Ukraine-Krieg: Ukrainer sollen besetzte Gebiete verlassen

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Ukraine - In der ostukrainischen Industriestadt Pawlohrad sind bei einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt worden.

Der Ukraine-Krieg dauert nun schon so lange wie der Erste Weltkrieg. (Archivbild)
Der Ukraine-Krieg dauert nun schon so lange wie der Erste Weltkrieg. (Archivbild)  © Pavel Bednyakov/AP/dpa

Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Ein Brand sei ausgebrochen.

Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Drohnenangriff.

Die Ukraine verteidigt sich mit westlicher Hilfe seit mehr als vier Jahren gegen einen russischen Angriffskrieg.

Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland
Ukraine Ukraine-Krieg: Drohnen über der Ukraine und Russland

Alle relevanten Informationen zum Geschehen in der Ukraine und Russland gibt es hier im TAG24-Newsticker.

11. Juni, 20.15 Uhr: Ukrainer sollen besetzte Gebiete verlassen

Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes.

Vor diesem Hintergrund hat der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht aufgerufen. Die Risiken für Zivilisten stiegen, sagte Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram.

Dafür nannte er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte griffen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setze mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen. 

Die ukrainische Armee verstärkt ihre Luftangriffe auf die von Russland besetzten Teile des Landes. (Symbolfoto)
Die ukrainische Armee verstärkt ihre Luftangriffe auf die von Russland besetzten Teile des Landes. (Symbolfoto)  © Andriy Andriyenko/Ukrainian 65 Mechanized brigade/AP/dpa

11. Juni, 17.31 Uhr: Europäische Diplomaten treffen russischen Vize-Außenminister

Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben bei einem Treffen im russischen Außenministerium nach eigenen Angaben den jüngsten Aufruf ihrer Länder und Kiews zu Gesprächen über ein Ende des Ukraine-Kriegs dargelegt.

Dabei sei es auch um die Unterstützung der Aufforderung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (48) zu direkten Gesprächen zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung der USA und Europas gegangen, hieß es in einer Mitteilung nach dem Treffen. Die Botschafter trafen demnach den stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin (66). 

11. Juni, 15.11 Uhr: Ukraine gewinnt laut Armeechef Oberhand im Drohnen-Krieg

Die Ukraine gewinnt eigener Einschätzung nach im Krieg gegen Russland beim Einsatz von Drohnen die Oberhand.

"Heute können wir mit gutem Grund behaupten, dass die Ukraine im Wettstreit um Technologie, Innovation und Produktionskapazitäten dem Gegner zumindest in nichts nachsteht und ihm in einzelnen Bereichen sogar voraus ist", sagte Armeechef Olexander Syrskyj gemäß einer Mitteilung bei Telegram. 

Bei frontnahen ferngesteuerten Drohnen liege das Verhältnis bei 1,5 zu 1 zugunsten der ukrainischen Truppen und verbessere sich weiter. Im Mai seien bereits 12,7 Prozent mehr gegnerische Ziele getroffen worden als im April.

Dazu haben ukrainische Drohnenpiloten seit Jahresbeginn Syrskyj zufolge 12.500 mehr russische Soldaten außer Gefecht gesetzt, als Moskau im gleichen Zeitraum anwerben konnte. Der General hob ebenso hervor, dass seine Drohnentruppen im russischen Hinterland bis zu 200 Kilometer hinter der Frontlinie immer effektiver und massenhafter Drohnen einsetzen.

Insbesondere seit März greifen ukrainische Drohnen verstärkt Ziele weit hinter der Frontlinie im zuvor russisch kontrollierten Hinterland an. (Archivbild)
Insbesondere seit März greifen ukrainische Drohnen verstärkt Ziele weit hinter der Frontlinie im zuvor russisch kontrollierten Hinterland an. (Archivbild)  © Julia Demaree Nikhinson/AP/dpa

11. Juni, 12.47 Uhr: Ukrainischer Botschafter dankt deutschen Steuerzahlern

Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, hat die Bedeutung der deutschen Unterstützung im Krieg mit Russland erneut hervorgehoben. "Ich danke jedem deutschen Steuerzahler dafür, dass er das ermöglicht, dass die deutsche Bundesregierung die Ukraine unterstützt", sagte der Botschafter im Brandenburger Landtag.

Mit den Mitteln sei man in der Lage, "die anfliegenden russischen Raketen" abzufangen. Die "russische Aggression und die ukrainische Verteidigung" ließen sich nicht auf eine Stufe stellen, betonte Makeiev. Keiner wolle den Frieden mehr als die Ukraine – "aber einen gerechten Frieden".

