Bräuche und Traditionen: So holt Ihr das Weihnachtsflair nach Hause

Erzgebirge - Die Corona-Pandemie wirbelt die Vorweihnachtszeit durcheinander: Weihnachtsmärkte und Bergparaden wurden vielerorts abgesagt (TAG24 berichtete). Wir verraten Euch ein paar erzgebirgische Weihnachtstraditionen, mit denen Ihr trotzdem in Adventsstimmung kommt.

Beim Hutzenabend gibt es unter anderem Stollen zu essen.
Beim Hutzenabend gibt es unter anderem Stollen zu essen.  © bondd/123RF

Hutzenabend: Gemütlich in der warmen Stube sitzen, zusammen Stollen, Plätzchen und Lebkuchen essen, Geschichten erzählen oder Lieder singen: Das macht einen erzgebirgischen Hutzenabend aus. "Hutzen" bedeutet dabei so viel wie zusammenrücken. Die Tradition der "Hutzenabende" geht auf die Frauen der Bergleute zurück, die so die Zeit zusammen verbrachten.

Schwibbogen: Bei der Weihnachtsdeko dürfen Sterne, Pyramide, Engel, Bergmann und der Schwibbogen nicht fehlen. Doch was bedeutet der halbrunde Lichterbogen eigentlich? Die ältesten Schwibbögen sollten wahrscheinlich noch den Himmelsbogen symbolisieren. Später hieß es, die Form stehe für das Mundloch eines Stollens. Die Lichter, die auf den Bogen gesetzt wurden, standen für die Sehnsucht der Bergleute nach dem Tageslicht. Die Motive reichen mittlerweile von klassisch bis zu lokalen Gebäuden und modernen Darstellungen. Am bekanntesten sind zwei Bergleute, die ein Wappen mit den sächsischen Kurschwertern tragen. Daneben sind eine Klöpplerin und ein Schnitzer zu sehen.

In Johanngeorgenstadt steht ein XXL-Schwibbogen mit dem klassischen Motiv, den zwei Bergleuten, Klöpplerin und Schnitzer.
In Johanngeorgenstadt steht ein XXL-Schwibbogen mit dem klassischen Motiv, den zwei Bergleuten, Klöpplerin und Schnitzer.  © André März

Was gehört ins Neinerlaa?

Zu jedem Weihnachtsmarktbesuch gehört eine Tasse Glühwein. Das Heißgetränk ist aber auch ganz einfach selbst zu machen.
Zu jedem Weihnachtsmarktbesuch gehört eine Tasse Glühwein. Das Heißgetränk ist aber auch ganz einfach selbst zu machen.  © jetsam86/123 RF

Neinerlaa: Das Neinerlaa gehört im Erzgebirge genauso zu Weihnachten wie Schwibbogen und Pyramide. Es war das traditionelle Heiligabendgericht der Bergmannsfamilien. Wie der Name schon sagt, besteht das Gericht aus neun verschiedenen Speisen, die alle eine besondere Bedeutung haben. Sie symbolisieren Erinnerungen und Wünsche zum Beispiel für Gesundheit, Geld oder Liebe. Bei den einzelnen Bestandteilen gibt es regional teilweise kleine Unterschiede. Normalerweise sind aber Linsen, Bratwurst, Sauer- oder Rotkraut, Hering, Semmelmilch, Entenkeule mit Klößen, Bratapfel sowie Brot und Salz dabei.

Glühwein: Nichts kommt an den Glühwein vom Weihnachtsmarkt heran, doch darauf muss man in diesem Jahr wohl oder übel verzichten. Wer das Gebräu aus dem Supermarkt nicht mag, kann sich ganz einfach selbst welchen mischen. Dafür braucht man eine Flasche trockenen Rotwein, eine Orange, zwei Zimtstangen, Nelken, Sternanis, jeweils zwei Esslöffel Rohrzucker und Honig. Die Orange in Scheiben schneiden und dann alles in einem Topf mischen und erwärmen, bis sich der Zucker aufgelöst hat. Der Glühwein darf nicht kochen! Je nach Geschmack kann man auch andere Gewürze wie zum Beispiel Kardamom hinzufügen.

Mettenschicht: Vor der Bescherung an Heiligabend steht die Mettenschicht: Das war die letzte Schicht unter Tage vor Weihnachten. Die Tradition kann man heute in zahlreichen Besucherbergwerken erleben, wie in der Zinngrube Ehrenfriedersdorf. Noch sind einige Termine geplant, diese können auf erzgebirge-tourismus.de abgerufen werden.

Übrigens: Komplett müsst Ihr nicht auf den Bummel über den Weihnachtsmarkt verzichten: In Seiffen könnt Ihr digital zwischen den Buden spazieren gehen und auch shoppen. >>>Hier geht es zum corona-sicheren Weihnachtsmarktbesuch.

Titelfoto: Andre März, bondd/123RF, jetsam86/123 RF

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