Um diesen Standort zu retten: Baut VW bald Waffenteile für Israel?
Osnabrück - Produziert der krisengebeutelte Automobilkonzern "Volkswagen" (VW) bald Waffen für Israel, um den Standort in Osnabrück zu retten? Ein VW-Sprecher spricht Klartext.
Ein Bericht der Zeitung "Financial Times" sorgte am Dienstag für Aufregung. Demnach stehe VW aktuell in Verhandlungen mit dem israelischen Waffenhersteller "Rafael Advanced Defence Systems".
Jene israelische Firma ist auch der Hersteller des bekannten Luftabwehrsystems "Iron Dome", das im Zuge des tobenden Kriegs in Nahost täglich Raketen aus dem Iran vom Himmel schießt. Dem Bericht zufolge sollen Komponenten für den Iron Dome bei erfolgreichen Verhandlungen künftig am VW-Standort in Osnabrück produziert werden.
Dass VW-Mitarbeiter hier bald Granaten, Haubitzen oder Patronenhülsen fertigen, wies ein VW-Sprecher gegenüber TAG24 am Mittwochvormittag entschieden zurück: "Nein, es geht hier nicht um so etwas."
Ohne die angeblichen Verhandlungen mit dem israelischen Waffenbauer weiter kommentieren zu wollen, betonte er, dass VW eine Waffenproduktion in den eigenen Hallen bereits in der Vergangenheit ausgeschlossen habe. Im Zuge von Verhandlungen über die Zukunft des Standorts mit verschiedenen Gesprächspartnern stehe stets die "Kernkompetenz" von VW im Vordergrund: das Bauen von Autos.
Dass Fahrzeuge für militärische Zwecke gebaut werden, sei laut dem VW-Sprecher jedoch eine Möglichkeit.
VW-Standort in Osnabrück: Gewissheit bis zum Jahresende
VW steckt derzeit in einer wirtschaftlichen Krise und plant aufgrund sinkender Absatzzahlen die Streichung zehntausender Stellen sowie die Schließung mehrere Werke, darunter auch in Osnabrück.
Am niedersächsischen Standort sind derzeit rund 2300 Mitarbeiter beschäftigt. Eine Diskussion über mögliche Geschäfte mit dem israelischen Rüstungskonzern habe für die Beschäftigten dabei "keinen Mehrwert", so der VW-Sprecher.
"Selbstverständlich" würden derzeit verschiedene Szenarien über die Zukunft des Standorts diskutiert werden, sagte er weiter.
Bis zum Jahresende soll Gewissheit herrschen.
Titelfoto: Bildmontage: IMAGO / epd, Ariel Schalit/AP/dpa

