Sehhilfen in Echtzeit: Tüftler entwickelt eine Pferdebrille

Echem - Pferde sind viel geräuschempfindlicher als Menschen, dafür können sie nicht so scharf sehen. Ihr Blickfeld ist aber deutlich größer. Um sich in die Sicht der Tiere hineinzufühlen, entwickelt ein Ingenieur bei Lüneburg eine spezielle Virtual-Reality-Brille.

Benito Weise, vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem, hält in der linken Hand die sogenannte Pferdebrille.
Benito Weise, vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem, hält in der linken Hand die sogenannte Pferdebrille.  © Philipp Schulze/dpa

"Ein Gewitter haben die schon längst erkannt, da haben wir den Wetterbericht noch gar nicht verstanden", sagte Benito Weise vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem im Landkreis Lüneburg.

Er bastelt noch an einer akustischen Ergänzung für die technisch anspruchsvolle Brille.

Die Menschen hätten das Hören verlernt, deshalb sei es besonders interessant, den Sinn bei Vierbeinern zu simulieren.

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Das Pferd sei das am kürzesten domestizierte Tier. "Wenn ich selbst in die Perspektive reinschlüpfe, gehe ich viel sensibler mit ihm um", meinte Weise.

Wegen Lieferschwierigkeiten bei der Kamera wird er die VR-Brillen mit gebrauchten Ersatzteilen ausrüsten und sie zunächst nur verleihen.

Die Sehhilfen in Echtzeit seien ein Novum, bisher habe es nur von Kameras aufgezeichnete und am Computer bearbeitete Bilder gegeben.

Interesse wird es wohl genug geben, denn schon die von Weise 2018 am LBZ entwickelte Kuhbrille sprach sich schnell herum. "Es gibt Anfragen von Hochschulen und anderen Bildungseinrichtungen aus China, den USA und Neuseeland", berichtete Weise.

Benito Weise (r.), vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem, erklärt der Reiterin Anna Junge, wie die sogenannte Pferdebrille funktioniert.
Benito Weise (r.), vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum (LBZ) Echem, erklärt der Reiterin Anna Junge, wie die sogenannte Pferdebrille funktioniert.  © Philipp Schulze/dpa

Die Kosten beliefen sich auf 6000 Euro.

Titelfoto: Philipp Schulze/dpa

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