Damit sich "Timmy"-Drama nicht wiederholt: Klarer Appell von Robert Marc Lehmann

Rügen - Er war eine der umstrittensten Figuren des Dramas um Buckelwal "Timmy": Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43). Am Donnerstag meldete sich der YouTuber mit einem neuen Video bei seiner Community.

Meeresbiologe Robert Marc Lehmann (43) hat sich nach dem Drama um Buckelwal "Timmy" mit einem neuen Video gemeldet.  © Daniel Bockwoldt/dpa

Der rund 52-minütige Film trug den Titel "Damit sich das Schicksal vom Buckelwal nicht wiederholt" - zu sehen bekamen die Zuschauer die Dokumentation eines gefährlichen Tauch-Einsatzes, der zumindest indirekt mit dem wochenlang in der Ostsee gestrandeten Ozeanriesen zu tun hatte.

"Wie hunderttausende Meeressäuger und Millionen andere Meerestiere weltweit hat sich in diesem Jahr auch ein Buckelwal in Geisternetzen der Fischerei verfangen. Er hat uns erneut die Tragik dieser Netze vor Augen geführt: Für viele Tiere bedeuten sie einen qualvollen Tod", hieß es in der Einleitung.

Was folgte, waren Aufnahmen einer Mission, die Lehmann und sein Team bereits im vergangenen Oktober vor die Insel Rügen verschlagen hatte. Das Ziel: Ein riesiges Geisternetz aus der Ostsee zu bergen, um etliche Tiere vor dem Tod zu bewahren.

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"Egal, wie gut dein Sicherheitskonzept ist: Ein kleiner menschlicher Fehler kann dazu führen, dass ein Mensch stirbt", kommentierte der Meeresbiologe den gefährlichen Einsatz auf hoher See. Da wusste er noch nicht, dass sich das Netz als "schlimmstes, beschissenstes Arschloch-Geisternetz aller Zeiten" herausstellen sollte.

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Robert Marc Lehmann meldet sich mit neuem YouTube-Video

Meeresbiologe nimmt Menschen nach "Timmy"-Drama in die Pflicht

Der YouTuber ging mit dem Ozeanreisen auf Tuchfühlung - und fordert jetzt, dass sich dessen Schicksal niemals wiederholen darf.  © Daniel Bockwoldt/dpa

So gelang es dem Meeresbiologen und seinem Team zwar, das mehr als 800 Quadratmeter große Netz mithilfe von Hebesäcken vom Grund zu lösen, auf ihr Boot bekamen die Umweltschützer das Monstrum aber nicht gezogen.

Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als es in Küstennähe zu schleppen, wo mehr als 30 Freiwillige einem spontanen Community-Auftritt Lehmanns folgten und an einem regnerischen Donnerstag bei der Bergung des Geisternetzes halfen. "Das zeigt mir, dass ich nicht alleine kämpfe. Wir sind eine ganze Menge Leute", jubelte Lehmann.

Der YouTuber hob jedoch auch mahnend den Zeigefinger: "Wir haben das Privileg, dass wir entscheiden können, ob wir an diesem Scheiß teilnehmen oder ob wir es einfach sein lassen. Ob wir für den Planeten kämpfen oder gegen ihn. Es ist eure Entscheidung."

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Denn, so verdeutlichte Lehmann abschließend: "Jeder Mensch, der Fisch isst, der mit Netzen gefangen wurde, ist Teil dieses Problems" - ein Problem, das beinahe auch Buckelwal "Timmy" zum Verhängnis geworden wäre.

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