Ukraine-Krieg: USA binden Sicherheitsgarantien an Gebietsabtretungen

Ukraine - Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48) hat angesichts der massiven Schäden an der Energieinfrastruktur durch die russischen Angriffe die Flugabwehr zu einem besseren Schutz der Anlagen aufgefordert.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (48).  © dpa/AP | Mindaugas Kulbis

"Die Führung der Luftstreitkräfte muss beim Schutz deutlich schneller reagieren", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Er habe dies bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister und den Kommandeur der Luftstreitkräfte erklärt. Im ganzen Land gibt es massive Strom- und Heizungsausfälle.

Die Lage sei nicht nur in der Hauptstadt Kiew schwierig, sondern unter anderem auch in den Regionen Charkiw, Saporischschja, Dnipropetrowsk, Tschernihiw und Sumy. "Klar, in Kiew gibt es jetzt die meisten Herausforderungen", sagte Selenskyj. "Ein Großteil der Häuser hat keine Heizung, darunter auch solche, die schon seit langer Zeit ohne Heizung sind."

Die bisherigen Ergebnisse seien nicht ausreichend, kritisierte der Präsident. "Ich erwarte von den Kiewer Behörden, dass sie ihre Arbeit verstärken – viele Städte und Gemeinden sind bereit, zu helfen", sagte er. "Ich habe die Regierung beauftragt, zusätzliche Ressourcen bereitzustellen." Es brauche auch mehr Wärmestellen.

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27. Januar, 11.16 Uhr: USA binden Sicherheitsgarantien für die Ukraine an Gebietsabtretungen

Laut Bericht der "Financial Times" bindet die Trump-Regierung etwaige Sicherheitsgarantien an die Aufgabe von Territorium durch die Ukraine an Russland.

Die USA sollen der Ukraine dementsprechend auch mehr Waffen für die Zeit nach einem möglichen Waffenstillstand zugesichert haben. Die Sicherheitsgarantien für die Ukraine sollen denen nach Artikel 5 der Nato entsprechen.

Dafür soll Kiew sich jedoch aus dem Gebieten der Regionen Donezk und Luhansk zurückziehen, die es weiterhin kontrolliert. Für Präsident Wolodymyr Selenskyj ist das eine rote Linie. Auch die ukrainische Bevölkerung spricht sich in Umfragen immer wieder gegen die Aufgabe von Territorium aus.

Ukrainische Politiker und Militärs haben durch die erastische Politik zudem Zweifel, dass Washington seinen Teil der Sicherheitsgarantien erfüllen würde, falls Russland den Waffenstillstand erneut brechen sollte.

Die Trump-Regierung bindet etwaige Sicherheitsgarantien an die Aufgabe von Territorium durch die Ukraine an Russland.
Die Trump-Regierung bindet etwaige Sicherheitsgarantien an die Aufgabe von Territorium durch die Ukraine an Russland.  © Evan Vucci/AP/dpa

27. Januar, 8.23 Uhr: Viele Verletzte in Odessa nach Drohnenangriff

Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden. Der Chef der Stadtverwaltung, Serhij Lyssak, berichtete morgens auf Telegram von mindestens 22 Verletzten.

Es seien mehrere Wohnblocks und Einfamilienhäuser, ein Infrastrukturobjekt und eine Kirche im Stadtzentrum beschädigt worden. Nachts habe es mehrere Brände gegeben, teilte Lyssak mit. Rettungskräfte bargen Menschen, die in den beschädigten Häusern eingeschlossen waren.

Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden.
Bei einem russischen Drohnenangriff sind in der ukrainischen Hafenstadt Odessa nach Behördenangaben zahlreiche Menschen verletzt worden.  © Uncredited/Ukrainian Emergency Service/dpa

27. Januar, 7.07 Uhr: Selenskyj will nächstes Treffen mit Russen vorverlegen

Selenskyj traf sich in Kiew auch mit seiner Delegation, die am Freitag und Samstag unter US-Vermittlung in Abu Dhabi direkte Verhandlungen mit der russischen Seite geführt hatte.

"Nach langer Zeit gab es wieder ein Treffen mit den Amerikanern und Russen. Wir haben verschiedene Fragen eher militärischer Natur besprochen – Maßnahmen zur Beendigung des Krieges", sagte Selenskyj. Dabei sei es auch um die Kontrolle und Überwachung eines möglichen künftigen Waffenstillstands gegangen, sagte er.

27. Januar, 7.05 Uhr: Selenskyj fordert besseren Schutz Kiews durch Flugabwehr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat angesichts der massiven Schäden an der Energieinfrastruktur durch die russischen Angriffe die Flugabwehr zu einem besseren Schutz der Anlagen aufgefordert.

