrainische Großstadt Saporischschja seien zwei Menschen ums Leben gekommen, teilte Militärgouverneur Iwan Fedorow bei Telegram mit. Weitere 15 Menschen wurden demnach verletzt. Die Industriestadt ist rund 25 Kilometer von der Front entfernt.

Im nordostukrainischen Gebiet Sumy starb ein Mann bei einem russischen Angriff mit Mörsern und Drohnen. Er sei auf einem Fahrrad in der Gemeinde Seredyna-Buda unterwegs gewesen, teilte Gouverneur Oleh Hryhorow mit. Die Gemeinde befindet sich unmittelbar an der Grenze zu Russland.

In der Ostukraine sind Behördenangaben nach zudem mindestens sieben Menschen verletzt worden. Auf die Stadt Slowjansk seien drei Bomben abgeworfen worden, teilte der Militärgouverneur des Gebiets Donezk, Wadym Filaschkin, mit. Es habe Schäden an Verwaltungsgebäuden, einer medizinischen Einrichtung und mehreren Wohnhäusern gegeben. Bis zur Front sind es von Slowjansk aus nur etwa 18 Kilometer.

Feuerwehrleute löschen ein Feuer in einem Privathaus nach einem russischen Drohnenangriff in Saporischschja.
Feuerwehrleute löschen ein Feuer in einem Privathaus nach einem russischen Drohnenangriff in Saporischschja.  © Kateryna Klochko/AP/dpa

8. Juni, 14.28 Uhr: BSW-Europaabgeordnete werben in Moskau für Friedensdialog

Die BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich (61) und Michael von der Schulenburg (77) haben in Moskau für einen Friedensdialog unterhalb der Regierungsebene geworben.

Weil die Bundesregierung nicht in der Lage sei, einen Ausweg aus dem Krieg zu finden, brauche es einen Dialog auf einer Ebene darunter, sagte von der Schulenburg in einer Rede im Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften. Teilnehmen an dem Dialog sollten Russen und Deutsche mit politischem Einfluss. Die Überlegungen dafür stünden am Anfang, Ergebnisse seien abhängig auch von Gesprächen in Moskau.

"Für uns ist wichtig, einen Ausweg zu finden", sagte von der Schulenburg.

Die BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich (61, l.) und Michael von der Schulenburg (77, r.) in Moskau.
Die BSW-Europaabgeordneten Ruth Firmenich (61, l.) und Michael von der Schulenburg (77, r.) in Moskau.  © Ulf Mauder/dpa

8. Juni, 9.39 Uhr: Ukraine greift Zug auf dem Weg zur Krim an

Auf der von Russland kontrollierten Krim ist ein Passagierzug auf der Strecke Moskau–Simferopol nach Behördenangaben von einer ukrainischen Drohne getroffen worden. Ein Lokführerassistent wurde dabei getötet, der Lokführer verletzt. Fahrgäste blieben demnach unverletzt.

Der Zugverkehr wurde in der Region vorübergehend eingestellt. Züge wurden evakuiert, Passagiere mit Bussen weiterbefördert.

Der Angriff trifft die ohnehin angeschlagene Tourismusregion mitten in der Hochsaison. Laut Medienberichten kommt es vermehrt zu Stornierungen und rückläufigen Buchungen. Auch Treibstoffknappheit und Einschränkungen an Tankstellen sollen viele Reisende abschrecken.

Russland meldete parallel den Abschuss zahlreicher Drohnen in mehreren Regionen, auch auf der Krim. Die Angaben sind nicht unabhängig überprüfbar.

Die Krim-Brücke erstreckt sich zwischen Kertsch auf der Krim-Halbinsel und dem russischen Festland.
Die Krim-Brücke erstreckt sich zwischen Kertsch auf der Krim-Halbinsel und dem russischen Festland.  © picture alliance/dpa/TASS | Sergei Malgavko

8. Juni, 6.53 Uhr: Europäer sichern weitere militärische Unterstützung zu

Die Europäer sicherten dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj bei dem Londoner Gipfel am Sonntag auch weitere militärische Unterstützung zu.

Darüber solle bei den im Juni und Juli stattfindenden Gipfeltreffen der G7 und der Nato sowie beim nächsten Treffen der "Koalition der Willigen" gesprochen werden, in der sich die Verbündeten der Ukraine zusammengeschlossen haben.

Die Staats- und Regierungschefs betonten die dringende Notwendigkeit, die Raketenabwehr und die Verfügbarkeit weitreichender Waffen zu stärken. Sie erörterten zudem, "wie das Bündnis von der Kampferfahrung der Ukraine lernen kann".

