Wissenschafts-Spionage für China: Aachener Hochschule betroffen

Von Marco Rauch 

Aachen -  Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen ist von mutmaßlicher Wissenschafts-Spionage für China durch ein Ehepaar aus München betroffen. Das bestätigte die Hochschule auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) in Aachen ist wohl Opfer von Wissenschafts-Spionage geworden.  © Oliver Berg/dpa

Die Aachener Polizei habe aufgrund eines Durchsuchungsbeschlusses einen Lehrstuhl besucht. "Der Tatverdacht lautet auf geheimdienstliche Agententätigkeit für einen chinesischen Geheimdienst", teilte die Hochschule mit.

RWTH-Angehörige seien aber ausdrücklich nicht tatverdächtig. "Es geht um zwei Onlinevorträge, die ein RWTH-Forschender zwischen 2020 und 2023 vor Vertreterinnen und Vertretern von chinesischen Unternehmen und Forschungseinrichtungen gehalten hat", teilte die Hochschule mit. Thematisiert wurden dabei zivile Nutzungsszenarien einer aktuellen Technologie.

"Der Lehrstuhl unterstützt die Ermittlungen und stellt alle Unterlagen zur Verfügung", betont die Hochschule. Es bestehe keine Zusammenarbeit des Lehrstuhls mit chinesischen Partnern.

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Die RWTH arbeite auf allen Ebenen eng mit den Behörden zusammen. Das Bundesamt für Verfassungsschutz warnt schon länger davor, dass auch die Wissenschaft Ziel von Ausspähversuchen fremder Nachrichtendienste ist.

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Festnahme in München

Das Ehepaar chinesischer Herkunft wurde in München festgenommen.  © René Priebe/PR-Video /dpa

Das Ehepaar aus München soll für einen chinesischen Geheimdienst Kontakte an verschiedenen deutschen Hochschulen geknüpft und deutsche Wissenschaftler unter falschen Vorwänden nach China gelockt haben.

Am Mittwoch ließ die Bundesanwaltschaft die beiden mutmaßlichen Spione in der bayerischen Landeshauptstadt festnehmen. Bei zehn möglichen Zeugen finden in sechs Bundesländern weitere Maßnahmen statt. 

Die Vorwürfe gegen die deutschen Eheleute chinesischer Herkunft wiegen schwer: Um an wissenschaftliche Informationen zu Spitzentechnologie zu gelangen, die auch militärisch nutzbar ist, sollen sie Kontakte zu Wissenschaftlern an deutschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen aufgebaut haben.

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Dazu zählten Lehrstuhlinhaber im Bereich der Luft- und Raumfahrttechnik, Informatik oder Künstliche Intelligenz.

Weitere Maßnahmen fanden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Brandenburg und Niedersachsen statt. Diese Maßnahmen betrafen zehn Wissenschaftler, die Kontakt mit den Beschuldigten gehabt haben sollen, erklärte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft.

"Diese Personen wurden von uns angesprochen. Dabei geht es auch um die Sammlung von Beweisen." Sie kämen aus Sicht der Behörde als Zeugen in Betracht und seien nicht tatverdächtig.

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