"Die Führung der Luftstreitkräfte muss beim Schutz deutlich schneller reagieren", sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft. Er habe dies bei einem Treffen mit dem Verteidigungsminister und den Kommandeur der Luftstreitkräfte erklärt. Im ganzen Land gibt es massive Strom- und Heizungsausfälle.

Die Lage bei der Energieversorgung in der Ukraine verschlechtert sich zusehends. Präsident Selenskyj (48) sieht die Flugabwehr in der Pflicht – und möchte schnellere Gespräche mit Russland.
Die Lage bei der Energieversorgung in der Ukraine verschlechtert sich zusehends. Präsident Selenskyj (48) sieht die Flugabwehr in der Pflicht – und möchte schnellere Gespräche mit Russland.  © -/Press Service Of The President Of Ukraine/AP/dpa

26. Januar, 18.09 Uhr: Rutte warnt EU vor strengen Auflagen für Ukraine-Darlehen

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) appelliert an das Europaparlament, in den Verhandlungen über das neue riesige EU-Darlehen für die Ukraine keine allzu strengen Auflagen für die Verwendung der Mittel zu verlangen.

Er rate nachdrücklich dazu, der Ukraine einen flexiblen Umgang mit dem Geld zu ermöglichen, sagte Rutte bei einem Austausch mit Mitgliedern der Ausschüsse für Außen- und Verteidigungspolitik in Brüssel. Dies werde nicht möglich sein, wenn man auf eine restriktive Buy-European-Klausel poche. Eine solche würde den Kauf von Rüstungsgütern in Europa verlangen und Geschäfte mit Rüstungsunternehmen etwa aus den USA erschweren.

Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) stellt sich deutlich an die Seite der Ukraine.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte (58) stellt sich deutlich an die Seite der Ukraine.  © Laurie Dieffembacq/NATO /dpa

26. Januar, 6.15 Uhr: Dokument über Sicherheitsgarantien der USA fertig

Ein Dokument über Sicherheitsgarantien der USA für die Ukraine ist dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge unterschriftsreif.

Das Papier sei "zu 100 Prozent" fertig, sagte Selenskyj bei einer Pressekonferenz in Litauen. Kiew erwarte nun von seinen Partnern die Bereitschaft, Ort und Zeit zur Unterschrift zu nennen, danach komme das Dokument zur Ratifizierung in den US-Kongress und das ukrainische Parlament.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schüttelt dem litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda nach einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem polnischen Präsidenten Nawrocki im Präsidentenpalast, die Hand.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj schüttelt dem litauischen Präsidenten Gitanas Nauseda nach einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem polnischen Präsidenten Nawrocki im Präsidentenpalast, die Hand.  © dpa/AP | Mindaugas Kulbis

26. Januar, 6 Uhr: Selenskyj trifft belarussische Oppositionelle Tichanowskaja

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja haben sich in der litauischen Hauptstadt Vilnius getroffen.

Selenskyj habe sie bei dem Treffen zu einem Besuch nach Kiew eingeladen, schrieb die im Exil lebende Tichanowskaja bei Telegram.

25. Januar, 14.20 Uhr: Kreml schließt Verhandlungen mit "inkompetenter" EU-Führung aus

Der Kreml hat vor dem Hintergrund der Suche nach einer diplomatischen Lösung des Ukraine-Kriegs die politische Führung der EU als inkompetent kritisiert und Verhandlungen mit der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas ausgeschlossen.

Der EU-Führung fehle es an vorausschauenden Visionären, beklagte Kremlsprecher Dmitri Peskow im russischen Staatsfernsehen. "Das sind irgendwelche ungebildeten inkompetenten Funktionäre, die nicht in Zukunft schauen und das heute existierende Koordinatensystem verstehen können." Darunter leide das gesamte System der internationalen Beziehungen, sagte er.

So habe sich die EU von einer ausgedachten Abhängigkeit von russischem Öl und Gas nun in die Abhängigkeit von den USA begeben, argumentierte er.

Der Kremlsprecher Dmitri Peskow beklagt im russischen Staatsfernsehen, dass es der EU-Führung an vorausschauenden Visionären fehle.
Der Kremlsprecher Dmitri Peskow beklagt im russischen Staatsfernsehen, dass es der EU-Führung an vorausschauenden Visionären fehle.  © -/Kremlin Press Office/dpa

25. Januar, 12.31 Uhr: Neue Angriffe auf die Ukraine - Tausende in Kiew ohne Heizung

Trotz der Verhandlungen über ein Ende des Kriegs in der Ukraine hat Russland das Land erneut mit Drohnen und Raketen beschossen.

