Was machte ihn so genial? Forscher wollen Da-Vinci-Code knacken
New York/Florenz - Leonardo da Vinci (1452-1519) war ein Universalgenie der Renaissance. Er malte nicht nur die Mona Lisa, sondern fertigte auch anatomische Zeichnungen an und erfand neue Technik. Enthüllen DNA-Spuren endlich sein geniales Geheimnis?
Die internationale Forschungsgruppe "Leonardo da Vinci DNA Project" (LDVP) ist seit Jahren bemüht, das 500 Jahre alte Genom des italienischen Gelehrten zu entschlüsseln.
Wie die Fachzeitschrift Science berichtet, gibt es nun einen Durchbruch. Womöglich enthalten Proben einer Rötelzeichnung, die da Vinci angefertigt haben soll, tatsächlich seine DNA!
Die Forscher verglichen die extrahierte DNA-Probe aus der Rötelzeichnung nämlich mit einer anderen Probe aus einem Brief von da Vincis Cousin.
Demnach gehören die Y-Chromosomen beider Proben zu einer Gruppe von Menschen mit einem gemeinsamen Vorfahren aus da Vincis Heimat in der Toskana.
Ein äußerst komplexes Vorhaben
"Die eindeutige Identifizierung … ist äußerst komplex", sagte LDVP-Forscher David Caramelli gegenüber Science.
Da der Meister keine direkten Nachkommen hat und unklar ist, ob die sterblichen Überreste in seinem Grab wirklich von ihm stammen, können entnommene DNA-Proben nämlich nicht mit DNA verglichen werden, die nachweislich zu da Vinci gehört.
Jesse Ausubel von der Forschungsgruppe appelliert aber an Privatpersonen, die etwa Kunstwerke oder Notizbücher von da Vinci besitzen, die Entnahme weiterer DNA-Proben durch das Forscherteam zu erlauben.
"Es ist bekannt, dass Leonardo beim Malen neben dem Pinsel auch seine Finger benutzte. Daher wäre es möglich, Epidermiszellen zu finden, die sich mit den Farben vermischt haben", hofft der Wissenschaftler.
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