So heizt Du richtig und sparst damit jede Menge Geld

Frankfurt am Main - Na, hast Du auch schon mal eine Nebenkosten-Abrechnung bekommen, die Dir einen halben Herzinfarkt bescherte? Das liegt in den meisten Fällen daran, dass wir unsere Heizungen nicht richtig benutzen.

Aber wie genau heizt man denn kostensparend? Wie funktioniert überhaupt so eine Heizung und welche Heizsysteme gibt es? Heute werden wir das Mysterium Heizung aufklären.

70 Prozent der Energie, die wir im Haushalt verbrauchen, wird für das Erwärmen der Räume benötigt. Folglich ist das aber auch der größte Stellhebel, um Geld zu sparen.

Vor allem, da ab Januar das Heizen teurer wird, sollte man spätestens jetzt lernen so effizient wie möglich zu heizen.

Beim Heizen verbrauchen wir die meiste Energie im Haushalt.
Beim Heizen verbrauchen wir die meiste Energie im Haushalt.  © Deutscher Infografikdienst

Aber wie funktioniert so eine Heizung eigentlich?

Es gibt ganz viele verschiedene Heizsysteme und alle basieren auf verschiedenen Energiequellen und Ressourcen unseres Planeten.

Auf Platz eins der meistgenutzten Heizungssysteme liegt in Deutschland die Gasheizung. In einem sogenannten Gasbrenner wird (wie der Name schon sagt) Gas verbrannt. Dabei entsteht Wärme, die über einen Wärmetauscher an das Heizungswasser abgegeben wird, welches durch unsere Heizkörper gepumpt wird und die Wärme an die Umgebung abgibt.

Die Ölheizung, welche den zweiten Platz belegt, funktioniert im Prinzip genauso. Leider entsteht bei beiden Systemen jede Menge CO2. Die Ölheizung ist mit 40 Kilogramm CO2-Ausstoß pro beheizten Quadratmeter die Dreckigste aller Heizarten. Das Heizen verursacht also neben hohen Kosten auch noch die meisten CO2-Emissionen im Haushalt.

Deutlich umweltfreundlicher ist das Heizen durch Fernwärme, welches auf Platz drei liegt. Hierbei kommt die Wärme aus einem nahegelegenen Kraftwerk (meist im Umkreis von 20 Kilometern).

In den meisten Fällen ist das ein Heizkraftwerk, welches auf dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Prinzip basiert. Dabei wird die bei der Stromerzeugung entstehende Abwärme genutzt und in Form von Heißwasser durch Rohre zum Kunden transportiert.

Darüber hinaus gibt es noch weitere Verfahren, die Strom und Wärme gleichzeitig produzieren wie Blockheizkraftwerke oder die Brennstoffzellenheizung.

Häufig kommt auch die Wärmepumpe zum Einsatz, die im Endeffekt wie ein Kühlschrank funktioniert, nur umgekehrt. Der Kühlschrank entzieht dem Innenraum Wärme. Bei der Heiztechnik wird der Außenluft, der Erdwärme oder dem Grundwasser Wärme entzogen und an das Haus abgegeben.

Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank - nur umgekehrt.
Eine Wärmepumpe funktioniert wie ein Kühlschrank - nur umgekehrt.  © www.heizsparer.de

Es gibt aber auch Heizsysteme, die noch ganz klassisch mit Holzscheiten oder Holzpellets (gepresste Holzreste) befeuert werden und natürlich die mit Strom betriebene Heizung.

Gut kombinieren lassen sich die verschiedenen Heizsysteme mit Solarthermie. Dabei fließt durch auf dem Dach installierte Röhren eine Flüssigkeit, die dann von der Sonne aufgewärmt wird. Diese Wärme kann anschließend zum Heizen oder für Warmwasser genutzt werden.

Mit diesen Tipps könnt Ihr effizienter heizen

Doch unabhängig davon, welche Energieform genutzt wird, können Kosten reduziert und die Umweltfreundlichkeit gesteigert werden, indem effizient geheizt wird. Wie genau das funktioniert ist in den folgenden Tipps zusammengefasst.

1. Es wird NICHT schneller warm, wenn man die Heizung hoch aufdreht

Die Zahlen auf dem Thermostat stehen für bestimmte Temperaturen, nicht für die Heizintensität. Das heißt, bei hoher Stufe heizt die Heizung lediglich länger, um die hohen Temperaturen zu erreichen, jedoch nicht schneller.