Russland verwehre sich Friedensverhandlungen und zeige keine Bereitschaft, den Krieg zu beenden. Verhandlungen könnten für die Ukraine"nur aus der Position der Stärke" zustande kommen. Man sei mit den Verbündeten stark genug.

Makeiev sprach von den "Ländern Europas und der zivilisierten Welt", die gleiche Vorstellungen von einem guten Leben und einem gerechten Frieden teilten. (Archivbild)
Makeiev sprach von den "Ländern Europas und der zivilisierten Welt", die gleiche Vorstellungen von einem guten Leben und einem gerechten Frieden teilten. (Archivbild)  © picture alliance/dpa | Annette Riedl

11. Juni, 11.09 Uhr: Merz sichert Ukraine weitere Unterstützung der Bundesregierung zu

Bundeskanzler Friedrich Merz (70, CDU) hat der Ukraine vor dem Hintergrund des russischen Angriffskriegs die weitere Unterstützung der Bundesregierung zugesichert. 

Das Ziel bleibe ein gerechter und dauerhafter Frieden, "der auch unsere Sicherheitsinteressen berücksichtigt", sagte er in einer Regierungserklärung im Bundestag. Dafür unterstütze man die Ukraine. "Wir haben das gestern getan, wir tun das heute und wir tun das morgen, solange wie es notwendig ist."

Gegen Russlands "offenkundige Bereitschaft zur Eskalation" stärke man die Ostflanke der Nato und unterstütze zugleich die Bemühungen für eine Verhandlungslösung. "Ein tragfähiger Frieden wird nur in Verhandlungen mit Beteiligung der Ukraine, mit Russland, der USA und Europa erreicht werden können, anders wird es nicht möglich sein."

Die Ukraine verteidige ihre Freiheit und die Freiheit und Sicherheit in ganz Europa. Denn sie gehöre zu Europa und in längerer Perspektive auch zur Europäischen Union, sagte Merz.

Der AfD warf Friedrich Merz vor, dies ins Lächerliche zu ziehen
Der AfD warf Friedrich Merz vor, dies ins Lächerliche zu ziehen  © picture alliance/dpa | Michael Kappeler

11. Juni, 09.12 Uhr: Atomkraftwerk Saporischschja erneut ohne Strom

Das von russischen Truppen besetzte Atomkraftwerk Saporischschja im Süden der Ukraine ist erneut von der äußeren Stromversorgung abgeschnitten. Die zur Anlage führende Hochspannungsleitung sei am Abend automatisch abgeschaltet worden, teilte die Kraftwerksleitung mit.

Die als Reserve bereitstehenden Dieselgeneratoren hätten die Stromversorgung übernommen. Erhöhte Radioaktivität sei nicht ausgetreten. "Die Nacht verlief in Enerhodar und dem Umkreis des Atomkraftwerks Saporischschja relativ ruhig", sagte die von Moskau eingesetzte Kommunikationsleiterin des AKW, Jewgenija Jaschina, der staatlichen Nachrichtenagentur Tass. Es habe nur vereinzelt Drohnenbeschuss gegeben. Allerdings sei die gesamte Stadt ohne Stromversorgung. 

Russland hat das AKW in den ersten Kriegstagen 2022 erobert und hält es seither besetzt. (Archivbild)
Russland hat das AKW in den ersten Kriegstagen 2022 erobert und hält es seither besetzt. (Archivbild)  © picture alliance/dpa/AP | -

11. Juni, 7.40 Uhr: Raffinerie in Südrussland nach Drohnenattacke beschädigt

Die Ukraine hat in der Nacht eine Raffinerie in der städtischen Siedlung Afipski unweit der südrussischen Millionenstadt Krasnodar mit Drohnen angegriffen und in Brand gesetzt.

Die Flammen in der Anlage seien am Morgen gelöscht worden, teilte der Krisenstab der Region Krasnodar mit. "Verletzte hat es nicht gegeben", hieß es. 

11. Juni, 6.06 Uhr: Viele Verletzte nach russischem Angriff in Ostukraine

In der ostukrainischen Industriestadt Pawlohrad sind bei einem russischen Angriff mindestens zwölf Menschen verletzt worden.

Ein mehrstöckiges Wohngebäude sei beschädigt worden, schrieb der Militärgouverneur der Region Dnipropetrowsk, Olexander Hanscha, bei Telegram. Ein Brand sei ausgebrochen. Nach Angaben der regionalen Staatsanwaltschaft handelte es sich um einen Drohnenangriff.

