Ende Friedenspflicht: Im VW-Werk Zwickau "werden Taten folgen"

Von Frank Johannsen, Andreas Hummel

Zwickau - Nicht nur in Wolfsburg läuteten die Beschäftigten des VW-Werks das Ende der Friedenspflicht am Samstag symbolisch aus. Auch im Zwickauer Werk stehen alle Zeichen auf Warnstreik: am Montag soll es los gehen.

Beschäftigte von Volkswagen bekunden vor dem Werk in Zwickau zum Ende der Friedenspflicht ihre Streikbereitschaft.
Beschäftigte von Volkswagen bekunden vor dem Werk in Zwickau zum Ende der Friedenspflicht ihre Streikbereitschaft.  © Hendrik Schmidt/dpa

In Zwickau versammelten sich am gestrigen Samstagabend mehrere Hundert Mitarbeiter bei Punsch und Bratwurst vor dem Werkstor.

Gemeinsam demonstrierten sie ihre Streikbereitschaft. Verstärkt wurde das Signal mit einem roten Bengalfeuer.

Der Betriebsratschef des Zwickauer Werks, Uwe Kunstmann, sagte: "Der Worte sind genug gewechselt, ab nächster Woche werden Taten folgen." Der VW-Vorstand müsse endlich zur Vernunft kommen.

AfD-nahe Organisation scheitert vor Gericht mit Klage gegen VW-Tochter
VW-Volkswagen AfD-nahe Organisation scheitert vor Gericht mit Klage gegen VW-Tochter
Millionenstrafe! VW wegen Sklavenarbeit verurteilt
VW-Volkswagen Millionenstrafe! VW wegen Sklavenarbeit verurteilt

Die IG Metall rief am Sonntagmittag zu flächendeckenden Warnstreiks bei Volkswagen auf.

"Am Montag werden in allen Werken Warnstreiks beginnen", kündigte Niedersachsens IG-Metall-Bezirksleiter Thorsten Gröger an.

Friedenspflicht im VW-Werk Zwickau endete um Mitternacht

Uwe Kunstmann spricht zum Ende der Friedenspflicht vor dem Werk von Volkswagen in Zwickau.
Uwe Kunstmann spricht zum Ende der Friedenspflicht vor dem Werk von Volkswagen in Zwickau.  © Hendrik Schmidt/dpa

In dem Konflikt geht es um die Bezahlung der rund 120.000 Beschäftigten in den Werken der Volkswagen AG, wo ein eigener Haustarif gilt. VW lehnt bisher jede Erhöhung ab und fordert stattdessen zehn Prozent Lohnkürzung.

Auch Werkschließungen und betriebsbedingte Kündigungen stehen im Raum. Die Beschäftigungssicherung wurde aufgekündigt. Laut Betriebsrat sind mindestens drei Werke und Zehntausende Arbeitsplätze bedroht.

Die Friedenspflicht, in der Streiks nicht erlaubt sind, lief um Mitternacht aus. Ab 1. Dezember sind damit auch Arbeitsniederlegungen möglich.

Investitionen statt Zoll - VW setzt auf Deal mit Trump
VW-Volkswagen Investitionen statt Zoll - VW setzt auf Deal mit Trump
Volkswagen erleidet im zweiten Quartal Gewinneinbruch
VW-Volkswagen Volkswagen erleidet im zweiten Quartal Gewinneinbruch

Die IG Metall hat bereits angekündigt, ab Anfang Dezember zu Warnstreiks aufzurufen. Konkrete Termine nannte die Gewerkschaft bisher nicht.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

Mehr zum Thema VW-Volkswagen: