Nach Beinahe-Unfall: Tierhalter erhält Verbot für Schaf- und Ziegenhaltung

Wernrode/Wolkramshausen/Sondershausen - Ein Beinahe-Unfall zwischen einem Autofahrer, mehreren Schafen und einer Ziege hat am Samstag umfangreiche Ermittlungen von Polizei und Veterinäramt ausgelöst – mit weitreichenden Folgen für den Tierhalter.

Nach einem Beinahe-Unfall mit frei laufenden Schafen und einer Ziege griffen Polizei und Veterinäramt ein.  © Silvio Dietzel

Die Tiere waren zwischen Wernrode und Wolkramshausen auf der Straße unterwegs. Da sie keinem Anwohner zugeordnet werden konnten und keine Ohrmarken trugen, wurde die Polizei Nordhausen hinzugezogen.

Nach rund einer Stunde konnten die Tiere auf einem Grundstück gesichert werden.

Dort stellten die Einsatzkräfte erhebliche Missstände bei Unterbringung und Versorgung fest. Das zuständige Veterinäramt wurde informiert.

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Erste Ermittlungen ergaben, dass die Tiere einem Mann aus Sondershausen gehören. Bei einer Kontrolle am Sonntag bestätigte das Veterinäramt gravierende Mängel. Die Tiere wurden zunächst grundversorgt. Der Halter war zunächst nicht erreichbar.

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Tierhaltung muss aufgelöst werden

Am Montag sollte ein Vor-Ort-Termin stattfinden. Ein Zeuge beobachtete jedoch zufällig, wie Tiere offenbar in ein Fahrzeug verladen wurden und informierte die Behörden.

In Sondershausen kontrollierte die Polizei das Fahrzeug und stellte zwei Tiere fest. Da diese ebenfalls keine vorgeschriebenen Ohrmarken trugen, durften sie nicht in einen anderen Landkreis transportiert werden. Fahrer und Tiere wurden zurückgeschickt.

Vor Ort sprach das Veterinäramt Nordhausen aufgrund wiederholter Verstöße gegen das Tierschutzgesetz ein Haltungs- und Betreuungsverbot für Schafe und Ziegen aus. Die Tierhaltung muss aufgelöst werden. Zwei Tiere wurden eingezogen und anderweitig untergebracht, zwei weitere sind derzeit verschwunden. Ob sie bereits abtransportiert wurden, ist Gegenstand weiterer Ermittlungen.

Der Tierhalter war dem Veterinäramt bereits bekannt. Schon 2023 waren bei der Haltung von 25 Schafen tierschutzrechtliche Verstöße festgestellt worden. Auch 2025 wurde er erneut auffällig. Aufgrund der wiederholten Missstände wurde nun ein Verbot ausgesprochen und ein weiteres Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet.

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