Toledo (Spanien) - In einem der Züge, die am Mittwochvormittag in der spanischen Provinz Toledo verunglückten, wollten sie eigentlich sitzen. Doch der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Urs Meier (67) und seine Frau Andrea (56) entschieden sich im letzten Moment für den nachfolgenden Zug. Bereits kurz nach der Tragödie meldete sich der "Die Verräter"-Teilnehmer mit einem Selfie-Video auf Instagram.
In dem Clip wird schnell klar: Zum Zeitpunkt der Aufnahme wusste Meier noch nicht, wie schlimm der Unfall war. Dutzende Menschen sind dabei ums Leben gekommen, viele schwer verletzt worden.
"Ja, wir sind jetzt hier gestrandet", erklärt der 67-Jährige, der nicht mehr in einer Bahn sitzt, sondern in der Nähe des inzwischen gesperrten Gleises spaziert.
"Das ist nicht so schlimm. Und wir hoffen natürlich von Herzen, dass es nur Sachschaden gegeben hat auf der Strecke", so der Schweizer, der mit seiner Familie in Spanien lebt.
In einem Kommentar unter dem Video stellt seine Frau unterdessen klar, wie knapp die beiden der Katastrophe wirklich entgangen sind.
Urs Meier im Insta-Video: "Das ist oft das Schicksal"
"Wir hatten wirklich unglaubliches Glück. Wir waren nur einen Zug später auf genau derselben Strecke unterwegs. Wir wollten eigentlich den Zug früher nehmen, aber schlussendlich entschieden wir uns für den späteren", so die 56-Jährige.
"Es ist kaum in Worte zu fassen, wie nah Glück und Unglück manchmal beieinanderliegen. Wir sind unendlich dankbar und gleichzeitig tief betroffen von dem, was passiert ist. Unsere Gedanken sind bei allen Betroffenen und ihren Familien", fügt sie hinzu.
"Das ist oft das Schicksal", sagt auch Urs Meier in seinem Video über das Glück, genau diesen Zug doch nicht genommen zu haben.
Mindestens 68 Menschen sind bei dem Unglück ums Leben gekommen. Laut dem spanischen Verkehrsminister Óscar Puente (57) soll ein vorangegangener Systemausfall der Grund sein.