Zum Einsatz gekommen seien 102 Kampfdrohnen und zwei Iskander-Raketen, teilte die ukrainische Luftwaffe mit. 87 Drohnen wurden demnach abgewehrt, es gab aber auch Einschläge an zehn unterschiedlichen Orten.

Unterdessen bleibt die Lage in der Hauptstadt Kiew infolge vorangegangener russischer Attacken schwierig. Zwar sei der größte Teil der am Samstag in 6000 Wohnblocks ausgefallenen Heizungen wieder an das Wärmenetz angeschlossen worden, doch 1676 Wohnblocks seien immer noch ohne Wärmeversorgung, teilte Bürgermeister Vitali Klitschko mit. In der Nacht lagen die Temperaturen in Kiew im zweistelligen Frostbereich.

25. Januar, 7.07 Uhr: Ukraine-Gespräche sollen kommende Woche in Abu Dhabi fortgesetzt werden

Nach US-Angaben sind in der kommenden Woche weitere Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs in den Vereinigten Arabischen Emiraten geplant.

Zu den am vergangenen Freitag und Samstag abgehaltenen trilateralen Gesprächen zwischen Kiew, Moskau und Washington schrieb der US-Sondergesandte Steve Witkoff auf der Plattform X, diese seien "sehr konstruktiv" gewesen. Es seien Pläne gemacht worden, "die Gespräche nächste Woche in Abu Dhabi fortzusetzen."

Die trilateralen Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs sollen laut Steve Witkoff in den Vereinigten Arabischen Emiraten fortgesetzt werden. (Archivbild)
Die trilateralen Gespräche zur Beendigung des Ukraine-Kriegs sollen laut Steve Witkoff in den Vereinigten Arabischen Emiraten fortgesetzt werden. (Archivbild)  © Evan Vucci/AP/dpa

24. Januar, 21.43 Uhr: Behörden melden schwersten Raketenangriff seit Kriegsbeginn auf russische Grenzregion

Die westrussische Großstadt Belgorod nahe der Grenze zur Ukraine ist nach Behördenangaben von einem schweren Raketenangriff getroffen worden.

"Unseren Informationen nach war es der massivste Raketenbeschuss Belgorods (seit Kriegsbeginn)", schrieb der Gouverneur der Region, Wjatscheslaw Gladkow, bei Telegram. Demnach wurden Energieanlagen getroffen. Tote und Verletzte habe es ersten Informationen nach aber nicht gegeben, fügte er hinzu.

In Belgorod gab es laut russischen Behörden massiven Raketenbeschuss. (Archivbild)
In Belgorod gab es laut russischen Behörden massiven Raketenbeschuss. (Archivbild)  © Vadim Ghirda/AP/dpa

24. Januar, 19.30 Uhr: Selenskyj lobt konstruktive Verhandlungen in Abu Dhabi

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (47) hat die trilateralen Verhandlungen zwischen Washington, Moskau und Kiew über ein Ende des russischen Kriegs in seinem Land als konstruktiv gelobt.

Es seien viele Themen besprochen worden bei dem ersten Treffen der beiden Kriegsgegner seit längerer Zeit, schrieb er in sozialen Netzwerken. Er erwarte nun den genauen Bericht der ukrainischen Delegation nach ihrer Rückkehr.

Das weitere Vorgehen werde auf Ebene der Staats- und Regierungschefs entschieden. Die an den Verhandlungen beteiligten "Militärs haben eine Liste von Themen für ein mögliches neues Treffen erstellt." Dieses könne bei entsprechendem Willen schon in der kommenden Woche stattfinden - Kiew sei dazu bereit, betonte er.

In Abu Dhabi fanden Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs statt. (Archivbild)
In Abu Dhabi fanden Verhandlungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs statt. (Archivbild)  © Sina Schuldt/dpa

24. Januar, 15.25 Uhr: Verhandlungen in Abu Dhabi vorerst beendet

Der zweite Verhandlungstag bei den trilateralen Gesprächen zwischen Kiew, Moskau und Washington über eine Beendigung des russischen Kriegs in der Ukraine ist beendet.

Die Delegationen seien in ihre Hotels zurückgekehrt, eine Fortsetzung heute sei nicht mehr geplant, berichtete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf Verhandlungskreise. Konkrete Ergebnisse wurden zunächst nicht bekannt.

Nach aus Verhandlungskreisen durchdringenden Informationen sind beide Kriegsparteien grundsätzlich mit dem Verlauf der Gespräche zufrieden. Es gebe Resultate, doch diese würden von den Verantwortlichen daheim verkündet, zitierte Tass ein Mitglied der russischen Verhandlungsdelegation.

Titelfoto: Evan Vucci/AP/dpa

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