Schließung in Erfurt: Wäre Zalando-Förderung möglich gewesen?

Von Stefan Hantzschmann

Erfurt - Nach Einschätzung von Thüringens Wirtschaftsministerin Colette Boos-John (56, CDU) hätte es Möglichkeiten gegeben, bei nötigen Investitionen für den Erfurter Zalando-Standort mit Fördermitteln zu helfen.

Laut Einschätzung von Thüringens Wirtschaftsministerin wäre eine Unterstützung des Erfurter Zalando-Standorts mit Fördermitteln möglich gewesen. (Archivbild)  © Marc Tirl/dpa

Der Vertrauensbruch wäre vielleicht nicht so groß ausgefallen, wenn die Arbeitgeberseite früh mit der Arbeitnehmerseite oder auch mit der Landesregierung gesprochen hätte, sagte die CDU-Politikerin in einer Sondersitzung des Thüringer Landtags zum Aus des Erfurter Zalando-Standorts.

"Vor allem im Investitionsbereich hätten wir sicherlich Gutes tun können und Möglichkeiten ausschöpfen können, die wir haben."

Später konkretisierte sie auf eine Frage des Linke-Fraktionschefs Christian Schaft, dass wohl nötige Investitionen von rund 100 Millionen Euro im Raum standen, um den Standort zu erhalten.

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"Sicherlich hätten wir Möglichkeiten gefunden, in den Investitionspaketen eben auch unterstützend eingreifen zu können, also hier Fördermittel ablaufen zu lassen."

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Die Thüringer Linke-Fraktion hatte eine Sondersitzung des Landtags beantragt, um über die Lehren aus der für September geplanten Schließung des Zalando-Standorts in Erfurt zu sprechen. Die Linke schlug in ihrem Antrag vor, staatliche Förderung "künftig standardmäßig mit transparenten Rückzahlungs-, Standorttreue- und Nachweisklauseln zu verknüpfen".

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