Von Annett Gehler
Thüringen - In Thüringen sind im vergangenen Jahr angesichts einer schwachen Konjunktur und eines angespannten Arbeitsmarktes deutlich mehr Unternehmen und Verbraucher in finanzielle Schieflage geraten.
Die Thüringer Amtsgerichte entschieden 2025 über insgesamt 2357 Insolvenzverfahren und damit über 156 Anträge mehr als 2024, wie das Statistische Landesamt in Erfurt mitteilte. Das entspricht einem Anstieg um 7,1 Prozent.
Die dauerhaft schwierige Wirtschaftslage machte sich in einer sprunghaft gewachsenen Zahl an Firmenpleiten bemerkbar.
So stellten den Angaben nach 2025 im Freistaat 345 Unternehmen einen Insolvenzantrag wegen Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung und damit 30,7 Prozent mehr als im Jahr zuvor.
Das ist der höchste Stand an Unternehmensinsolvenzen seit 2017.
Spürbare Entlastungen für Unternehmen nötig
Die Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt, Cornelia Haase-Lerch, sieht in dem Anstieg der Unternehmensinsolvenzen ein ernstes Warnsignal für den Wirtschaftsstandort.
"Die Entwicklung zeigt klar: Viele Unternehmen kämpfen nicht mehr mit einzelnen Herausforderungen, sondern mit einer Kumulation aus Kostenbelastungen, unsicheren Rahmenbedingungen und schwacher Nachfrage."
Ohne spürbare Entlastungen bei Energie, Bürokratie und Finanzierung werde sich dieser Negativtrend kaum umkehren, so Haase-Lerch.