Warum gerade jungen Menschen Social-Media-Fasten guttut

Washington (USA) - Warum nicht die Fastenzeit nutzen, um auf Social-Media-Apps wie Facebook, Instagram oder TikTok zu verzichten? Sechs bis acht Stunden verbringen Jugendliche im Schnitt an Handy und PC-Bildschirmen. Täglich. Eine neue Studie aus den USA konnte besonders in Bezug auf Körpergewicht und das eigene Selbstbild eine deutliche Verbesserung bei einer reduzierten Nutzung von sozialen Medien feststellen.

Ob Zuhause, in der Schule, der Uni, auf der Arbeit oder unterwegs: der treue Begleiter Smartphone darf auf keinen Fall fehlen. (Symbolfoto)
Ob Zuhause, in der Schule, der Uni, auf der Arbeit oder unterwegs: der treue Begleiter Smartphone darf auf keinen Fall fehlen. (Symbolfoto)  © 123RF/rawpixel

Swipe. Scroll. Like.

Teenager und junge Erwachsene sind täglich Hunderten von Bildern und Videos ausgesetzt, auf denen Models und Influencer sich nur von ihrer besten Seite zeigen. Gefährlich sind dabei die oft verwendeten Beauty-Filter, die immer besser werden und die Realität verzerren.

Das ist sicher jedem bewusst. Doch es geht nicht an der Psyche vorbei. Wir vergleichen uns mit dem, was wir online sehen. Und je weiter weg wir selbst von dem Ideal sind, das die meisten Likes und Kommentare zur schönen Figur bekommt, desto unzufriedener werden wir mit uns selbst.

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Deshalb müssen aber nicht sofort YouTube, Twitter und Co. deinstalliert werden, denn neben ihren ungesunden Darstellungen bieten soziale Medien auch die Möglichkeit, sich mit Freunden und Verwandten auszutauschen. Viele junge Erwachsene haben sich online ein zweites Standbein aufgebaut und sind beruflich auf die Apps angewiesen.

Die "American Psychological Association" (APA) ließ 220 Schüler und Studenten im Alter von 15 bis 25 Jahre, die regelmäßig die sozialen Medien nutzen (mindestens zwei Stunden täglich), an einer Studie teilnehmen. Alle litten unter Symptomen von Depressionen oder Angstzuständen.

Wahrnehmung von Gewicht und Schönheit wird von sozialen Medien negativ beeinflusst

Die Videoplattform TikTok ist mit Tanz- und Lip-Sync-Videos groß geworden und erfreut sich gerade bei Jugendlichen an wachsender Beliebtheit. (Symbolfoto)
Die Videoplattform TikTok ist mit Tanz- und Lip-Sync-Videos groß geworden und erfreut sich gerade bei Jugendlichen an wachsender Beliebtheit. (Symbolfoto)  © 123RF/kryzhov

Nach einer Woche, in der alle Teilnehmer wie gewohnt ihre sozialen Medien nutzten, füllten sie einen Fragebogen aus, in dem sie ihr Aussehen sowie ihr Gewicht beurteilen sollten. Dann teilte man die Jugendlichen und jungen Erwachsenen in zwei Gruppen auf, wobei eine Gruppe die Zeit, welche sie auf Facebook, Instagram und Co verbringt, auf 60 Minuten pro Tag reduzieren sollte.

Nach einer dreiwöchigen Beobachtungsphase wurden wieder Fragebögen zum Selbstbild ausgefüllt.

Teilnehmer, die ihre Social-Media-Nutzung beschränkten, hatten nach der dreiwöchigen Intervention eine signifikante Verbesserung in Bezug auf ihr allgemeines Erscheinungsbild und ihr Körpergewicht, verglichen mit der Kontrollgruppe, die keine signifikante Veränderung feststellte.

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Das Geschlecht schien keinen Unterschied in den Effekten zu machen.

Zeit im Blick behalten

Bunte App-Icons sollen zum Öffnen der Social-Media-Plattformen verleiten. (Symbolfoto)
Bunte App-Icons sollen zum Öffnen der Social-Media-Plattformen verleiten. (Symbolfoto)  © 123RF/carballo

Dr. Gary Goldfield vom Forschungsinstitut des Kinderkrankenhauses in Ost-Ontario (USA) ist Hauptautor der Studie und meinte: "Die Pubertät ist eine anfällige Zeit für die Entwicklung von Körperbildproblemen, Essstörungen und psychischen Erkrankungen."

"Unsere kurze, vierwöchige Intervention mit Bildschirmzeit-Trackern hat gezeigt, dass die Reduzierung der Nutzung sozialer Medien zu erheblichen Verbesserungen des Aussehens und der Gewichtsschätzung bei notleidenden Jugendlichen mit starker Nutzung sozialer Medien führte", erklärte Goldfield.

Wer wert auf seine psychische Gesundheit legt, sollte daher besser die Zeit im Auge haben, wenn er mal wieder auf den sozialen Medien herumscrollt.

Titelfoto: 123RF/rawpixel

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