Von Lukas Dubro, Christian Rüdiger
Erfurt - In Thüringen hat die Zahl der Täuschungsversuche bei den theoretischen Führerscheinprüfungen im vergangenen Jahr zugenommen.
Aufgedeckt wurden 108 Fälle, im Jahr zuvor waren es 78, wie aus Zahlen des TÜV-Verbands hervorgeht. Deutschlandweit wurden 4239 derartige Betrugsfälle registriert.
"Die aktuellen Zahlen zeigen, dass sich der Prüfungsbetrug nach einem starken Anstieg in den Vorjahren auf einem hohen Niveau stabilisiert", sagte Fani Zaneta vom TÜV-Verband. Außerdem gebe es vermutlich eine große Dunkelziffer, da nur ein Teil der Täuschungen entdeckt werde.
In mehr als jedem dritten Fall in Deutschland (36 Prozent) kamen den Angaben nach etwa Mini-Kameras oder kaum sichtbare Ohrhörer zum Einsatz. Auch Doppelgänger sind keine Seltenheit: In weiteren Fällen legten sogenannte Stellvertreter die Prüfung ab. Insgesamt sei inzwischen gut jeder zweite Betrugsversuch (52 Prozent) professionell organisiert, erklärte der TÜV-Verband.
Oftmals seien weitere Personen involviert, die den Prüfling "technisch unterstützen, aus der Ferne Lösungen übermitteln oder sich als Fahrschüler ausgeben", betonte Zaneta. Dafür sei auch entsprechendes technisches Know-how notwendig, um bestimmte Betrugsmaschen durchführen zu können.
Die Statistik der meisten Täuschungsversuche führt Thüringen allerdings nicht an. Die meisten Schummelbemühungen wurden in Nordrhein-Westfalen registriert (1378), dahinter folgen Berlin (497) und Bayern (449).