Russland überzieht die Ukraine mit Angriffen aus der Luft. Im Osten des Landes wird ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen. (Archivbild)
Russland überzieht die Ukraine mit Angriffen aus der Luft. Im Osten des Landes wird ein mehrstöckiges Wohnhaus getroffen. (Archivbild)  © Efrem Lukatsky/AP/dpa

10. Juni, 21.32 Uhr: Wadephul wirbt bei EU-Beitrittsverfahren für Kiew um Geduld

Außenminister Johann Wadephul (63, CDU) hat sich zuversichtlich über einen raschen Beginn des EU-Beitrittsverfahrens für die Ukraine geäußert, zugleich aber um Geduld geworben.

"Wir haben jetzt nach einer Zeit langen Wartens jede Geduld dafür, dass dieser Prozess in aller Ruhe und Sorgfalt zu Ende geführt wird", sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit seiner ungarischen Amtskollegin Anita Orbán (51) in Berlin. "Ich bin optimistisch, dass das bald geschehen kann", fügte er hinzu.

Man sei in der Schlussphase der Verhandlungen über die Eröffnung der Verhandlungen, sagte Wadephul. "Aber das machen wir, nachdem der politische Weg jetzt sehr positiv aussieht, in aller Sorgfalt und ohne irgendeine Hektik, weil die gar nicht nötig ist." Im EU-Außenministerrat am kommenden Montag werde man die weiteren Themen besprechen und vor allem den EU-Gipfel Ende der Woche vorbereiten.

Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) wirbt bei EU-Beitrittsverfahren für Kiew um Geduld.
Bundesaußenminister Johann Wadephul (63, CDU) wirbt bei EU-Beitrittsverfahren für Kiew um Geduld.  © Elisa Schu/dpa

10. Juni, 15.45 Uhr: Ukraine-Krieg dauert nun so lange wie der Erste Weltkrieg

Der ukrainische Generalstab in Kiew zählte am Mittwoch den 1568. Tag des Krieges.

Damit dauert die von Kremlchef Wladimir Putin 2022 befohlene Großinvasion in das Nachbarland nun so lang wie der Erste Weltkrieg von 1914 bis 1918 (ebenfalls 1568 Tage); und ein Ende ist nicht abzusehen.

Russland will die Ukraine militärisch und politisch zurück in seinen Machtbereich zwingen. Es hält einschließlich der schon 2014 annektierten Halbinsel Krim knapp ein Fünftel der Ukraine besetzt. Doch in den vergangenen Wochen setzt die ukrainische Armee Moskau gerade mithilfe ihres Drohnen-Arsenals immer stärker unter Druck.

Der Ukraine-Krieg dauert nun schon so lange wie der Erste Weltkrieg. (Archivbild)
Der Ukraine-Krieg dauert nun schon so lange wie der Erste Weltkrieg. (Archivbild)  © Pavel Bednyakov/AP/dpa

10. Juni, 10:31 Uhr: Russischer Drohnenschwarm schlägt in Charkiw ein

Die russischen Drohnenangriffe in der Nacht trafen am schwersten die grenznahe ukrainische Großstadt Charkiw.

Die Regionalverwaltung berichtete von 26 Einschlägen binnen kurzer Zeit. Es habe fünf Verletzte gegeben. Die ukrainische Luftwaffe zählte über Nacht 207 russische Drohnen, von denen 181 abgefangen worden sein.

Die Großstadt Charkiw treffen schon seit Tagen immer wieder harte russische Angriffe.
Die Großstadt Charkiw treffen schon seit Tagen immer wieder harte russische Angriffe.  © picture alliance/dpa/Ukrainian Emergency Service | Uncredited

10. Juni, 09:39 Uhr: Ukrainische Drohnen treffen Geschichtsmuseum auf der Krim

In Sewastopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim schlug eine Drohne in ein Geschichtsmuseum ein.

Nach Angaben der örtlichen Behörden geriet das Dach des Gebäudes, das an den Krimkrieg von 1853 bis 1856 erinnert, in Brand. Der Chef der Besatzungsverwaltung, Michail Raswoschajew, sprach auf Telegram von einem gezielten Angriff auf eine Kultureinrichtung.

Dies wäre indes untypisch für die bisherigen Angriffsmuster der ukrainischen Armee. Umgekehrt hat Russland in mehr als vier Jahren Angriffskrieg viele Museen, Theater, Bibliotheken, Schulen und Kirchen in der Ukraine bei Luftangriffen beschädigt.

Titelfoto: Andriy Andriyenko/Ukrainian 65 Mechanized brigade/AP/dpa

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