Außerdem wurde besprochen "wie die langfristige industrielle Zusammenarbeit mit der Ukraine ausgebaut werden kann, um die eigene Verteidigung Europas zu stärken".

Die Europäer möchte die Ukraine weiter militärisch unterstützen. (Symbolbild)
Die Europäer möchte die Ukraine weiter militärisch unterstützen. (Symbolbild)  © picture alliance/dpa/ukrin | Oleksandr Klymenko

7. Juni, 17.52 Uhr: Ukraine greift Treibstofflager auf der Krim an

Ukrainische Drohnen haben auf der von Russland besetzten Halbinsel Krim Treibstofflager angegriffen. Unter anderem sei das Öllager Semikolodesjanska getroffen worden, teilten die ukrainischen Spezialeinheiten auf Telegram mit.

Das Lager werde von den russischen Streitkräften als Umschlagplatz für die Versorgung der Truppen mit Treibstoff genutzt. Über das Ausmaß möglicher Schäden wurden zunächst keine Angaben gemacht.

Ein weiterer Angriff ukrainischer Drohnen traf ein Ölterminal im Hafen von Feodosija. Das Terminal werde zur Versorgung der Krim im Notfall genutzt. Auch hier machten die ukrainischen Sondereinheiten keine Angaben zu den Auswirkungen des Angriffs. Von russischer Seite gab es zu beiden Angriffen zunächst keine Informationen.

7. Juni, 14.39 Uhr: Tschernobyl-Anlage für Kernmaterial getroffen

Russland hat mit einem Drohnenangriff nach ukrainischen Angaben ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen.

Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden, teilte der Staatskonzern Energoatom mit. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. Die Strahlenwerte lägen innerhalb der festgelegten Grenzwerte, hieß es.

Ein Feuer habe sich auf einer Fläche von 40 Quadratmetern ausgebreitet; es sei gelöscht worden, teilte das Unternehmen weiter mit.

7. Juni, 14.36 Uhr: Selenskyj ist sich sicher - Anlage in Tschernobyl-Zone absichtlich getroffen

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat Russland vorgeworfen, das Lager für abgebrannte Kernelemente in der Sperrzone um stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl gezielt angegriffen zu haben.

Es handle sich um einen "außerordentlich hinterhältigen russischen Angriff", teilte er bei Telegram mit. Die zuständigen Ministerien und Dienste informierten nun die Partner Kiews darüber, teilte er bei Telegram mit.

7. Juni, 12.09 Uhr: Anlage bei Tschernobyl getroffen

Bei einem russischen Drohnenangriff ist nach ukrainischen Angaben ein Gebäude des zentralen Lagers für abgebrannte Brennelemente in der Zone um das stillgelegte Atomkraftwerk Tschernobyl getroffen worden.

Das Gebäude für die Annahme von Behältern sei bei dem Angriff in der Nacht teilweise zerstört worden, teilte der Staatskonzern Energoatom mit. Es sei dort kein abgebrannter Kernbrennstoff gelagert worden. Die Strahlenwerte lägen innerhalb der festgelegten Grenzwerte, hieß es.

Ein Feuer habe sich auf einer Fläche von 40 Quadratmetern ausgebreitet; es sei gelöscht worden, teilte das Unternehmen weiter mit.

In dem zentralen Lager in der Sperrzone um das vor 40 Jahren havarierte AKW Tschernobyl werden abgebrannte Brennelemente aus anderen ukrainischen Kernkraftwerken langfristig gelagert.

Bei einem russischen Drohnenangriff wurde in der Ukraine das zentrale Lager für abgebrannte Brennelemente getroffen. (Archivfoto)
Bei einem russischen Drohnenangriff wurde in der Ukraine das zentrale Lager für abgebrannte Brennelemente getroffen. (Archivfoto)  © DPA

7. Juni, 10.09 Uhr: Ukraine setzt auf Rüstungsindustrie als Wirtschaftsfaktor

Die Ukraine sieht ihre Rüstungsindustrie als eine dauerhafte Quelle wirtschaftlicher Stärke.

"Die Nachfrage, die wir in der Ukraine geschaffen haben, hat einen Wirtschaftszweig hervorgebracht, der nun praktisch boomt. Daher ist er ein sehr wichtiger Teil unserer Zukunft", sagte Finanzminister Serhij Martschenko auf dem Jahrestreffen der Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) in Riga.

Entscheidend sei nun, die Industrie zu stärken, ihr Entwicklungskapazitäten zu verschaffen und das militärische Potenzial für einen breiteren Markt zu öffnen. Dazu stehe die Ukraine vor der Entscheidung, die Ausfuhr von Militärgütern zu ermöglichen.

Titelfoto: Kateryna Klochko/AP/dpa

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