Zamboanga/Basilan (Philippinen) - Ein schweres Fährunglück hat in der Nacht zum Montag den Süden der Philippinen erschüttert. Die Fähre "MV Trisha Kerstin 3" mit mehr als 350 Menschen an Bord sank bei rauer See vor der Küste von Basilan.
Beim Kentern des Schiffes kamen mindestens 18 Personen ums Leben - 24 gelten weiterhin als vermisst. Nach Angaben der philippinischen Küstenwache setzte die Fähre gegen 1.50 Uhr (Ortszeit) einen Notruf ab.
Das Notsignal wurde rund vier Stunden nach dem Auslaufen aus dem Hafen von Zamboanga City (Südwestspitze der Insel Mindanao) ausgerufen. Nur wenig später ging die dreistöckige Fähre etwa fünf Kilometer östlich der Insel Baluk-Baluk unter, berichtete die Nachrichtenagentur AFP.
Bislang veröffentlichte Videos zeigten das Ausmaß der Katastrophe. Helfer hüllten die Überlebenden in Decken ein und legten sie für den weiteren Transport auf Tragen.
Zugleich schleusten die Rettungskräfte zahlreiche Leichensäcke an den erschöpften Menschen vorbei. Insgesamt konnten nach bisherigem Stand 317 Menschen lebend geborgen werden.
"Nach den Berichten von Überlebenden war das Wasser sehr rau", sagte die Sprecherin Noemie Cayabyab in einem Fernsehinterview. Zur Ursache des Untergangs könne man jedoch noch nichts sagen.
Sowohl für die Helfer als auch für die Betroffenen ist es eine Zerreißprobe
"Wir haben eine Untersuchung zu einem Seeunfall eingeleitet. Im Moment liegt unser Fokus vollständig auf der Rettung", erklärte der Küstenwachen-Kommandeur Romel Dua gegenüber AFP.
Die Rettungsarbeiten stellten die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. "Die größte Schwierigkeit ist die Anzahl der Patienten, die gleichzeitig eintreffen. Wir sind derzeit unterbesetzt", erklärte Ronalyn Perez, eine Notfall-Helferin aus Basilan.
Auch die psychische Belastung ist enorm. "Jedes Mal, wenn wir einen Anruf entgegennehmen, ist es für uns ein beklemmendes Gefühl - ihre Stimmen klangen besorgt", berichtete Sheryl Balondo, die in Isabela City (Stadt auf der Insel Basilian) bei der Koordinierung hilft.
Wie ein Sprecher gegenüber AFP mitteilte, liege noch keine vollständige Passagierliste vor, da weiterhin nach Vermissten gesucht werde.