Nationalität und Herkunft egal: In Jenas Bädern sind alle Menschen willkommen
Von Inga Jahn
Jena - Während Gäste für einen Besuch in einem Strandbad in Sachsen-Anhalt ausreichend Deutsch sprechen können sollen, ist die Haltung der Stadtwerke Jena liberaler.
"Die Jenaer Bäder stehen grundsätzlich allen Gästen offen", betonte eine Sprecherin der Stadtwerke, die in Jena mehrere Bäder und einen Badesee betreiben. "Ein Zutrittsverbot oder ein Verweis aus dem Bad erfolgt ausschließlich bei Verstößen gegen die Haus- und Badeordnung. Herkunft, Nationalität oder Sprache spielen dabei keine Rolle."
Hintergrund ist eine umstrittene Entscheidung des Heidebads in Halle im Nachbarbundesland von Thüringen. Demnach werden Menschen ohne ausreichende Deutschkenntnisse nicht mehr hereingelassen.
"Wir müssen uns sicher sein, dass die Besucherinnen und Besucher unsere Baderegeln verstehen und so konsequent sein, um die Sicherheit der Badegäste gewährleisten zu können", sagte der Geschäftsführer des Heidebades, Mathias Nobel, der Deutschen Presse-Agentur.
Falle am Eingang auf, dass es Verständnisprobleme gebe, werde im Einzelfall entschieden, wie verfahren werde.
Verständnisproblem als Gefahrenquelle?
Anlass, die Regel ins Leben zu rufen, sei ein Vorfall vom vergangenen Wochenende gewesen. Nobel – selbst Rettungsschwimmer – musste ein Kleinkind aus dem Wasser retten, das in viel zu tiefem Wasser war. Vor allem die Kinder müssten verstehen, wie sie sich am Wasser zu verhalten hätten und in Aufsicht von Personen sein, die ebenfalls wüssten, wie sie zu handeln hätten.
Die Sprecherin der Stadtwerke Jena erklärte derweil, dass es dort keinerlei Überlegungen gebe, vergleichbare Regeln einzuführen. Bisher seien dort keine Fälle bekannt, in denen es aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse zu gefährlichen Situationen im Badebetrieb gekommen ist.
Titelfoto: Bernd Weißbrod/dpa
