Mehr als 3000 Euro Zuzahlung für Pflegeheimplatz fällig

Von Katrin Zeiß

Thüringen - Die Pflege im Heim wird für alte Menschen in Thüringen zu einer immer größeren finanziellen Belastung.

Die monatlichen Eigenanteile für einen Pflegeheimplatz sind in Thüringen zum Jahresbeginn auf mehr als 3000 Euro gestiegen. (Archivbild)
Die monatlichen Eigenanteile für einen Pflegeheimplatz sind in Thüringen zum Jahresbeginn auf mehr als 3000 Euro gestiegen. (Archivbild)  © Sebastian Kahnert/dpa

Die von Pflegebedürftigen im ersten Heimjahr zu tragenden monatlichen Zuzahlungen haben zum Jahreswechsel die Marke von 3000 Euro übertroffen.

Sie lagen zum Stichtag 1. Januar bei exakt 3005 Euro, wie der Verband der Ersatzkassen ausgewertet hat. Das sind 209 Euro mehr als zu Jahresbeginn 2025 und 96 Euro mehr als am 1. Juli 2025.

In Thüringen werden nach amtlicher Statistik etwa 24.000 Menschen in Heimen gepflegt.

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In den Beträgen sind neben den Eigenanteilen für die eigentliche Pflege auch die Kosten für Unterkunft und Verpflegung, für Investitionen in den Heimen und Umlagen für Ausbildungskosten enthalten. Die gesetzliche Pflegeversicherung übernimmt - anders als die Krankenversicherung – nur einen Teil der Pflegekosten.

Steigende Pflegeheimkosten bringen immer mehr Pflegebedürftige und ihre Angehörigen finanziell an die Belastungsgrenze. (Archivbild)
Steigende Pflegeheimkosten bringen immer mehr Pflegebedürftige und ihre Angehörigen finanziell an die Belastungsgrenze. (Archivbild)  © Christoph Schmidt/dpa

Pflegeversicherung übernimmt nur Teil der Leistungen

Auch bundesweit sind die aus eigener Tasche zu leistenden Zuzahlungen binnen eines Jahres deutlich gestiegen. Im Schnitt mussten in Heimen lebende Pflegebedürftige 3245 Euro aufbringen, 261 Euro mehr als im Januar 2025 und 137 Euro mehr als im Juli 2025. Unter der Schwelle von 3000 Euro liegen nur drei Bundesländer: Sachsen-Anhalt (2720 Euro), Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen (je 2903 Euro). Ausgewertet wurden Vergütungsvereinbarungen der Pflegekassen mit Heimen in allen Bundesländern. Zu den Ersatzkassen gehören unter anderem die DAK, die Barmer und die Techniker Krankenkasse.

Seit 2022 gibt es neben den Zahlungen der Pflegekasse auch Entlastungszuschläge für die reinen Pflegekosten. Die Höhe der Zuschläge hängt von der Dauer des Heimaufenthalts ab. Im ersten Jahr werden die Pflegekosten um 15 Prozent gedrückt, im vierten Jahr um 75 Prozent. Auch mit diesem höchsten Zuschlag waren zum 1. Januar in Thüringen noch 1865 Euro aus eigener Tasche fällig, 106 Euro mehr als vor einem Jahr.

Titelfoto: Sebastian Kahnert/dpa

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