Von Christopher Hirsch
Greifswald - Die Vogelgrippe ist aktuell zwar etwas abgeflaut, doch Experten warnen vor einer neuen Welle. Ab Mitte Februar kehren Zugvögel aus ihren Winterquartieren zurück – ein möglicher Brandbeschleuniger für das Infektionsgeschehen.
"Man wird sehen, ob sich das Geschehen dann noch mal intensiviert", sagt Timm Harder vom Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in Greifswald. Zusätzlich bereitet den Behörden die Aufhebung von Wiederbesetzungssperren Sorgen.
In Niedersachsen waren viele Geflügelställe nach Ausbrüchen leer geblieben, nun ziehen wieder Küken ein. Die Bestandsdichte steigt – und damit das Risiko neuer Ausbrüche.
Seit Anfang Oktober registrierte das FLI mehr als 200 Vogelgrippe-Ausbrüche in Haltungen, vor allem im November und Dezember.
Noch immer gibt es drei bis fünf neue Fälle pro Woche, überwiegend nördlich des Mains.
Infektionszahlen so hoch wie nie: Auch andere Tierarten gefährdet
Besonders dramatisch ist die Lage bei Wildvögeln: Rund 2500 Tiere wurden seit Oktober positiv getestet – so viele wie nie zuvor.
Die Dunkelziffer liegt deutlich höher. Allein bei Kranichen geht man von bis zu 20.000 verendeten Tieren aus. Auch Gänse, Schwäne und Greifvögel sind zunehmend betroffen.
Die Vogelgrippe bleibt eine ernsthafte Gefahr.