Auf Stufe 5 versucht die Heizung den Raum auf 28 bis 30 Grad zu heizen, ideal sind jedoch in den meisten Räumen Temperaturen zwischen 18 und 22 Grad, was den Stufen 2 bis 3,5 entspricht.

Je höher die angestrebte Temperatur ist, desto mehr Energie wird benötigt und desto teurer wird die Heizkostenrechnung.

2. Vermeide hohe Temperaturschwankungen

Wer denkt, man spart Energie, wenn man die Heizung kurzzeitig ausdreht, ist leider auf dem Holzpfad. Es braucht viel mehr Energie, einen ausgekühlten Raum wieder aufzuheizen als eine Temperatur durchgehend zu halten. Am besten werden Heizungen tagsüber auf einer konstanten Temperatur gehalten und nur über die Nacht etwas gedrosselt.

Jeder Strich zwischen den Stufen steht für ein Grad.
Jeder Strich zwischen den Stufen steht für ein Grad.  © MDR

3. Programmierbare oder digitale Heizsteuerungen senken Kosten

Auch wenn man erstmal ein bisschen Geld hinlegen muss, sind programmierbare oder digital steuerbare Thermostate (beispielsweise per Smartphone) eine absolut sinnvolle Investition (und ein intelligenter Weihnachtswunsch ;) ).

Denn sie können die Heizung ein paar Grade runterfahren lassen, wenn Du bei der Arbeit bist oder schläfst und heizen die Räume rechtzeitig wieder auf, wenn Du sie nutzt. Außerdem kann man sie einfach selbst montieren und muss keine neue Heizung kaufen.

4. Entlüfte regelmäßig Deine Heizung

Kennst Du das, wenn die Heizung gluckert oder so komische Geräusche von sich gibt? Dann befindet sich höchstwahrscheinlich Luft im Heizkörper. Diese hindert das Heizwasser daran, im Heizkörper ordentlich zu zirkulieren und sich auszubreiten. Das heißt, selbst eine voll aufgedrehte Heizung wird nur lauwarm und verbraucht trotzdem jede Menge Energie.

Bis zu 15 Prozent Energie kannst Du beim Heizen sparen, wenn Du die Heizung regelmäßig - etwa ein- bis zweimal im Jahr - entlüftest.

Dafür brauchst Du keinen Heizungstechniker, sondern nur einen Entlüftungsschlüssel, den Du Dir bestimmt beim Nachbarn leihen kannst oder im Baummarkt bekommst. Entlüften ist wirklich super einfach und in wenigen Minuten gemacht. Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung findest Du >> hier.

5. Verbessere die Isolierung Deiner Wohnung

Viele Altbauten sind nur schlecht gedämmt. Dadurch entweicht die Wärme viel zu schnell nach draußen.

Um die Wärme drinnen zu halten, hilft es, abends Rollläden und Vorhänge zu schließen. Undichte Fenster und Türen kannst Du auch einfach selbst mit Dichtungsgummi und Zugluftstoppern aus dem Baummarkt abdichten. Kostet nicht viel, geht schnell und spart jede Menge Geld.

Über die Autorin

TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.
TAG24-Kolumnistin Gina Gadis.  © Gina Gadis

Gina Gadis (25) wurde in Dresden geboren und studierte in Freiberg Wirtschaftsingenieurwesen. Zwischen ihrem Bachelor und dem Master ging sie auf Reisen.

Knapp zwei Jahre bereiste Gina die Welt, zehn Monate davon war sie in Asien unterwegs.

Hier kam es zu der Initialzündung. Denn vielerorts in Asien sind die Menschen nicht mehr Herr über die Vermüllung ihrer Orte.

Gina sammelte schon auf ihrer Reise Müll ein, öffentlichkeitswirksam begeisterte sie auch immer mehr Menschen in ihrer Heimat für das Thema.

Als sie zurück nach Deutschland kam (aktuell Masterstudentin in Darmstadt), verfolgte sie weiter die Müll-Thematik. Sie schreibt nun unter anderem diese Kolumne für TAG24.

Titelfoto: Bild-Montage: 123rf/Fabrizio Troiani, Gina Gadis

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