Ramelow: Schließt Zalando in Erfurt später als angenommen?

Von David Hutzler

Erfurt - Der Zalando-Betriebsrat kann das Aus für den Standort Erfurt aus Sicht von Linken-Politiker Bodo Ramelow (70) zumindest hinauszögern.

Laut dem ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (70, Die Linke) könnte sich die Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt verzögern. (Symbolbild)
Laut dem ehemaligen Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (70, Die Linke) könnte sich die Schließung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt verzögern. (Symbolbild)  © Bildmontage: Marc Tirl/dpa-Zentralbild/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa

Nachdem Zalando das Arbeitsgericht Erfurt angerufen habe, könne der Betriebsrat dort auch Gegenmaßnahmen einreichen, sagte der frühere Ministerpräsident der Deutschen Presse-Agentur.

"Das kann auch auslösen, dass der ganze Zeitplan des Unternehmens sehr schnell ins Rutschen kommt." 

Zalando hatte zuvor beim Arbeitsgericht Erfurt die Einrichtung einer Einigungsstelle beantragt. Das Modeunternehmen strebt über dieses Schlichtungsgremium noch im Mai eine Einigung über einen Sozialplan und Interessenausgleich für die Mitarbeiter an.

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Ende September soll der Standort geschlossen werden. Der Betriebsrat hatte kritisiert, dass Zalando damit den Weg der direkten Verständigung verlasse.

Ramelow: Zalando hat offenbar wenig Erfahrung

Der Ex-Gewerkschafter und heutige Bundestagsvizepräsident Ramelow, der aktuell als Berater für den Betriebsrat tätig ist und in der Vergangenheit unter anderem als Bahn-Schlichter fungierte, sagte weiter: "Da hat der Arbeitgeber jetzt einen Schritt in die falsche Richtung gemacht." Offenbar gebe es bei Zalando wenig Erfahrung mit solchen Situationen. Dass nun das Gericht angerufen werde, empfinde der Betriebsrat als Provokation. 

Noch sei nicht dargelegt worden, weswegen der Standort mit seinen 2700 Mitarbeitern überhaupt geschlossen werden müsse, so Ramelow weiter. Auch über realistische Perspektiven für eine Fortsetzung oder etwaige Alternativen gebe es keine ausreichenden Informationen.

Bis heute wisse beispielsweise niemand, wem die Halle eigentlich gehöre. Der Arbeitgeber habe den "Fehdehandschuh" hingeworfen - der Betriebsrat sei aber weiter verhandlungsbereit. Am Montag sollen in einer Pressekonferenz weitere Details erörtert werden.

Titelfoto: Bildmontage: Marc Tirl/dpa-Zentralbild/dpa, Bernd von Jutrczenka/dpa

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