Drei Tote bei Ostereiersuche: Jetzt meldet sich die Heimleitung zu Wort
Flensburg - Auch eine Woche nach dem tragischen Unglück mit drei Toten bei der Ostereiersuche in der Nähe von Flensburg stellte sich die große Frage, wie es überhaupt dazu kommen konnte. Nun hat sich der Betreiber der Mutter-Kind-Einrichtung zu Wort gemeldet.
Am Ostersonntag hatte sich eine Gruppe von rund 60 Bewohnern und Betreuern einer Einrichtung des Sterni-Parks bei Mittelangeln in einem nahe gelegenen Waldstück auf die Suche nach Ostereiern gemacht.
Gegen elf Uhr geschah dann ein schreckliches Unglück. Ein Baum krachte auf mehrere Personen, eine 21-jährige Frau und ihr zehn Monate altes Baby starben, genauso wie ein 16 Jahre altes Mädchen. Eine 18-Jährige wurde ebenfalls verletzt, ist nach Angaben der Polizei mittlerweile aber außer Lebensgefahr.
Am Unglückstag herrschten starke Winde mit Böen von bis zu 90 km/h; der Deutsche Wetterdienst hatte sogar eine Unwetterwarnung herausgegeben. Warum ging die Gruppe trotzdem in den Wald?
"Die Wetterlage vor Ort gab unseren Mitarbeitern am Ostersonntag keinen Anlass, auf die Ostereiersuche am Wegesrand und am Eingang des Waldes zu verzichten", erklärte Geschäftsführerin Leila Moysich der Bild. Die Suche sei eine Tradition, auf die sich die Kinder gefreut hatten.
Polizei und Staatsanwaltschaft leiten nach Unglück Todesermittlungsverfahren ein
Mittlerweile ermitteln auch die Polizei und die Staatsanwaltschaft, ein Todesermittlungsverfahren wurde eingeleitet. Laut Oberstaatsanwalt Bernd Winterfeldt sollen die genaueren Umstände des tragischen Unglücks untersucht werden.
Wie kurz nach dem Vorfall bekannt wurde, hätte der betroffene Baum gefällt werden sollen. "Der Unglücksbaum selbst wurde anscheinend durch massive äußere Kräfte zu Fall gebracht", hatte Chris Freise, Direktor der Schleswig-Holsteinischen Landesforsten, dazu erklärt.
Neben der Behörde arbeitete auch die Einrichtung den Vorfall intensiv auf. "Derzeit konzentrieren wir uns darauf, das Geschehene aufzuarbeiten und unsere Bewohner und Mitarbeiter mit ganzer Kraft bei der Verarbeitung des furchtbaren Unglücks zu unterstützen und zur Ruhe kommen zu lassen", sagte Moysich weiter.
Die große Anteilnahme sei eine große Hilfe, so die Geschäftsführerin. "Unseren Bewohnern und Mitarbeitern stehen viele therapeutische und pädagogische Gesprächsangebote von verschiedenen Hilfsinstitutionen zur Verfügung, wie beispielsweise vom Sozialministerium, den Kirchen, den Sozialdiensten des Kreises Schleswig-Flensburg oder der Berufsgenossenschaft, für die wir sehr dankbar sind und die auch genutzt werden." Es dürfte dennoch nur ein schwacher Trost sein.
Titelfoto: Benjamin Nolte/dpa

